Die USA geben Israel grünes Licht – LewRockwell

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Kaum jemand bemerkte es. Die Trump-Administration änderte stillschweigend ihre lange bezogene Position hinsichtlich Syriens strategischer Golanhöhen, während die Aufmerksamkeit auf den dröhnenden politischen Karneval in Washington fokussiert wurde. Obwohl kaum zur Kenntnis genommen, war der Politikwechsel von ernormer Wichtigkeit und wird die Vereinigten Staat in eine Menge künftigen Elends im Mittleren Osten führen. 

Quelle: The US Gives Israel a Green Light – LewRockwell

Die Golanhöhen sind ein vulkanisches Plateau an der Grenze zwischen Syrien, Israel, Jordanien und dem Libanon. Das Plateau erhebt sich abrupt aus der galiläischen Ebene und bietet somit Dominanz über die gesamte Region.  Im Norden wächst der Berg Hermon in ca. 2.8 Kilometer Höhe hinauf; die Hochebene flacht an ihrer äußersten südlichen Grenze ab.

Die Golanhöhen liefern das Quellwasser des Jordan und 15-20% des israelischen Wassers aus ihrem schneebedeckten Norden. Israelische Artillerie auf den Golanhöhen kann Damaskus und den dortigen Flughafen erreichen. Elektronische Überwachungssysteme auf den Golanhöhen spähen ins südliche Syrien hinein, fangen alle Kommunikation ab und spüren Truppenbewegungen auf. 

Das Plateau ist recht faszinierend. Ich habe den größten Teil seines israelischen Teils abgelaufen und beobachtete eingebunkerte Panzer, Artillereie und kleine Festungen, umgeben von Anti-Panzer-Gräben. Ausgebrannte Wracks syrischer Panzer und Waffen bedecken die Landschaft. Ich lief auch die syrische Seite ab und erforschte die zerstörte syrische Stadt Kuneitra, die von den Israelis im Jahre 1967 eingeebnet wurde. 

Israel beschlagnahmte die Golanhöhen 1967 während des arabisch-israelischen Krieges und annektierte das Plateau 1981. Fast die gesamte arabische Population wurde von den Israelis vertrieben. Die UN und die USA verlangten, daß Israel die Golanhöhen an den rechtmäßigen Eigentümer Syrien zurückgibt. Nach 1981 verfrachtete Israel über 20.000 Siedler dorthin, um seine Kontrolle der strategischen Anhöhe und seiner Wasserquellen zu zementieren. 

Während des arabisch-israelischen Krieges im Jahre 1973 standen syrische Kräfte kurz davor, die israelischen von den Golanhöhen zu vertreiben. Beide Seiten erlitten schwere Verluste. Aus nach wie vor unbekannten Gründen blieb die bewaffnete syrische Offensive abrupt stehen, als sie das westliche Ende des Plateaus erreichte, von dem aus man den Norden Israels überblicken kann. 

Soweit mir bekannt ist, entdeckten sowjetische Aufklärungssatelliten, daß Israel seine Atombomben und Raketen aus ihren Schutzhöhlen holten. Moskau warnte seinen syrischen Verbündeten, daß man einen atomaren Angriff durch Israel riskiere, sofern der Vormarsch der Truppen kurz vor Erreichen des taktischen Erfolgs nicht gestoppt würde. Dies erlaubte Israel, genug bewaffnete Reservedivisionen zu mobilisieren, um einen erfolgreichen Gegenangriff zu starten und Syrien von den Höhen zu vertreiben. 

Soweit mir bekannt ist, entdeckten sowjetische Aufklärungssatelliten, wie Israel seine Atombomben und Raketen aus ihren Schutzhöhlen holten. Moskau warnte seinen syrischen Verbündeten, man riskiere einen israelischen Nuklearangriff, sofern der Vormarsch der Truppen nicht gestoppt würde; also endete die syrische Offensive kurz vor Erreichen eines taktischen Erfolgs. Dies erlaubte Israel, genug bewaffnete Reservedivisionen zu mobilisieren, um einen erfolgreichen Gegenangriff zu starten und Syrien von den Höhen zu vertreiben. 

Seit 1973 lautete Amerikas Politik, von Israel die Abtretung der Golanhöhen zu fordern, während man im Stillen steuerlich absetzbare US-Finanzmittel erlaubte, um die jüdischen Siedlungen auf dem Plateau auszuweiten. Berichten zufolge bot Israel sogar an, die Golanhöhen zurückzugeben im Austausch für einen Friedensvertrag mit Syrien, aber die geheimen Bedingungen des Vertrages waren für Damaskus zu drückend. 

Die Trump-Regierung änderte abrupt die Mittelost-Politik der USA. Erst kündigte man an, die US-Botschaft würde von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt, was bedeutet, daß man die Idee eines palästinensischen Staates mit einer Hauptstadt in der Altstadt Jerusalems ablehnte. Nun hat das Weiße Haus stillschweigend die permanente israelische Kontrolle der Golanhöhen akzeptiert, obwohl das gegen internationale Gesetze sowie US-Politik der Vergangenheit verstößt. 

Es ist klar, daß die US-Mittelostpolitik sich im eisernen Griff der Neocons befindet, die mit Israels expansionistischen Parteien der extremen Rechten verbündeten sind. Es ist tatsächlich unmöglich, irgendeinen Unterschied zwischen der Politik des Anführers des harten rechten Flügels, Benjamin Netanjahu, und Präsident Donald Trump zu erkennen. Sie sind an der Hüfte miteinander verwachsen. Eine Clique aus pro-israelischen Anwälten und Eigentumsentwicklern aus New York haben die Mittelostpolitik vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. 

Noch wichtiger: Der Wechsel in der US-Golanpolitik bedeutet, daß Trump & Co. einer weiteren territorialen Expansion Israels grünes Licht geben. Nun, da Washington – das Russlands weitaus berechtigtere Annexion der Krim bejammert – der illegalen Beschlagnahmung der Golanhöhen zustimmte – was kommt als Nächstes? Vermutlich werden weitere Stücke aus Syrien herausgebissen, eventuell gibt es eine Invasion des Libanon sowie eine Konfiszierung seiner Wasserressourcen. 

Saudi-Arabien und seinen kleinen Verbündeten, den Vereinigten Arabischen Emiraten, wurde von Washington bereits grünes Licht gegeben, Festungen im Jemen und entlang der strategischen Küste des Roten Meeres zu errichten. Das ist die „Friedens“-Vereinbarung für den Mittleren Osten, die Trump als Kandidat versprach; eine zunehmend engere Allianz mit den reaktionärsten Staaten des Mittleren Ostens, vor allem dem mörderischen saudischen Regime. Kein gutes Omen für die Vereinigten Staaten. 

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