Facebook-Zensur, Mad Ben Nimmo und das Atlantic Council – Craig Murray

Facebook has deleted all of my posts from July 2017 to last week because I am, apparently, a Russian Bot. For a while I could not add any new posts either, but we recently found a way around that, at

Quelle: Facebook Censorship, Mad Ben Nimmo and the Atlantic Council – Craig Murray

Blogeintrag von Craig Murray vom 28. August 2018. Übersetzung durch Axel B.C. Krauss.

Facebook hat sämtliche meiner Beiträge von Juli 2017 bis letzte Woche gelöscht, weil ich offensichtlich ein russischer Bot bin. Für geraume Zeit konnte ich auch keine neuen Postings hinzufügen, aber kürzlich fanden wir einen Weg, dies zu umgehen, zumindest vorläufig. Falls nun jemand fragen möchte „Na und?“, würde ich darauf hinweisen, daß über zwei Drittel der Besucher meiner Website durch die Verlinkungen meiner Artikel auf Facebook und Twitter darauf aufmerksam werden. Kanäle der Sozialen Medien wie dieser Blog, die eine Alternative zur Propaganda der Mainstreampresse bieten, hängen von der Gnade der Gatekeeper dieser Konzerne ab. 

Facebooks Eintauchen in die Welt der Zensur ist öffentlich und wurde auch zugegeben, ebenso wie die Tatsache, daß diese für Facebook vom Atlantik Council betrieben wird – der extremen Neocon-Gruppe, die von der NATO finanziert wird und deren Führungsgremium Serien-Kriegsverbrecher wie Henry Kissinger, die ehemaligen CIA-Chefs Michael Hayden und Michael Morrell sowie George Bushs Chef der Homeland Security, Michael Chertoff einschließt – neben einer Liste anderer Horrorgestalten.

Das Team ist schlimmer als das Direktorium. Ihr führender Experte zum Aufspüren russischer Bots ist ein besessener Wahnsinniger namens Ben Nimmo, dessen fragiles Verhältnis zur Realität dadurch vollständig zerbrochen wurde, zum General der Internet-Hexenjagden befördert worden zu sein. Nimmo, der den Titel „Senior Fellow for Information Defense at the Atlantic Council’s Digital Forensic Research Lab“ trägt [„Chef der Informationsverteidigung im digitalen Forensik-Labor des Atlantic Council“, Anm. d. Übersetzers], ist die erste Adresse, wenn es um die Diffamierung und Verleumdung bürgerlicher Journalisten durch das Establishment geht, und ebenso wie bei Joseph McCarthy oder Matthew Clarke wird die Gesellschaft eines Tages ihr Gleichgewicht in ausreichendem Maße wiederfinden, wenn allgemein anerkannt wird, daß diese Art des Hexenjagd-Nonsens nicht nur eine Verirrung war, sondern eine Manifestation des Bösen, das zu bekämpfen sie behauptete. 

Es gibt keine Agenda des Establishments, der Nimmo nicht beispringen würde, indem er ihre Gegner als Bots bezeichnet. Dieser Artikel aus dem „Herald“, erschienen vor zwei Tagen, zeigt, wie Nimmo das „geheime Netz“ schottischer Nationalisten-Bots enthüllt, die das Internet „dominieren“ – wobei er auch noch die Dreistigkeit besaß, das Stitch-Up von Alex Salmond infrage zu stellen. 

Nimmos Beweis? 2000 Leute hatten den Hashtag #Dissolvetheunion in einer Gesamtheit von 10.000 Tweets innerhalb einer Woche verwendet. Das sind durchschnittlich fünf Tweets pro Person. In einer Woche. Offensichtlich ein „Bot-Plot“, hm? 

Als Bens große Enthüllung für den Herald breitflächig belächelt wurde, legte er nochmal nach, indem er seine Beweise offenlegte – eine Liste der Top Ten-Bots, die er in seinen Nachforschungen entdeckt zu haben meinte. Allerdings sind diese fast alle – was ich mit Gewißheit sagen kann – keine Bots, sondern Menschen. Aber jammern Sie bitte nicht ob Bens fantastischer forensischer Fertigkeiten, wegen derer die NATO und die CIA das Atlantic Council finanzieren. Bens Hauptverdächtiger Nr. 1 war definitiv ein Bot. Er hatte den bösen Oberboss dingfest gemacht. Er hatte seine Identität enthüllt – trotz dessen raffinierter Tarnung. Diese Tarnung war sein Name, IsthisABOT, und sein Profil, auf dem er sich selbst als Bot für Retweets bezüglich Unabhängigkeit bezeichnete. Man sollte Gott für Ben Nimmo danken, sonst hätte niemand diesen bösen, wahrscheinlich vom Kreml ausgebrüteten Plan durchschaut. 

Kein Wunder, daß das Atlantic Council Nimmo und sein Team als „Digitale Sherlocks“ bewarb. 

Nimmos Trefferquote ist schlicht haarsträubend. In diesem Bericht für die Website des Atlantic Council identifizierte er den britischen Pensionär @Ian56789 fälschlicherweise als „russische Trollfarm“, was dazu führte, daß Ian von der englischen Regierung als solche gelistet wurde – sowie zum wohl surrealsten Sky News-Interview aller Zeiten. Noch erstaunlicher ist wohl, daß Nimmo nach dem Gebrauch der Phrase „Cui Bono?“ in Bezug auf den Fall Skripal sowie die gefakten Chemie-Angriffe in Douma sucht. Nimmo definiert die Verwendung der Phrase „Cui Bono?“ als Beweis für die Existenz von pro-Kreml- und pro-Assad-Bots – kein Scherz, das tut er wirklich. Die meisten Leuten würden diese Phrase wohl eher weitaus mehr Sinn und Verstand zugestehen, als Nimmo an den Tag legt. 

Zumindest ist offensichtlich, wer von Nimmos Hexenjagden profitiert – die großen, von NATO und CIA vollgestopften Taschen von Ben Nimmo selbst. Das Facebook diesem  nach Strich und Faden diskreditierten, neokonservativen Scharlatan erlaubt, seinen Zensurbedürfnissen nachzugehen, sollte angesichts von Facebooks wichtiger Rolle im Sozialen Medienverkehr jedermann beunruhigen. Die Freiheit des Internet steht unter Feuer. 

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