Italien: Handwerker der Wut | ZEIT ONLINE

Lega und Fünf-Sterne-Bewegung an der Macht: Ist Italien auf dem Weg in einen neuen Faschismus?

Quelle: Italien: Handwerker der Wut | ZEIT ONLINE

LOL. Nennt die den längst existierenden Faschismus bzw. Korporatismus doch glatt „neu“.

Aber das ist wohl eine Frage der Definition.

»Faschismus sollte man besser Korporativismus nennen, weil es die Verschmelzung der Staatsmacht mit der Konzernmacht darstellt.

  • Benito Mussolini

Nun gut, Mussolini nannte es „Korporativismus“, aber das ist dasselbe wie Korporatismus. Also die „Verschmelzung der Staatsmacht mit der Konzernmacht“. Nun, eine solche Verschmelzung besteht in Italien, vielen anderen europäischen Ländern, in Brüssel bzw. der EU und auch den USA seit langer Zeit. Diejenigen unter meinen Lesern, die bereits meine anderen Blogbeiträge gelesen haben, dürften sich schon denken können, worauf ich hinaus will. Korrekt: auf das Zitat von Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi, das ich bei solchen Gelegenheiten sehr gerne anbringe:

»Die Verfassungsform, die Feudalismus und Absolutismus ablöste, war demokratisch; die Herrschaftsform plutokratisch. Heute ist Demokratie Fassade der Plutokratie: weil die Völker nackte Plutokratie nicht dulden würden, wird ihnen die nominelle Macht überlassen, während die faktische Macht in den Händen der Plutokraten ruht. In republikanischen wie in monarchischen Demokratien sind die Staatsmänner Marionetten, die Kapitalisten Drahtzieher: sie diktieren die Richtlinien der Politik, sie beherrschen durch Ankauf der öffentlichen Meinung die Wähler, durch geschäftliche und gesellschaftliche Beziehungen die Minister. […] Die Plutokratie von heute ist mächtiger als die Aristokratie von gestern: denn niemand steht über ihr als der Staat, der ihr Werkzeug und Helfershelfer ist

  • Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi, „Praktischer Idealismus – Adel, Technik, Pazifismus“, Paneuropa-Verlag, 1925, S. 39. Hervorhebungen durch mich.

Eine leider auch heute noch zutreffende Analyse des Freimaurers bzw. Templers Kalergi, dessen Schrift „Praktischer Idealismus“ nicht umsonst von einem Templerkreuz geschmückt wird. Man kann zu Kalergi stehen, wie man will – ich selbst lehne so manches seiner Argumente in eben erwähnter Schrift ab – aber in diesem Punkt liegt er nunmal goldrichtig, unabhängig davon, ob man ihn „liebt“ oder „hasst“.

Eine von der Universität Princeton im Bundesstaat New Jersey durchgeführte, im September 2014 veröffentlichte Studie kam übrigens zu einem ganz ähnlichen Schluß. Die USA seien tatsächlich keine Demokratie mehr, sondern eine Oligarchie: „Study: US is an oligarchy, not a democracy„. Und wie sagte Dr. Arend Oetker einmal so schön und für manche Zeitinsassen gewiß sowohl erhellend als auch verblüffend:

»Die USA werden von 200 Familien regiert und zu denen wollen wir gute Kontakte haben.«

  • Dr. Arend Oetker, Chef des bekannten Lebensmittelkonzerns „Dr. Oetker“, Mitglied der Trilateralen Kommission, ehemaliger Vorstandschef der Atlantikbrücke

Wie man deshalb auf die Idee kommen kann, von einem „neuen“ Faschismus bzw. Korporatismus zu sprechen – vielleicht als „Abwechslung“ zum ganz altbekannten? – ist mir schleierhaft. Vor allem, weil es nicht nur in den USA federführende Familien bzw. Dynastien und die von ihnen geführten Großkonzerne gibt, die aufs Engste mit dem staatlichen Gewaltmonopol verbandelt sind, sondern z.B. auch in Deutschland und, wie bereits erwähnt, in ganz Europa. Wer macht denn bitte in Deutschland Meinung? Wer ist die „mächtigste Frau der Welt“? Angela Merkel? Ist das ein Versuch, witzig zu sein? Um es etwas überspitzt auszudrücken: die beiden mächtigsten Frauen Deutschlands heißen immer noch Liz Mohn und Friede Springer, wohl bekomm’s.

