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Bertelsmann-Studie: Kinderarmut hängt stark von Berufstätigkeit der Mütter ab – SPIEGEL ONLINE

Es betrifft nicht nur Kinder von Alleinerziehenden: Auch Kinder von Eltern, bei denen nur der Vater arbeitet, sind häufiger von Armut bedroht. Ein Gehalt reicht oft nicht mehr aus, zeigt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung.

Quelle: Bertelsmann-Studie: Kinderarmut hängt stark von Berufstätigkeit der Mütter ab – SPIEGEL ONLINE

Das ist ja seltsam. Warum sollte ein Gehalt nicht mehr ausreichen? Wieso, scheint es, müssen bald beide Elternteile robotten gehen, damit das Kind nicht vom Fleisch fällt? Aber, so heißt es in den Fischröckchen (früher: Zeitungen) der Nation beinahe allwöchentlich, der Steuersprudel rinnt doch in breiten, heißen Strömen die Kehle des prima wirtschaftenden Bundes hinunter?

Und mit diesem Steuersprudel kann man doch den Durst der Untertanen nach sozialer Gerechtigkeit stillen, oder nicht? Man muß die wogenden, sprudelnden Fluten doch nur gerecht teilen wie Moses einst das Rote Meer, damit alle in den Inflationsschmutz Befohlenen sicher hindurchwaten können, damit sich das schäumende Naß über den garstigen Verfolgern – also den regierungsskeptischen Steuersenkungspopulisten und Wohlfahrtsstaatshassern – wieder schließt und sie hinfortspült?

„Die Welt“, 11. April 2017: „Deutschland ist bei Steuern und Abgaben Weltspitze […] Viele Arbeitnehmer dürften sich nie wirklich daran gewöhnen: An den Ärger beim Blick auf den Gehaltszettel, der jeden Monat aufs Neue dokumentiert, wie viel vom mehr oder weniger hart erarbeiteten Gehalt an das Finanzamt und in die Sozialversicherung fließt. Tatsächlich langt der deutsche Staat im internationalen Vergleich besonders beherzt zu, und im vergangenen Jahr hat sich die Situation der hiesigen Arbeitnehmer im internationalen Vergleich sogar noch einmal verschlechtert.“

Die „Wirtschaftswoche“, 26. April 2018: „Deutsche müssen weltweit fast die meisten Steuern zahlen […] Deutschland ist bei der Belastung von Steuern- und Abgaben Vize-Weltmeister. Nur in Belgien müssten Arbeitnehmer mehr von ihrem Gehalt an den Fiskus abführen.“ Nun gut. Das Belgier noch mehr blechen dürfen, ist ja leicht verständlich: denn dort sitzt das Politbüro der EUdSSR, und so ein gewaltiger Friedensapparat kostet eben.

Der „Focus“, 14. Januar 2018: „Fast unbemerkt kassiert der Staat mehr und mehr ab […] Die moderne Steuerbelastung wird heute jedoch nicht nur über höhere Steuersätze durchgeführt, sondern auf vielen subtilen Wegen. Dies hat für den Fiskus zwei entscheidende Vorteile. Eine solche Steuererhöhung läuft geräuschlos ab und im internationalen Vergleich, für den meist ausschließlich die Steuersätze eine Rolle spielen, fällt man nicht weiter zurück. […] Eine weitere Belastung für den Steuerpflichtigen ergibt sich daraus, dass sich der Fiskus Steuernachzahlungen für einen zurückliegenden Zeitraum mit sechs Prozent p.a. verzinsen lässt. Dies ist ein vorzügliches Geschäft für den Fiskus, da er umgekehrt selbst für seine Außenstände praktisch keine Zinsen zu zahlen hat. […] Diese zweifelhafte Rechtslage besteht unverändert, obgleich seit 2009 das Zinsniveau am Boden liegt. Besonders fatal ist diese Rechtslage, wenn es bei einer Betriebsprüfung zu einer Nachzahlung kommt. Der zu besteuernde Sachverhalt liegt hier bereits einige Jahre zurück. Es ist keine Seltenheit, dass neben der eigentlichen Steuerzahlung noch ein weiteres Drittel der Steuerschuld als Zinsen fällig werden.“

