Ein Aufruf zum Abbau der Spannungen zwischen den nuklearen Supermächten – Consortiumnews

Vor dem Hintergrund des bevorstehenden ersten Treffens Donald Trumps mit Vladimir Putin am 16. Juli, rufen prominenten Akademiker, Journalisten, Politiker und Aktivisten zu einem Abbau der gefährlichen Spannungen zwischen den beiden Atommächten auf. Ein Offener Brief: Gemeinsame Grundlage für sichere Wahlen und echte nationale Sicherheit.

Quelle: A Call to Ease Tensions Between the Nuclear Superpowers – Consortiumnews

Übersetzung aus dem Englischen durch Axel B.C. Krauss

„Ein Offener Brief: Gemeinsame Grundlage für sichere Wahlen und echte nationale Sicherheit

 

Viele Amerikaner sind immer noch tief besorgt wegen der Berichte über russische Einmischung in den Wahlkampf von 2016. Unterdessen befinden sich die Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland an ihrem tiefsten und gefährlichsten Punkt seit vielen Jahrzehnten. Zum Wohle der Demokratie daheim sowie echter nationaler Sicherheit müssen wir eine gemeinsame Grundlage finden, um gemeinsame Interessen abzusichern – und Schritte unternehmen, die Landeswahlen zu schützen sowie Krieg zwischen den beiden nuklearen Supermächten zu verhindern.

 

Wie die Wahrheit hinter den verschiedenen Vorwürfen, Russland hätte sich in die Wahl eingemischt, auch immer aussehen mag, sollte es keinen Zweifel daran geben, daß die digitale Infrakstruktur Amerikas für den Wahlgang dringend geschützt werden muß. Es bleibt eine übergeordnete Tatsache, daß das System verwundbar ist durch potenzielle Hacker, egal, von wo aus sie operieren. Lösungen werden eine viel höhere Sicherheitsstufe benötigen, angefangen von Aufzeichnungen zur Wählerregistrierung bis zur Tabellarisierung von Wahlgängen durch überprüfbare Unterlagen in Papierform. Als Nation müssen wir unser Wahlsystem gegen unrechtmäßiges Eindringen verstärken, ebenso wie gegen offizielle Maßnahmen zur Unterdrückung von Wählern.

 

Gleichzeitig zeigen die Regierungen der USA und Russlands zahlreiche Zeichen für einen Kollisionskurs. Diplomatie ist Feindseligkeit und gegenseitigen diplomatischen Ausweisungen gewichen, zusammen mit dutzenden militärischen Beinahe-Zusammenstößen in Syrien und in den Himmeln über Europa. Beide Seiten wetteifern mit großen Programmen zur Entwicklung neuer Waffensysteme. Im Gegensatz zu früheren Zeiten gibt es heute ein alarmierendes Defizit in den Standardprozeduren, die bewaffneten Kräfte beider Länder ausreichend miteinander kommunizieren zu lassen, um eine Eskalation zu verhindern, die zu einem konventionellen oder sogar nuklearen Angriff führen könnte. Diese Spannungen schwären zwischen zwei Ländern, die über große Mengen an Atomwaffen verfügen und die buchstäblich nur eine Haaresbreite davon entfernt sind, entfesselt zu werden; dennoch ignorieren die gegenwärtigen, parteiischen Blickfixierungen Washingtons die Gefahren für die globale Stabilität und somit letztendlich das Überleben der Menschheit.

 

Die Vereinigten Staaten sollten einen entschiedenen Politikwechsel hin zu einer Annäherung Richtung Russland unternehmen. Kein politischer Vorteil, ob real oder imaginiert, könnte die Konsequenzen ausgleichen, sollte auch nur ein Teil der amerikanischen und russischen Arsenale in einem thermonuklearen Schlagabtausch verwendet werden. Die stillschweigende Annahme, die Verschlechterung der Beziehungen zwischen den USA und Russland würde die Überlebenschancen der nächsten Generationen nicht mindern, ist zutiefst falsch. Konkrete Schritte können und müssen unternommen werden, um die Spannungen zwischen den nuklearen Supermächten abzubauen.

 

Andrew Bacevich, Professor Emeritus, Boston University

 

Phyllis Bennis, Fellow, Institute for Policy Studies

 

Noam Chomsky, Professor, Author, and Activist

 

Stephen F. Cohen, Professor Emeritus of Russian Studies and Politics, NYU and Princeton University, and Board Member, American Committee for East-West Accord

 

John Dean, Former Nixon White House Counsel

 

Phil Donahue, Journalist and Talk-Show Pioneer

 

Thomas Drake, Former NSA Senior Executive and Whistle-blower

 

Daniel Ellsberg, Activist, “Pentagon Papers” Whistle-blower, and Author of The Doomsday Machine: Confessions of a Nuclear War Planner

 

Jack Matlock, Former US Ambassador to the USSR and Board Member, American Committee for East-West Accord

 

Walter Mosley, Writer and Screenwriter

 

Viet Thanh Nguyen, Pulitzer Prize–Winning Novelist

 

Frances Fox Piven, Distinguished Professor Emeritus, CUNY Graduate School

 

Valerie Plame, Former Covert CIA Operations Officer and Author

 

Adolph Reed Jr., Professor of Political Science, University of Pennsylvania

 

