Erwiderung auf Kirchiks Kindermärchen: Will Trump die pseudoliberale Weltordnung über Bande ins Tor der Global Governance spielen?

Erwiderung auf Kirchiks Kindermärchen: Will Trump die pseudoliberale Weltordnung über Bande ins Tor der Global Governance spielen?

Welche Absichten der amerikanische Präsident auch haben mag – seine Versuche, die Fundamente der internationalen Politik zu erschüttern, sind aussichtslos. Ein Gastbeitrag

Quelle: Trump will die Weltordnung zerstören – na und?

Was haben James Kirchik und ein Julian Reichelt gemeinsam? Beide sind geradezu fanatisch rückgratlose Mundstücke, wenn es um das Weiterschnäbeln vorgefertigten Propaganda-Phrasenstrohs an nichtsahnende Leser geht. Beide sind nicht mehr als Durchreichen für mentales Junkfood eines eigentlich längst hinfälligen, widerlegten und zunehmend brüchigen bzw. auseinanderbrechenden, weil historisch falschen Weltbildes – das die herrschenden Machteliten um jeden Preis aufrecht zu erhalten versuchen, weil es sie als noch brauchen. Als „Thesen“-Grundlage für eine dialektische Scheren- bzw. Zangenbewegung, um – regelmäßige Leser meines Blogs werden mir nun sicher vorwerfen, ich wiederhole mich oft, aber es ist leider nötig, da noch lange nicht jeder diese Hintergrundkenntnisse hat – die „Welt zu binden und zu führen„, wie einer ihrer Propagandameister, Edward Bernays, einmal ganz richtig schrieb. Oder in den Worten eines anderen ihrer Exponenten, des neben Jean Monnet wohl wichtigsten und bekanntesten Vordenkers der Errichtung der „Vereinigten Staaten von Europa“, den Eugeniker Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi, Gründer der „Paneuropa-Bewegung“:

„Die Vision eines größeren Europas, eines wahren Paneuropas – von Wladiwostok nach San Francisco – ist das Vermächtnis der alten Paneuropabewegung an die junge Generation.“

  • Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi, „Paneuropa 1922 bis 1966“, S. 103

Nun schauen Sie sich doch einmal an, wie eine solche „gemeinsame Zone“ aussähe. Nehmen Sie einen Globus und fahren Sie mit dem Finger von San Francisco bis Wladiwostok. Merken Sie was? Korrekt: die Linie führt einmal rund um die ganze Welt. Doch machen Sie sich keine Sorgen: Der Wunsch nach einer „Weltregierung“, einer „Global Governance„, wie zwei der bekanntesten deutschen Vortänzer der NWO, Angela Merkel und Dr. Wolfgang Schäuble, einmal sagten, ist nichts als „krudes Gedankengut“ …

Und um auch gleich klarzustellen, von wem der gute Herr Kalergi gefördert wurde, lassen wir ihn ruhig nochmal selber zu Wort kommen:

„Anfang 1924 erhielten wir einen Anruf von Baron Louis Rothschild: Einer seiner Freunde, Max Warburg aus Hamburg, hatte mein Buch gelesen und wollte uns kennenlernen. Zu meinem großen Erstaunen bot mir Warburg spontan sechzigtausend Goldmark an, zur Ankurbelung der Bewegung während der drei ersten Jahre.“

  • Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi, „Ein Leben für Europa. Meine Lebenserinnerungen“, Verlag Kiepenheuer & Witsch, Köln – Berlin 1966, S. 124/125.

Doch zurück zum verzweifelten Versuch Kirchiks, eine vermeintlich „liberale“ Weltordnung zu verteidigen, die in Wahrheit von einem ridigen Geldmonopol im Würgegriff gehalten wird, einem Falsch- bzw. Fiatgeld-Monopol, das von eben jener Handvoll Bankiersdynastien gemanaged wird, die auch einem Kalergi großzügige Unterstützung zukommen ließen. Einem Monopol, das mithilfe seiner Weltgenesungsarmee namens „Nato“ jedem Versuch, ihm zu entsagen, mit humanitärer Bombenstimmung einheizt.

