Eine vollständige Geschichte von John McCains Rufen nach Kriegen rund um den Globus | Zero Hedge

“ McCain has encouraged the spread of death worldwide. The day he leaves congress will be a victory for the human race…“

Quelle: A Complete History Of John McCain Calling For War Around The World | Zero Hedge

Zu Beginn dieser Woche wurde beim notorischen Kriegstreiber und US-Senator John McCain Hirnkrebs diagnostiziert. Während linke und rechte Teile des Establishments ihr Bedauern ausdrücken, stellte Geopolitics Alert eine Liste von Gründen zusammen, warum wir auf McCain keinen Pifferling geben.

Die Liste enthält natürlich eine Zusammenstellung all der Gelegenheiten, bei denen McCain für US-geführte Interventionen rund um den Globus trommelte. Es ist offensichtlich eine lange Geschichte, deshalb hat Geopolitics Alert die größten Beispiele von Europa bis Asien rausgesucht. Wir beginnen mit den offenkundigen Kriegen. 

Afghanistan und der Irak

Offensichtlich stimmte jeder US-Senator (abgesehen von Barbara Lee aus Kalifornien) dafür, Präsident George W. Bush die Macht zu geben, in Afghanistan einzufallen – nach den Ereignissen vom 11. September. Jedenfalls war McCain nicht damit zufrieden, dort lediglich eine Invasion zu starten. Nein, er hatte bereits wenige Tage nach dem Einsturz der Türme andere Ziele im Sinn. 

Trotz McCains Behauptung im Jahre 2014, der „Irakkrieg hätte wahrscheinlich nicht stattgefunden“, hätte er die republikanischen Vorwahlen von 2000 und auch die Hauptwahlen gewonnen, erscheint diese Äußerung lächerlich. Am 12. September 2001 hatte McCain einen Auftritt bei MSNBC, bei dem er eine lange Liste von Ländern vorstellte, die seiner Ansicht nach einen „sicheren Hafen“ für Gruppen wie Al-Qaida darstellten. Diese Liste umschloss natürlich den Irak sowie einige andere Länder. 

Syrien

Ein weiteres Land auf dieser Liste von 2001 war (natürlich) Syrien. Nun hätte das Bush-Regime „dank“ des Versagens im Irak und der Enthüllung der diesem Krieg zugrunde liegenden Lügen vermutlich nie die Chance erhalten, mit der Destabilisierung von Ländern im Mittleren Osten fortzufahren. Aber McCain verlor seinen Hass auf Bashar Al-Assad nie aus den Augen. 

Kurz nachdem der Arabische Frühling in Syrien „ausbrach“, fanden McCain und sein Dauerpartner in puncto Kriegsverbrechen, Senator Lindsey Graham – schnell Kommunikationswege zur „syrischen Opposition“. Nur wenige Monate, nachdem die USA Proteste in Syrien begrüßten (und daran sogar ihren Botschafter teilnehmen ließen), begannen McCain und Graham, nach Waffenlieferungen für die „Free Syrian Army“ und andere „Rebellen“-Gruppen zu rufen. 

Libyen

McCains Plan für Syrien lief nie seinen Vorstellungen entsprechend, aber er hätte wissen müssen, daß sie nie ein positives Resultat gezeitigt hätten. Wenn McCain diesbezüglich schon nicht den Irak als abschreckendes Beispiel betrachten wollte, hätte er ein weiteres Beispiel der jüngeren Geschichte heranziehen können: die Nato-Intervention in Libyen. 

Weniger als ein Jahr, bevor McCain syrische Takfiris bewaffnen wollte, unterstützte er die Bombardements und Flugverbotszonen in Libyen. McCain sprach sich sogar für noch härtere Maßnahmen gegen das Land aus. Aus dem ein anarchisches Wildwesttheater wurde, das nun alle Arten von Schrecken beheimatet, angefangen vom Islamischen Staat bis zu einem neuen Sklavenhandel. 

West- und Zentralafrika

McCain ist außerdem ein Champion des „Krieges gegen den Terror“ in anderen Teilen Afrikas. Obwohl McCain Terroristen in einigen Ländern Afrikas nicht direkt unterstützte, rief er nach noch mehr US-Interventionen quer über den Schwarzen Kontinent. 

Diese Liste nennt Länder, die mit islamischen Aufständen zu kämpfen haben, wie z.B. Mali. McCain sprach sich außrdem für Pläne wie z.B. der „Entsendung von Spezialkräften“ aus, um Mädchen zu retten, die von Boko Haram in Nigeria entführt wurden sowie für eine Intervention im Sudan, wo er und seine Frau für geraume Zeit Geld investiert hatten. 

Iran

Ein weiteres Land auf der Liste der verhaßten Nationen, die ursprünglich von Bushs Vize-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz vorangetrieben wurde sowie auch von McCain, ist natürlich der Iran. 