Der „stern“, 1. Januar 2018: „Spitzensteuersatz für alle – wie uns der Staat reich rechnet […] Spitzensteuern zahlen nur die Reichen – denkt man. Aber in Deutschland müssen auch Lehrer und Facharbeiter den höchsten Steuersatz zahlen. Mit diesem Trick rechnet uns das Finanzamt reich. Der Spitzensteuersatz wird bei Spitzenverdienern fällig, denkt man. Tatsächlich erreicht man ihn aber bereits bei einem Jahresbruttogehalt von 52.882 Euro. Bei 13,6 Gehältern im Jahr ergibt sich ein Bruttomonatsgehalt von etwa 3900 Euro. Das ist gewiss kein schlechtes Einkommen – aber von Top-Verdienern ist man weit entfernt. Bei 3900 Euro brutto schlagen Staat und Sozialkasse mächtig zu. In vielen Fällen dürften nur etwa 2300 Euro netto übrig bleiben.“

Die Zitatereihe ließe sich beliebig fortsetzen …

Das Problem an der sogenannten „gerechten Umverteilung“ von „Wohlstand“ ist, daß erst einmal definiert werden muß, was genau denn nun „Ungerechtigkeit“ sei. Und diese Definitionshoheit liegt bekanntermaßen bei den Politikern. Den jeweils regierenden. Die nicht selten dadurch an die Macht kommen bzw. gewählt werden aka auf Stimmenfang gehen, den Wählern vor einer Wahl große Versprechungen zu machen („Wahlversprechen“), sogenannte „Wahlgeschenke“, die nach der Wahl irgendwie finanziert werden müssen.

Ich möchte an dieser Stelle kluge Köpfe zu Wort kommen lassen, die die zugrundeliegende Problematik in schärfere, präzisere Worte zu fassen vermochten als ich. Zum Beispiel den Privatgelehrten und Volkswirt Roland Baader (* 14. Februar 1940; † 8. Januar 2012). Sie entstammen dem Buch „Das Ende des Papiergeld-Zeitalters: Ein Brevier der Freiheit“:

„Der Sozialstaat ist eine Utopie – und seine politische (d.h. gewaltsame) Durchsetzung entspricht einem Krieg gegen die eigene Bevölkerung. Dieser Krieg kann mit privatem Geld genausowenig geführt bzw. finanziert werden wie militärische Großkriege mit Gold geführt oder finanziert werden konnten. Deswegen wurde ja der Goldstandard mit Beginn des Ersten Weltkriegs abgeschafft.“

„Die von den Sicherungsmechanismen des Sozial- und Wohlfahrtsstaates erzeugte und genutzte Risikoscheu und Sicherheitsmanie der Menschen ist das größte aller Risiken einer Volkswirtschaft – und führt über die Erosion der Markteffizienz letzlich zum Ende aller Sicherheit für alle Beteiligten.“

„Das Märchem vom Retter Staat ist das Trojanische Pferd, mit dessen Hilfe die Herrschaftseliten die letzten Mauern um die Bürgerfreiheit schleifen werden.“

Der amerikanische Anarchist und Freiheitsdenker Henry Louis Mencken (H.L. Mencken) fand noch würzigere Worte:

„Jede Regierung ist im Wesentlichen eine Verschwörung gegen den herausragenden Menschen: ihr dauerhaftes Ziel ist es, ihn zu unterdrücken und zu verkrüppeln. Ist ihre Organisationsform aristokratisch, wird sie den, der nur laut Gesetz überlegen ist, gegen den tatsächlich überlegenen schützen; ist sie demokratisch, wird sie den in jeder Hinsicht unterlegenen gegen beide schützen. Eine ihrer wichtigsten Funktionen besteht darin, Menschen durch Gewalt zu regieren, sie so weit wie möglich gleich zu machen … Originalität unter ihnen ausfindig zu machen und zu bekämpfen. In einer eigenständigen Idee erblickt sie nicht mehr als potenzielle Veränderung und somit eine Bedrohung ihrer Vorrechte. Der gefährlichste Mensch für jede Regierung ist derjenige, der selber denkt, ohne Rücksicht auf vorherrschenden Aberglauben und existierende Tabus. Fast zwangsläufig wird er zum Schluß kommen, daß die Regierung, unter deren Herrschaft er lebt, geisteskrank und unerträglich ist, sodaß er, sollte er romantisch veranlagt sein, versuchen wird, sie auszuwechseln. Und selbst wenn er persönlich kein Romantiker ist [was man von Mencken gewiß nicht sagen kann], ist er sehr geeignet, Unzufriedenheiten unter denen zu streuen, die es sind … Die ideale Regierung aller nachdenkenden Menschen, angefangen von Aristoteles, ist die, welche das Individuum in Ruhe läßt – also eine, die haarscharf an ihrer Nichtexistenz vorbeischrammt. Ich glaube, daß dieses Ideal zwanzig oder dreißig Jahre nach Wahrnehmung meiner öffentlichen Pflichten in der Hölle weltweit verwirklicht werden wird.“ (aus: „Smart Set“,Dezember 1919. H.L. Mencken, „A Mencken Chrestomathy“ (New York: Knopf, 1949), S. 145-46. Siehe dazu auch Murray N. Rothbard, „H.L. Mencken: Der erquickliche Libertäre“, New Individualist Review 2, Nr. 2 (Sommer 1962): 15-27.

„Der durchschnittliche Mensch, welche Fehler er sonst auch immer haben mag, sieht nichtsdestoweniger klar, daß eine Regierung etwas ist, das außerhalb seiner selbst liegt, außerhalb der Gesamtheit seiner Mitmenschen – daß es sich um eine separate, unabhängige und oft feindselige Macht handelt, die sich nur teilweise unter seine Kontrolle befindet und ihm großen Schaden zufügen kann … ist es keine Tatsache von besonderer Bedeutung, daß Raub an der Regierung überall als geringeres Verbrechen angesehen wird als Raub am Invidiuum, oder an einem Unternehmen? …

Ich glaube, hinter alledem liegt ein tiefer Sinn für den fundamentalen Gegensatz zwischen der Regierung und den von ihr Regierten. Sie wird nicht verstanden als ein Komitee ausgewählter Bürger zur Wahrnehmung die kommunalen Angelegenheiten der Gesamtbevölkerung, sondern als eigenständige und autonome Körperschaft, die sich hauptsächlich der Ausbeutung der Bevölkerung zum Wohle ihrer eigenen Mitglieder widmet. Sie zu berauben, stellt somit einen Akt fast bar jeder Schande dar … wenn ein Privatbürger ausgeraubt wird, werden einem würdigen Menschen die Früchte seines Handwerks und seiner Sparsamkeit entzogen; wenn die Regierung beraubt wird, haben gewiße Spitzbuben und Gammler schlimmstenfalls weniger Geld zum Spielen als vorher. Die Vorstellung, sie hätten dieses Geld verdient, wird nie bemüht; sie erschiene den meisten Menschen bei Trost wohl auch haarsträubend. Es handelt sich ganz einfach um Lausbuben, die aufgrund des Unfalls namens Gesetz ein irgendwie dubioses Recht haben sollen, an den Einkünften ihrer Mitmenschen beteiligt zu werden. Wird dieser Anteil durch privates Unternehmertum gemindert, ist das Geschäft als Ganzes weitaus lobenswerter als umgekehrt.

Zahlt der intelligente Mensch Steuern, glaubt er gewiß nicht, er investiere sein Geld vernünftig und produktiv; im Gegenteil, er wird sich eher so fühlen, als zahle er eine Geldstrafe exzessiven Umfangs für Dienste, die ihm im Wesentlichen abträglich sind … er sieht sogar im essentiellsten dieser Dienste eine Agentur, es den Ausbeutern, die diese Regierung stellen, das Ausrauben seiner Person zu erleichtern. In die Ausbeuter selbst setzt er nicht das geringste Vertrauen. Er betrachtet sie als raubtierhaft und nutzlos … sie formen eine Macht, die ständig über ihm steht, stets wachsam auf neue Chancen wartend, ihn auszuquetschen. Könnten sie das risikolos tun, würden sie ihm noch die Haut abziehen. Wenn sie ihm überhaupt irgendetwas lassen, dann nur aus Vorsicht, so wie ein Bauer dem Huhn ein paar seiner Eier läßt.