Die zahlreichen Falschbehauptungenum nicht zu sagen: Geschichtsklitterungen Kirchiks einzeln fachgerecht zerlegen zu wollen, dazu müßte ich im Prinzip gleich wieder ein eigenes Buch schreiben. Denn worauf Kirchik sich in seinem Gastgeschmier für die „Trilaterale Allgemeine“ bezieht (Co-Herausgeber Klaus-Dieter Frankenberger ist Mitglied der von David Rockefeller und dem 2017 verstorbenen NWO-Meisterstrategen Zbigniew Brzezinski gegründeten „Trilateralen Kommission“, die, ebenso wie das CFR, längst auch einen europäischen Ableger hat, die „Trilaterale Kommission für Europa“), fußt auf geopolitischen und -ökonomischen Entwicklungen, die viele Jahrzehnte umspannen und deren organisatorische, konkreter: politische, finanzielle und auch logenkrämerische Ursprünge sich ohne den allergeringsten Spielraum für Zweifel nachweisen lassen.

Angefangen von der gewollten Etablierung der ursprünglich rein nationalen, also Landeswährung der Vereinigten Staaten, des Dollar, als sogenannte „Weltleit-“ bzw. „Reserve“-Währung mittels des Abkommens von Bretton Woods, die den für das Projekt namens „Neue Weltordnung“ federführenden Machteliten dank der ebenfalls von ihnen eingeführten Zentralbank „Neither Federal nor Reserves“ eine Finanzwaffe von globaler Schlagkraft an die Hand gab, da Entscheidungen des Fed-Chefs sich durch die Bindung der meisten Landeswährungen der Welt an den seit 1973 (Schließung des „Goldfensters“ bzw. Aufhebung der Golddeckung durch Puppenpräser Richard Nixon auf Anraten von Fed-Banker Paul Volcker) gänzlich ungedeckten und somit im Prinzip beliebig inflationierbaren Dollar fürderhin als weltweit wirksam (und auch gefürchtet) erwiesen; weiter über die Gründung der Nato als Vorstufe zur ursprünglich geplanten „Weltarmee“; über den Aufbau der „United Nations“ “(UN), ebenfalls ein Wunschprojekt dieser Eliten, u.a. gefördert von der Rockefeller-Dynastie; über globalistische Institutionen wie die BIZ („Bank für Internationalen Zahlungsausgleich“, im Englischen BIS, „Bank for International Settlements“), hochfinanzielle Koordinierungs-Leitstellen für globale Geldpolitik wie die G30 („Group of Thirty“, in der die Zentralbankchefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sitzen, auch der Chef der „People’s Bank of China“, also der chinesischen Zentralbank, Seit‘ an Seit‘ mit dem Gouverneur der englischen Zentralbank, „Bank of England“, der Fed oder der EZB), bis hin zur „WTO“, also der „Welthandelsorganisation“ – usw. usf.

Gar kein Grund zur Aufregung, sondern höchstens noch zur Belustigung bis hin zur vollständigen Austrocknung der Tränendrüsen ist Kirchiks Halluzinieren von einer „freien Presse“, die es schon seit ziemlich langer Zeit nicht mehr gibt. Bei solchen Gelegenheiten lasse ich immer wieder gerne John Swinton (*12.12.1829, † 15.12.1901) zu Wort kommen, einen Journalisten, Publizisten und Leitartikler der „New York Times“:

