Geldkritik: Was ein Essay-Esse aus dem Hamburger Wir™-Barrio über Geld zu wissen glaubt, aber nicht wahrhaben will.

Der vom Geld regierten Welt geht es schlecht und schlechter. Wenn es die Ursache aller Zerstörungen ist, warum ziehen wir dann keine Konsequenzen daraus?

Quelle: Kapitalismus: Was wir vom Geld wissen, aber nicht glauben wollen | ZEIT ONLINE

Hach ja, das böse Geld. Macht alles kaputt. Lust auf ein bisschen Essaywichteln mit der verlorenen „Zeit“ aus Hamburg-Mülleimer? Wissen Sie, wenn ich das Wort „Essay“ heutzutage schon höre, bekomme ich Magenkrämpfe. Literally. Mag es einmal eine goldene Zeit für Essays gegeben haben, eine, in der diese Form tatsächlich noch etwas bedeutete, in der Essays geschrieben wurden von echten Intellektuellen mit Sachkenntnis und denkerischer Tiefe, steht die Bezeichnung heuer leider eher für Rahmspinat mit dem gewissen Blubb. Jeder, der – aus welchen Gründen auch immer – etwas auf sich halten zu müssen glaubt, verfaßt einen „Essay“.

Nein, Sie haben sich verlesen. Ich sagte Essay, nicht „Esse, gehörst Du auch zu den Jourhomies aus dem inzestuösen Barrio interstiefelleckertuell-autoerotischer Dauerselbstbestöhnung?“. Das ist was anderes. Obwohl ich zugeben muß, daß im Falle der „Zeit“ und anderer geistig gleichgeschalteter Fischröckchen (früher: Zeitungen) des auf eben erwähntes Barrio heruntergekommenen tagespublizistischen Verwesens die Grenzen, nunja, sehr fließend sind. Doch das nur als Vorrede. Was ich damit sagen wollte: Wenn alle – oder die meisten Jourhomies – tagaus, tagein denselben Rap runterleiern, sollte man skeptisch werden.

Es ist immer dasselbe mit diesen Heiopeis: Formal einen auf zeitkritischen Gangsta mit Marx-Tattoos auf der Hirnrinde machen, inhaltlich verkrüppelt, erkenntnisbehindert. So auch dieser Esse aus dem linksinzestuösen Hamburger Barrio der „Zeit“, der natürlich – wie gewohnt – alles auf den garstigen Kapitalismus und das fiese Geld schiebt. Versteh’n ’se mich doch bitte nich‘ falsch: Ich bin kein naiver oder blindwütiger Apologet, der sich – sofern berechtigt und wohldurchdacht – jeder Kritik am Status Quo verschlösse. Ganz im Gegenteil sogar. Herzlich gerne, Esse! Aber dann will ich auch freshe Argumente und keine schalen Plagiate aus dem Sozio- oder Politologie-Proseminar für angehende System-Bückdiener.

Auf die Frage zum Beispiel, woran es eigentlich liegt, daß Geld – vereinfacht zusammengefaßt – angeblich den Charakter verdirbt, geht der Esse der „Zeit“ gar nicht erst ein. Soweit reicht sein Denken nicht. Mit anderen Worten: Verdirbt Geld nun wirklich den Charakter, oder – falls ja – liegt es womöglich auch daran, daß das Geld, mit dem wir heute hantieren, von Charakterlosen mit Geldmonopol fröhlich manipuliert wird? Genau das ist nämlich der Fall: Es wird von Charakterlosen mit Geldmonopol manipuliert. Ausgiebig. Stichwort Zentralbanken. Wie z.B. die Fed oder die EZB, deren Geldpolitrick die Dukaten, mit denen wir bezahlen, schön verwässerte und entwertete. Da ich über dieses Thema (auch auf diesem Blog) bereits genug geschrieben habe, beschränke ich mich hier auf einen anderen Punkt des Esse.

Er erwähnt nämlich den menschengemachten Klimawandel clubgemachten Römerwandel und behauptet, daran erkenne man doch schon sehr deutlich, wie sehr finanzielle/wirtschaftliche Interessen der Rettung des Weltklimas im Wege stünden. Hihi, wenn der wüßte.

Denn es geht dabei vor allem um eines: Geld. Sehr viel sogar. Ups. Hier, Esse, wirf doch mal einen Blick in andere Barrios:

Also wie gesagt, es geht dabei um sehr viel Geld. Das man umzuverteilen gedenkt. Wenn das mal nicht den Charakter verdirbt. Auch das fiskalische Beute- bzw. Raubschema „CO2-Steuer“ schlägt genau in diese Kerbe: Mehr Steuergelder, bitte, sonst wird es nichts mit dem tausendjährigen dekarbonisierten Reich heiliger Vereinter Nationen.

Doch zurück zur Kernfrage: Ist Geld tatsächlich die Wurzel allen Übels?