Diese Bande ist beinahe immun gegenüber Strafe … seit den ersten Tagen der Republik wurde weniger als ein Dutzend Regierungsmitglieder angeklagt, und nur ein paar wenige obskure, niedere Knallchargen wurden ins Gefängnis geworfen. Die Zahl der Menschen, die in Atlanta und Leavenworth dafür einsitzen, gegen die Erpressungen der Regierung revoltiert zu haben, ist zehnmal so groß wie die Zahl an Regierungsbeamten, die wegen Unterdrückung der Steuerzahler zum eigenen Vorteil verurteilt wurden. Die Regierung von heute ist zu stark geworden, als daß man sie noch als sicher bezeichnen könnte. Es gibt keine Bürger mehr in der Welt; nur noch Subjekte. Sie arbeiten tagtäglich für ihre Herrscher; sie stehen auf Abruf bereit, für ihre Meister zu sterben … irgendeines strahlenden Tages, eine oder zwei geologische Epochen in der Zukunft, werden sie ans Ende ihrer Geduld kommen.“ (aus: „American Mercury“, Februar 1925. Mencken, „Chrestomathy“, S.146-48

Und damit dieser Beitrag nicht wieder zu lang wird, möchte ich es dabei auch schon belassen. Allein die sogenannte „Euro-Rettung“ im Zuge der „Griechenland-Krise“ verschlang Milliarden deutscher Steuergelder. Ohne daß die Steuerwollepflücker jemals gefragt worden wären, ob sie dem überhaupt zustimmen. Dasselbe gilt für die kurzerhand einfach verhängte „Energiewende“, die Lebenshaltungskosten ebenfalls ansteigen ließ. Was die „Euro-Rettung“ (lies: Bankerboni-Einfettung) betrifft, wurde diese den Deutschen zum einen durch Hirnwaschmittel wie „Gemeinsame Verantwortung für ein starkes Europa“ verkauft, zum anderen dadurch, daß mit zunehmendem bürgerlichen Unwohlsein angesichts der exorbitanten Kosten der herrschende Politpuff seine journalistischen Fußtruppen losschickte, die Deutschen doch bitte regelmäßig an ihre „Verantwortung für zwei Weltkriege“ zu gemahnen, die Europa ins Elend gestürzt hätten – wobei nicht zufällig der historiographisch bereits widerlegte Alleinschuldmythos bedient wurde. Eine ganz andere Frage ist freilich, was die heutige Generation mit Kriegen zu tun haben soll, die viele, viele Jahrzehnte zurückliegen. Das ist so, als drohe einem ein Dieb mit vorgehaltener Waffe, doch bitte das Portemonnaie leerzuräumen – mit der Begründung „Naja, weil … Kain Abel erschlug!“.

Mir ist klar, daß die hier lediglich angerissene Problematik weitaus komplexer ist, als in einem einfachen Blogbeitrag erklärt werden könnte. Angefangen vom Gesundheitssystem über die gesetzlichen Krankenkassen über die Arbeitslosen- und Rentenversicherungssysteme bis hin zu welchen „Solidarbeiträgen“ auch immer. Die Zeitungsmeldungen der letzten paar Jahre sprechen diesbezüglich allerdings Bände: Nicht umsonst fallen regelmäßig die Kosten für diverse Regierungsprogramme zur Herstellung „Sozialer Gerechtigkeit“ meistens „höher aus als bisher gedacht“. Und daran wird sich in Zukunft auch nicht viel ändern, es sei denn, der Steuerplantagenlöhner bittet nachdrücklich darum. Fakt ist allerdings, daß der bisherige, aufgeblähte, ausufernde „Wohl- und Kriegsfahrtsstaat“, wie Murray Rothbard ihn einst nannte, in der Vergangenheit in schöner Regelmäßigkeit im Bankrott endete. Die Geschichte allein des Zwanzigsten Jahrhunderts ist nicht umsonst voll von Staatspleiten.

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