Freie Berichterstattung soll mit einer Kasse erschlagen werden – „Neues“ aus der EUdSSR

Wer künftig in Brüssel über die Treffen des Europäischen Rats berichten will, muss zweimal im Jahr zur Sicherheitsüberprüfung. Die kostet. Journalistenverbände sind empört.

Quelle: EU-Korrespondenten werden zur Kasse gebeten

Manchmal gibt es  – zum Glück! – Meldungen, die längere Kommentare überflüssig machen. Außerdem muß man ja auch nicht immer ausführliche Artikel zusammentippseln, die heutige Online-Lesegewohnheiten meistens eh nur über Gebühr strapazieren. So wie in diesem Fall. Also der hier – dieser schlechte Witz unserer Overlords auf dem Weg in die Knechtschaft – läßt sich wirklich ganz knapp abwatschen. Aus dem FAZ-Artikel (Hervorhebungen durch mich):

„Wer künftig in Brüssel über die Treffen des Europäischen Rats berichten will, muss zweimal im Jahr zur Sicherheitsüberprüfung. Die kostet. Journalistenverbände sind empört. […] Die Reaktion der belgischen Journalistendachverbände (AGJPB, AVBB) sowie des Vereins der Auslandspresse (API) folgte prompt. Sie forderten die sofortige Rücknahme der Regelung und beklagten, dass sie im internationalen Vergleich einmalig sowie diskriminierend sei. Sie schränke das Recht auf Informationsfreiheit ein. Betroffen seien insbesondere freie Journalisten, die für die Gebühr selbst aufkommen müssten. Die Verbände monieren, dass sie von den Behörden zu der Novellierung weder informiert noch konsultiert worden seien. In einem Schreiben der belgischen Verbände an die Regierung wird auf den drohenden Imageschaden hingewiesen: »Unser Land würde viel Kredit in Sachen Pressefreiheit verspielen.«“

Meine erste Reaktion darauf:

Ja natürlich geht es „insbesondere“ gegen „freie Journalisten“. Die sollen an den Rand gedrängt werden. Übrigbleiben sollen nur die Bückdiener der – nennen Sie sie, wie Sie wollen – „Etablierten“, also des Mainschleims, die Bückdiener und  Systemstützstrümpfe der Stiefellecker-, Bettvorleger-, Hofsänger-, Pobackenspreizer-, Beinebreitmacher- und Ich-schlucke-alles-was-die-mir-geben-Presse, die, sieht man von vereinzelten, relativ (relativ!) kritischen, insgesamt aber doch eher wieder mehr so gesamteurosowjetisch ausgerichteten PR-Stückchen ab, bislang noch stets brav Spalier standen und unermüdlich gegen diese „populistischen Euroskeptiker“ und rechtspopulazipliketischen Europa-ins-Meer-Kipper wacker kämpften.

Schließlich haben die größeren Pressehäuser mit solchen Gebühren, wie sie hier gefordert werden, eher weniger Probleme. Für die is‘ das Portokasse.

Ja.

Und jetzt muß ich – Sie kennen das ja von mir – leider wieder krude werden: Und wem gehören die größten Pressehäuser oder werden geführt? Ach ja, von Leuten, die – ich liebe solche Zufälle – in den einschlägigen Denk- bzw. Lenkfabriken sitzen, die entweder Absolventen irgendeines „Young Leader“-Programms zur Aufzucht artig apportierender Stöckchenbringer sind, sich regelmäßig in Hotels zu rein informellen Diskussionsrunden über Rezepte für Streuselkuchen austauschen, regelmäßig in Aspen Ski fahren, in ihrer Freizeit trilateralen Hobbies nachgehen, über sieben Atlantikbrücken gehen müssen, sonst dürfen sie die Bordsteinkante küssen – und und und. Dasselbe gilt für die Besetzung der entsprechenden Ressorts, also z.B. EU-Korrespondentschaft usw.

Naja. So schlösse sich der Kreis dann ja. Beziehungsweise – bliebe geschlossen.

Glücklicherweise scheinen Journalistenverbände bereits Sturm dagegen zu laufen. Gut so! Laßt euch das bloß nicht bieten. Aber bleibt bitte wachsam! Denn eins kann ich euch versichern: Eure Pyramidenpimps geben nicht so einfach auf! Oder wie Meister Ischias einmal sagte: Drei Schritte vor, einen zurück, wieder drei vor. Vielleicht werden sie angesichts eures Protestes erstmal wieder zurückrudern („… einen zurück …“), aber sie werden weiter daran mauscheln, eure Freiheiten zu köpfen.

Schritt für Schritt, bis es kein Zurück mehr gibt (auch von Meister Ischias).

Haltet die Ohren steif!

 

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