Quatsch. Nein, ist es nicht. Die Erfindung des Geldes als universelles Tauschmittel sorgte für einen regelrechten zivilisatorischen Befreiungsschlag von reiner Subsistenzwirtschaft, dafür, daß Menschen – unabhängig von den Waren und Dienstleistungen, die sie selber produzierten bzw. anboten, miteinander Handel treiben konnten, ohne ständig alles, was sie da so produzierten, zum Tauschen mit sich herumschleppen mußten.

Ein Beispiel: Sie stellen Dreiräder für Kinder her. Der Mensch, mit dem sie handeln wollen, Baseballmützen. Sie brauchen aber keine Baseballmütze, sondern einen Sack Kartoffeln. Und der, mit dem sie tauschen wollen, braucht kein Dreirad, denn er hat noch keine Kinder. Er möchte eine Waschmaschine. Shit. Und jetzt? Nun, Sie könnten bspw. folgendes Arrangement treffen: Ich streiche dein Wohnzimmer, du mähst meinen Rasen. Dafür werden wir uns gegenseitig bezahlen – mit Geld, einem universellen Tauschmittel. Davon kannst du dir eine Waschmaschine kaufen – oder sie zumindest anzahlen, whatever – und für das Geld, das du mir gibst, kaufe ich mir’n Sack Erdäpfel. Deal?

Freilich, das war ein stark vereinfachtes Beispiel. Wollte sagen: Dank dieses universellen Tauschmittels sind Menschen hinsichtlich Arbeitsteilung und Handel freier, unabhängiger geworden. Weil sie nicht mehr ständig ’ne ganze Waschmaschine, einen Sack Kartoffeln, einen Auerochsen, ’ne Jungfrau oder sonstwas mit sich rumschleppen mußten, um sich in ihrer Geschäftstätigkeit gegenseitig vergüten zu können. Geld ist also nicht per se schlecht, wie die Jourhomies aus dem, jaja, „antikapitalistischen“ Barrio der argumentativ zunehmend verkümmernden „Zeit“ stets behaupten. Man Esse, echt jetzt: das ist voll dünn & dürftig, was du da absonderst.

Zumal die Behauptung, Geld verdürbe den Charakter, impliziert, alle Menschen wären per se leicht zu verderben und schlecht, was ebenfalls Bullshit ist. Es hängt schließlich immer vom individuellen Charakter eines Menschen ab, aber jetzt erklären Sie das mal den Esses aus dem nicht umsonst permanent kollektivistisch argumentierenden Wir™-Barrio.

Ach, ich könnte mich noch viel ausführlicher dazu auslassen, beschließe diesen Beitrag aber nun mit einem Zitat eines ehemaligen US-Präsidenten namens Woodrow Wilson:

»Das größte Monopol in diesem Land ist das Geldmonopol. Solange es existiert, brauchen wir über unsere alte Bandbreite an Freiheit und individuellen Entwicklungsmöglichkeiten gar nicht zu diskutieren. Eine große Industrienation wird durch ihr Kreditsystem kontrolliert. Unser Kreditsystem ist konzentriert. Das Wachstum der Nation und damit sämtliche unserer Aktivitäten befinden sich in den Händen weniger Männer …«

US-Präsident Woodrow Wilson, zitiert nach Antony C. Sutton, „The Federal Reserve Conspiracy“, Dauphin Publications, Inc., S. 37, Übersetzung aus dem Englischen und Hervorhebungen durch mich.

Genau so isses. Und die Wenigen, die – auch heute noch – das Geldsystem kontrollieren, sind eben ziemlich charakterlose, üble Typen, denen es vor allem um Macht geht, denn ein Geldmonopol verleiht enorm viel davon, also Macht. Ob ihre Charakterlosigkeit eventuell auf andere abfärbt? Warum läßt sich der Esse aus dem Hamburger Barrio nicht mal darüber aus? Solche Fragen werden heute nämlich so gut wie nicht mehr gestellt. Schade eigentlich, da sie enorm wichtig sind und ein überaus real existierendes Problem erkennbar machen würden.

Wer weiß. Vielleicht ist irgendwann ja tatsächlich kein Geld mehr nötig. Vielleicht leben wir irgendwann in der „Vereinten Föderation der Planeten“, so wie in „Star Trek“, haben das Geld abgeschafft und vergüten uns gegenseitig irgendwie anders. Solange das nicht der Fall ist, ergibt es aber keinen Sinn, durch extreme gedankliche Einseitigkeit dasjenige Fundament kaputtzuschwätzen, das den Aufstieg in ein womöglich besseres Zeitalter überhaupt erst möglich macht – nämlich dadurch (und bei allen legitimen Kritikpunkten, die man durchaus vorbringen kann), die Menschen von den Fesseln lokal eng begrenzter, „unmittelbarer“ Tauschwirtschaft befreit zu haben.

Ohne dieses böse, böse Geld, Esse, könntest du heute nämlich nicht so ohne Weiteres inhaltlich dünne & dürftige Essays für Hamburger Wir™-Barrios verfassen. Und dafür auch noch – mit bösem Geld – entlohnt werden.

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