Bill Richardson, Former Governor of New Mexico

 

Patricia Schroeder, Former Congresswoman

 

Norman Solomon, National Coordinator, RootsAction.org

 

Gloria Steinem, Writer and Feminist Organizer

 

Adlai Stevenson III, Former US Senator and Chairman, Adlai Stevenson Center on Democracy

 

Katrina vanden Heuvel, Editor and Publisher, The Nation

 

Alice Walker, Writer, Poet, and Activist

 

Jody Williams, Professor and Nobel Peace Prize Laureate

 

James Zogby, President, Arab American Institute“

Und jetzt zeige ich Ihnen meine Aluhut-Sammlung, doch zunächst der Schlüsselsatz dieses Aufrufs:

„… dennoch ignorieren die gegenwärtigen, parteiischen Blickfixierungen Washingtons die Gefahren für die globale Stabilität und somit letztendlich das Überleben der Menschheit.“

Kommt Ihnen der Aufruf zumindest an manchen Stellen nicht auch etwas überdramatisiert vor, melodramatisch, irgendwie leicht hysterisch? Wirkt das Ganze nicht etwas … wie soll ich sagen … überzogen, als ginge es darum, eine gewaltige Angstkulisse hochzuziehen? Freilich, man könnte mir jetzt entgegnen, die letzten paar Jahre hätten doch klar gezeigt, es gäbe eine Gefahr; die Konfrontation zwischen den USA und Russland sei doch evident; es sei also nicht nur eine „Angstkulisse“, sondern eine tatsächliche Bedrohung mit Kriegspotenzial.

Ja. Is‘ richtig. Stimmt alles.

Aber wenn man sich so lange mit geopolitischen Hintergründen befasst wie ich, neigt man dazu, Meldungen nicht sofort unbesehen zu glauben, sondern sich erstmal zu fragen, was evtl. noch dahinterstecken könnte. Ich hatte mich in einem anderen Beitrag bereits dazu geäußert, nämlich hier („Donald Trump – Putins bester Helfer“, ein Schmiertikel der „Welt“).

Es tut mir leid: ich kauf’s nicht. Irgendetwas sagt mir, daß es hier um etwas Anderes gehen könnte. Nämlich darum, durch ständige Angstmacherei und Panikschürerei den Leuten die „Notwendigkeit“ einer gemeinsamen Friedenszone „von San Francisco bis Wladiwostok“ schmackhafter zu machen, wie Templer, pardon, Freimaurer Kalergi sich einmal ausdrückte. Ja doch, irgendwie habe ich schon den Geruch dieser Synthese, dieser Lösung in der Nase. Vor allem, wenn man bedenkt, daß Trutin und Pump für dasselbe Team zu spielen scheinen.

Andererseits hatten die geisteskranken Machteliten dieses Planeten ja noch nie sonderlich große Probleme damit, Millionen über die Klinge springen zu lassen, wenn sie es für nötig hielten. Immer schön teilen und herrschen; immer schön gegeneinander aufwiegeln und ausspielen; immer schön Gift verspritzen, hinter verschlossenen Türen und in irgendwelchen Logen in Hochgrad-Sitzungen das „Schicksal“ von zahllosen nichtsahnenden, unschuldigen Menschen besiegeln. Ich hab’s satt. Ich hab’s so dermassen satt. Doch ich schweife ab.

Also, was mich an der Namensliste der Unterzeichner dieses Aufrufes irritiert, ist die simple Tatsache, daß sich auf ihr auch einige Unterschriften finden, die zu, na ich sage mal, „Assets“ gehören, Leuten, die auf der „Gehaltsliste“ stehen. Wie z.B. Gloria Steinem, die einmal selber zugab, von der CIA angeworben worden zu sein. Oder Adlai Stevenson III. Oder Norman Sol-Om-On von „RootsAction“ … oder Noam Chomsky, über den Dr. Coleman Interessantes zu berichten wußte (sofern es denn stimmt, das sei natürlich dahingestellt):

„Weitere wichtige Mitarbeiter im Kampf, die republikanische Regierungsform der USA umzustürzen, sind u.a.:

 

[…]

  • Noam Chomsky

 

[…]

Die oben Genannten waren und sind auch verbunden mit verschiedenen, angegliederten sozialistischen Organisationen, wie dem AFL-CIO International Affairs Department, dem Cambridge Institute for Contemporary Studies, dem Institute of Policy Studies, der Auto Workers Union und der International Ladies Garment Workers Union mit ihren weitreichenden Verbindungen zum fabianischen Sozialismus, d.h. zur Fabian Society.“

  • Dr. John Coleman, „Der Club of Rome – Die größte »Denkfabrik« der Neuen Weltordnung“, J.K. Fischer-Verlag, S. 45

Nun gut. Das ist alles nur eine zugebenermaßen sehr, sehr vage Spekulation. Es ist dürftig. Weshalb ich es auch dabei belassen und diesen Beitrag damit beenden werde. Ich möchte Sie nur um eines bitten: Glauben Sie lieber nicht sofort alles, nur weil irgendwelche „prominenten“ Namen darunter stehen. Gerade dann sollte man skeptisch bleiben. Ich werde den merkwürdigen Geruch dieses Aufrufes einfach nicht los.

 

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