„So etwas gibt es bis zum heutigen Tage nicht in der Weltgeschichte, auch nicht in Amerika: eine unabhängige Presse. Sie wissen das, und ich weiß das. Es gibt hier nicht einen unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben. Und wenn er es täte, wüsste er vorher bereits, dass sie niemals im Druck erschiene. Ich werde wöchentlich dafür bezahlt, dass ich meine ehrliche Meinung aus dem Blatt, mit dem ich verbunden bin, heraushalte. Andere von Ihnen erhalten ähnliche Bezahlung für ähnliche Dinge, und wenn Sie so verrückt wären, Ihre ehrliche Meinung zu schreiben, würden Sie umgehend auf der Straße landen, um sich einen neuen Job zu suchen. Wenn ich mir erlaubte, meine ehrliche Meinung in einer der Papierausgaben erscheinen zu lassen, dann würde ich binnen 24 Stunden meine Beschäftigung verlieren. Das Geschäft der Journalisten ist, die Wahrheit zu zerstören, durchweg zu lügen, die Wahrheit zu pervertieren, sie zu morden, zu Füßen des Mammons zu legen und sein Land und die menschliche Rasse zu verkaufen zum Zweck des täglichen Broterwerbs. Sie wissen das, und ich weiß das, also was soll das verrückte Lobreden auf eine freie Presse? Wir sind Werkzeuge und Vasallen von reichen Männern hinter der Szene. Wir sind Marionetten. Sie ziehen die Strippen, und wir tanzen an den Strippen. Unsere Talente, unsere Möglichkeiten und unsere Leben stehen allesamt im Eigentum anderer Männer. Wir sind intellektuelle Prostituierte.“

  • John Swinton, 12. April 1883, bei einer Rede vor US-Pressevertretern im „Twilight Club“, New York, Übersetzung aus dem Englischen durch mich.

Wie gesagt: dies sagte er 1883. Traurig zu sehen, daß sich daran bis heute nicht nur nichts geändert hat, sondern die Situation – zumindest in den „Mainstream“-Medien – schlimmer ist als je zuvor. Das Ausmaß der Manipulationen und Auslassungen, der Verzerrungen und Einseitigkeiten, der Lücken und Lügen, der Geschichtsklitterungen und manchmal gar offenen Faktenfälschungen ist für halbwegs gut informierte, gebildete und aufmerksame Leser schlicht nicht mehr zu ertragen. Oder wie der deutsche Philosoph Peter Sloterdijk einmal ganz richtig sagte:

„Der Lügenäther ist so dicht wie seit den Tagen des Kalten Kriegs nicht mehr.“

Was nun die angebliche „wirtschaftliche Freiheit“ der USA betrifft, zitiere ich gerne US-Präsident und Banksterbüttel Woodrow Wilson (*1856, †1924):

„Seit ich Politiker bin, haben mir Männer ihre Ansichten hauptsächlich privat anvertraut. Einige der größten Männer in den USA auf dem Gebiet des Handels und der Industrie haben Angst vor jemandem, haben Angst vor irgendetwas. Sie wissen, daß es irgendwo eine Macht gibt, so organisiert, so geheimnisvoll und subtil, so wachsam, so vernetzt, so vollständig, so allgegenwärtig, daß sie besser nur im Flüsterton abfällig darüber sprechen. Sie wissen, daß Amerika nicht der Ort ist, von dem gesagt werden kann – wie das früher üblich war – hier könne ein Mann seinen eigenen Weg gehen und ihn so weit verfolgen, wie ihn seine Fähigkeiten tragen; denn heute existieren Organisationen, die, sollte er bestimmte Felder betreten, Mittel gegen ihn aufwenden werden, die ihn davon abhalten, ein Geschäft aufzuziehen, dessen Entstehung sie verhindern wollen; Organisationen, die dafür sorgen werden, daß ihm der Boden unter den Füßen weggezogen wird und die Märkte sich ihm verschließen. Denn sobald er an bestimmte Einzelhändler verkaufen wird, ja an alle Einzelhändler, wird das Monopol sich weigern, mit diesen Geschäfte zu machen, und diese Händler werden dann aus Angst die Waren des neuen Mannes nicht kaufen.“

  • Woodrow Wilson, „The New Freedom“, Kapitel 1: „The Old Order Changeth“.