Obwohl McCain immer sagte, „er bete“ dafür, daß es nie einen Krieg gegen den Iran geben würde, rief er ständig danach und machte sogar Witze über ein Bombardement des Landes, wenn er glaubt, die Stimmung sei entsprechend. Die Wahrheit ist, daß McCains Meinungen über den Iran dermassen feindselig sind, daß sogar neokonservative Vorzeige-Institutionen wie das „Cato Institut“ glauben, er wäre ein wenig zuviel Falke. 

Bosnien und der Kosovo

Aber McCain war nicht einfach damit zufrieden, salafistische Dschihadisten in den traditionellen „Theatern“ des Mittleren Ostens und Nordafrika zu unterstützen. Er stand außerdem hinter gewalttätigen Radikalen entlang der Grenzen Europas. Diese Entwicklung begann Mitte der 1990er Jahre, als McCain sich für Bill Clintons Krieg in Bosnien aussprach. 

Viele der Muslime, die nach Bosnien reisten, um den dortigen Mujahaddin beizutreten, schlossen sich in jüngerer Zeit Gruppen wie dem IS an. Und IS-Flaggen sieht man heute gelegentlich in den sunnitischen Gebieten Bosniens. McCain unterstützte Takfiri-Bewegungen dann immer noch, als er unlängst Russland beschuldigte, sich in lokale Angelegenheiten einzumischen – und schrie nach mehr US-Interventionen im Land. 

McCain traf ähnliche Entscheidungen, als er für US-Interventionen im Kosovo in den späten 90er Jahren warb. Im Kosovo-Konflikt unterstützte McCain die kosovarische Befreiungsarmee: eine genozidale dschihadistische Organisation mit Verbindungen zu Al-Qaida unter Osama Bin Laden. 

Ukraine

Glauben Sie bloß nicht, McCain unterstütze Dschihadisten lediglich in Osteuropa! Er sprach sich außerdem für die Nazis aus, die im fortdauernden Ukraine-Konflikt als Todesschwadronen für Kiew auftraten. 

Dies begann natürlich 2014, aber McCain fuhr damit fort, den Verbrechen Kiews in der Donbass-Region Unterstützung zuzusagen. Das ist natürlich alles Teil von McCains umfassenderer Absicht, Russland herauszufordern – das Land, von dem er glaubt, es kontrolliere die Separatisten in der Ostukraine. 

Russland

Die Geschichte von McCains Russlandhass reicht bis zum Kalten Krieg zurück. Wir werden hier nicht auf McCains Angst vor dem Kommunismus eingehen, die sich zu einer allgemeinen Russophobie entwickelte. Wir werden aber erwähnen, daß er nicht viele Entschuldigungen dafür hat, sich in Drohungen gegen Moskau zu verbeißen – und das für einen Zeitraum von 15-20 Jahren. 

Dies änderte sich 2008 mit dem Krieg in Südossetien zwischen Georgien und Russland. Während des Konfliktes waren McCains Forderungen, die USA „sollten unverzüglich ein Treffen der Nato einberufen, um über Georgiens Sicherheit zu beraten und Maßnahmen in Erwägung zu ziehen, die die Nato ergreifen kann, um zur Stabilisierung dieser hochgefährlichen Situation beizutragen“, die lautesten. 

Dasselbe Schauspiel wiederholte sich in der Ukraine im Jahre 2014, aber McCains übelste Kommentare fielen dieses Jahr. Direkt nachdem die US-Nachrichtendienste Russland beschuldigten, sich in die US-Wahl von 2016 eingemischt zu haben – ohne dafür jemals Beweise vorzulegen – war McCain der erste, der sagte, es handele sich um eine „Kriegshandlung“. 

Nordkorea

Auch die „Demokratische Volksrepublik Nordkorea“ befand früh im Fadenkreuz von McCains Wunschliste vom 12. September. Unlängst allerdings klatschte der neu erfundene „Widersacher Trumps“ dem Säbelrasseln des neuen Regimes Beifall. Indem er Trump dazu aufrief, die Atommacht anzugreifen. 

Bonus: China

China ist bei McCain eine Sache für sich, der in der Vergangenheit merkwürdig vage Drohungen gegen das Land aussprach. Wie zum Beispiel, „der Arabische Frühling kommt nach China“ – was auch immer das bedeuten mag. China mag also das nächste Ziel auf der Peripherie McCains gewesen sein, dem gegenüber er Feindseligkeiten bis zu seinem Tod schürte. Er forderte bspw. „Freiheit für Marine-Übungen“ und andere maritimes Training im südchinesischen Meer. 

Summa Summarum: Wenn Sie nächstes mal jemand fragt, warum es ihnen egal ist, daß McCains Uhr ausgelaufen ist, zeigen Sie ihm diesen Artikel. McCain förderte die Verbreitung des Todes – weltweit. Der Tag, an dem er den Kongress verließ, war ein Sieg für die Menschheit. 

Anmerkung meinerseits: Da der Artikel von Zero Hedge vor McCains Tod veröffentlicht wurde, habe ich einige Formulierungen in die Vergangenheitsform übertragen.  

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