Corona-Chao™: Ist die Lösung™ etwa die von Freimaurer Aldous Huxley angekündigte „Wissenschaftliche Diktatur“? Ich frage für einen zufallstheoretischen Freund.

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Quelle: Corona-Krise: Leben wir jetzt in einer Expertokratie? – Cashkurs.com | Unabhängige News aus Wirtschaft, Finanzen und Politik

Bevor ich mir die Mühe umständlicher Erklärungen mache, lasse ich lieber wieder einen Auszug aus einem Buch sprechen. Das Exzerpt bedarf keines weiteren Kommentars. Es spricht – gerade angesichts der aktuellen Entwicklungen – völlig für sich selbst.


„Darüber hinaus war die Bacon’sche Tradition selbst mehr als nur wissenschaftliche Forschung. Es wimmelte in ihr von derjenigen Geheimhaltung und demjenigen Elitismus, der beiden Verschwörungen innewohnte. Sir Francis Bacon war Mitglied einer Geheimgesellschaft namens „The Order of the Helmet“ (Howard, 74). Der Name der Organisation bezog sich auf Pallas Athene, die griechische Göttin der Weisheit, die Helm tragend porträtiert wurde (Howard, 74). Auch wenn er von der orthodoxen akademischen Welt als Erneuerer angesehen wurde, drehten sich Bacons Studien überwiegend um Okkultismus. In seiner Jugend war Bacon „ein Student hermetischer, gnostischer und neo-platonistischer Philosophie und hatte außerdem die Kabbala studiert“ (Howard, 74).

Angeblich war Bacon auch Großmeister des geheimen Rosenkreuzer-Ordens (Howard, 74). Die Rosenkreuzer waren eng verknüpft mit der Freimaurerei (Howard, 50). Tatsächlich benennt ein im Jahre 1638 geschriebenes rosenkreuzerisches Gedicht die engen Verbindungen der Organisation zur Loge (Howard, 50). Darin heißt es: „Denn was wir weitergeben, ist nicht der Menge Kind, da wir Brüder des Rosenkreuzes sind, des Maurers Wort und zweite Sicht wir tragen, kommende Dinge können wir richtig voraussagen …“ (zitiert nach Howard, 50) [freie, sinngemäße Übersetzung durch den deutschen Herausgeber. Im englischen Original heißt es: „For what we pessage is not in grosse, for we brethren of the Rosie Crosse, we have the Mason’s Word and second sight, things to come we can foretell aright …“]. Mit anderen Worten kannten Rosenkreuzer die „inneren Geheimnisse der Freimaurerei und besaßen die psychische Fähigkeit, die Zukunft vorherzusagen“ (Howard, 50).

1627 veröffentlichte Bacon einen Roman mit dem Titel The New Atlantis (Howard, 74). Die Seiten in Bacons Buch waren geschmückt mit freimaurerischen Symbolen wie z.B. „dem Kompaß und Zirkel, den beiden Säulen von Salomons Tempel, dem flammenden Dreieck sowie dem Augen Gottes, die seine Verbindung mit den Geheimgesellschaften anzeigten, die seine utopischen Konzepte unterstützten“ (Howard, 75). Der Roman „beschreibt die Schaffung der unsichtbaren, höheren Schule, die in rosenkreuzerischen Schriften verfochten wird“ (Howard, 74). Dieser rosenkreuzerische Auftrag für eine „unsichbare Hochschule“ wurde mit Gründung der Royal Society im Jahre 1660 umgesetzt (Howard, 57).

Autor Frank Fischer liefert eine höchst aufschlußreiche Beschreibung von Bacons „utopischen Konzepten“:

„Für Bacon war das bestimmende Element der Geschichte der rasante Aufstieg und das Wachstum von Wissenschaft und Technologie. Wo Plato die Vision einer Gesellschaft hatte, die von Philosophenkönigen regiert wird, Menschen, die fähig wären, die »Formen« sozialer Gerechtigkeit wahrzunehmen, strebte Bacon nach einer technischen Elite, die im Namen von Effizienz und technischer Ordnung herrscht. Bacons Absicht in The New Atlantis war es fürwahr, den Philosophen durch den forschenden Wissenschaftler als Herrscher der utopischen Zukunft zu ersetzen; das neue Atlantis war eine rein technokratische Gesellschaft.“ (66-67)

Eine technokratische Gesellschaft oder Technokratie kann wie folgt definiert werden:

„In klassischen politischen Begriffen bezieht sich eine Technokratie auf ein Regierungssystem, in dem technisch ausgebildete Experten aufgrund ihres spezialisierten Wissens regieren sowie ihrer Position in dominanten politischen und ökonomischen Institutionen.“ (Fischer 17)

Auch Oxford-Professor Carroll Quigley schrieb über die Diktatur der „Experten“ und wies darauf hin, daß in ihr eine kognitive Elite „den demokratischen Wähler als Kontrollinstanz des politischen Systems ablösen wird“ (Quigley, 866). Über eine solche Demokratie der „Experten“ schrieb Freimaurer H.G. Wells:

„Die politische Organisation der Welt wird demokratisch sein, was bedeutet, die Regierung sowie die Leitung der Angelegenheiten wird in unmittelbarer Verbindung zum allgemeinen Denken der gebildeten Gesamtbevölkerung stehen und auf sie reagieren.“ (26)

Der Literaturkritiker und Autor W. Warren Wagar schreibt zu dieser Aussage:

„Lesen sie sorgfältig. Er sagte nicht, die Weltregierung würde von den Leuten gewählt, oder daß sie auf diese reagieren würde – nur auf die, die »gebildet« sind.“ (Wagar, The Open Conspiracy: H.G. Wells on World Revolution (26) [„Die offene Verschwörung: Was H.G. Wells zur Weltrevolution sagt“, Anm. d. Übersetzers].

Bacons utopische Vision – eine technokratische Weltregierung, beherrscht von „Experten“, vor allem Wissenschaftlern – war eine „wissenschaftliche Diktatur“. Es gibt Beweise, die nahelegen, daß diese elitistische Vision in der Royal Society fortgeführt wurde. Darwins Großvater mütterlicherseits, Josiah Wedgwood, war „einer der Technokraten im elitären Industriellenzirkel Birminghams, der »Lunar Society«“ (Desmond und Moore, 7). Dieser Elitenzirkel aus Technokraten war von 1764 bis 1800 aktiv, und sein hervorstechender Einfluß „dauerte noch lange danach unter dem Banner der Royal Society an“ (Taylor, 55). Die Royal Society sollte den elitistischen Charakter ihres Vorläufers beibehalten. Mitgliedschaft in der Organisation wurde „größtenteils als Privileg einer reichen, gut vernetzten wissenschaftlichen Elite“ betrachtet (Desmond und Moore, 279).

Der technokratische Charakter der Royal Society läßt sich am besten durch die von ihr aufs Energischste vertretene „Wissenschaft“ illustrieren: den Darwinismus. Ein zentrales Merkmal von Darwins Evolutionstheorie ist die natürliche Selektion. Ian Taylor fällt auf, daß „die politische Doktrin, die von der natürlichen Selektion nahegelegt wird, eine elitistische ist und das abgeleitete Prinzip – Haeckel zufolge – »aristokratisch im strengsten Wortsinne.«“ (411)“

aus: Phillip Darrell Collins, Paul David Collins, „Der Aufstieg der wissenschaftlichen Diktatur. Eine Untersuchung epistemischer Autokratie vom 19. bis zum 21. Jahrhundert“. Aus dem Englischen und herausgegeben von Axel B.C. Krauss.


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