Noch eins gefällig? Gar kein Problem:

„Eine große Industrienation wird von ihrem Kreditsystem kontrolliert. Unser Kreditsystem befindet sich in privaten Händen. Das Wachstum der Nation und sämtliche unserer Aktivitäten liegen daher in den Händen weniger Männer […] Wir wurden zu einer der am schlechtesten geführten, einer der am vollständigsten kontrollierten und dominierten Regierungen der zivilisierten Welt – nicht länger eine Regierung der freien Meinung, nicht länger einer der Überzeugungen und der Stimme der Mehrheit, sondern eine der Meinung von und Nötigung durch kleine Gruppe dominanter Menschen.“

  • Woodrow Wilson, „The New Freedom: A Call for the Emancipation of the Generous Energies of a People“, New York and Garden City: Doubleday, Page & Company, 1913

Es geht bei Kirchik munter weiter über eine – tut mir leid, aber anders kann ich das nicht mehr beschreiben – schier geisteskranke Dämonisierung Russlands und Putins, von dem man selbstverständlich nicht viel halten muß; die Art und Weise jedoch, in der Kirchik Stimmung gegen das Land macht, erscheint gerade im Kontext seiner politischen Nähe zu den „War Hawks“, also den Kriegshetzern und -treibern der Neocons, in einem anderen, will sagen viel zweckgebunderen Licht, als er selbst zuzugeben bereit ist. Welch Wunder. Eines der ehemaligen Mitglieder der Neocons, der Historiker Francis Fukuyama, der die Redewendung vom „Ende der Geschichte“ nach dem vermeintlichen Untergang der Sowjetunion (lies: Übergang zur E-UdSSR sowie fortschreitende globale „Integration“ dank neuer, finanziell und waffenlogistisch ebenfalls künstlich genährter Nutzfeinde wie dem „Internationalen Terrorismus“) prägte, sagte einmal über seine ehemaligen Waffenbrüder im Geiste, ihre Weltanschauung sei ihm zu „leninistisch“. Wie wahr, wie wahr. Die Jungs folgen einem Weltgenesungsfundamentalismus, den man ansonsten nur von flammenden Dschihadisten kennt. Vielleicht wurden letztere von ersteren ja deshalb mit vielen Hunderten Millionen Dollar amerikanischer Steuergelder und großzügigen Waffenlieferungen ausstaffiert.

In einem Punkt jedoch gebe ich James Kirchik absolut Recht: Nämlich wenn er behauptet, das nach meinem Dafürhalten antithetische Chao-Gebaren des Machteliten-Insiders Donald Trump, der sicher nicht aus einer bloßen Laune bei einer morgendlichen Defäkation heraus lauter Goldman Sachs-Banker und andere Mitglieder der von ihm angeblich „in Panik versetzten“ Elite in seinen engsten Beraterstab holte, könne dieser „liberalen“ Weltordnung nichts anhaben. Natürlich nicht. Zumindest nicht langfristig. Rührt er den ganzen nützlichen Trubel doch höchstwahrscheinlich nur zu dem Zweck auf, mehr vom Selben verkaufen zu können, also eine noch viel mehr als bislang „integrierte“ globale bzw. globalistische Ordnung.

Um ein eventuell aufkeimendes Mißverständnis auszuräumen: Ich will hier nicht mit aller Macht die existierende Wirtschaftsordnung und den durch sie erzeugten, von Kirchik zurecht als „historisch beispiellos“ bezeichneten Wohlstand für Abermillionen Menschen schlechtreden. Dies wäre töricht. Die entscheidende Erkenntnis ist doch aber, daß ohne die real existierende monopolistische Kontrolle über das Geld ein noch viel höheres Lebensniveau erreicht werden könnte als bislang; daß es ohne die Möglichkeit, Geld zu inflationieren, also zu entwerten oder, wie der libertäre Privatgelehrte und Publizist Roland Baader einmal schrieb, ohne die „Gottspieler“ des Geldes noch viel mehr Menschen besser gehen könnte als bislang. Auch über diese Tatsache aber schweigt sich Kirchik aus.

Ach übrigens, als kleines Schmankerl zum Schluß: James Kirchik ist derjenige überaus symphatische Zeitgenosse, der sich nach den Enthüllungen Bradley bzw. Chelsea Mannings über von US-Soldaten verübte Gräueltaten in einem Artikel für die „Daily News“ nicht entblödete, dem Delinquenten zu bescheinigen, dieser sei „lucky not to be headed to the electric chair“, könne also froh sein, „nicht zum elektrischen Stuhl geführt zu werden.“ (sic!)

Scheint ja’n richtig liberales Kerlchen zu sein.

 

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