Und wo ich gerade dabei bin, mich über Faschismus auszulassen, abschließend mal wieder ein kleines historisches Schmankerl für alle, die mich wegen Verbreitung kruder Verschwörungstheorien so gerne angreifen und verlachen. Prösterchen:

»Faschismus mag für viele ein häßliches Wort sein, aber sein staatliches Emblem stößt offenbar niemanden ab. Das Zeichen des Faschismus, sogar gleich zwei davon, prangen an der Wand über und hinter dem Rednerpult in der Kammer des Repräsentantenhauses. Sie werden Faszes genannt, und ich kann mir ihr Vorhandensein nicht anders erklären, als die faschistische Natur der amerikanischen republikanischen Demokratie darzustellen.

Ein Faszes ist ein römisches Insignium. Tatsächlich stammt es ursprünglich von den antiken Etruskern, von denen die frühesten Römer vor fast dreitausend Jahren ihre religiöse Jurisprudenz abgeleitet haben. Es ist der Kopf einer Axt, deren Griff aus einem Bündel von Stäben besteht, die von einem roten Band zusammengehalten werden. Es symbolisiert die Konzentration priesterlicher Funktionen in einem einzigen unfehlbaren Souverän, einen Autokraten, der von seinen Subjekten Unterwerfung mit Leib und Seele verlangt. Wenn das Faszes mit Lorbeer umwickelt ist, wie das Paar an der Wand im Repräsentenhaus, bedeutet es cäsarisch-militärische Macht. Die Römer nannten diesen unfehlbaren Souverän Pontifex Maximus, „Obersten Brückenbauer“. Kein Römer wurde Pontifex Maximus genannt, bis der Titel an Julius Cäsar im Jahre 48 v. Chr. vergeben wurde. Heute ist Papst Johannes Paul II. der Pontifex Maximus.

Wie wir in einem späteren Kapitel erfahren werden, hält Johannes Paul diesen Titel nicht alleine. Er teilt ihn sich mit einem mysteriösen Partner, einem Mann des Militärs, einem Mann, der ein Amt besetzt, das seit mehr als vier Jahrhunderten bekannt ist als „Papa Nero“, der Schwarze Papst. Ich werde Beweise dafür vorlegen, daß die Faszes im Repräsentantenhaus  den Schwarzen Papst repräsentieren, der in der Tat die Welt regiert.“

  • F. Tupper Saussy, „Rulers of Evil“, Ospray Bookmakers, Reno, Nevada, 1. Auflage, 1999, S. 6 (Übersetzung aus dem Englischen und Hervorhebungen durch mich)

Also was bitte ist hier „neu“? Ach so, stupid me. Ich verstehe. „Neu“ soll wohl sein – obwohl auch das nicht stimmt – daß dieser „neue“ Faschismus als … als … Herr Professor, Herr Professor, sie schlafen gleich ein … oh, ja, ach so, danke, Kermit! Also, als Bedrohung der heutigen Weltordnung bzw. des Globalismus in seiner derzeitigen Form auftreten soll und wahrgenommen wird, um … um … Herr Professor, Herr Professor! … ach so, ja, danke, Kermit! … also, um den Knechten später erzählen zu können, sie wären selber schuld, weil sie solche Typen gewählt hätten, wohingegen die weisen, philanthropischen, vor Nächstenliebe täglich berstenden Globalisten … ihre … Lösung … schnarch.

Denn auch die dialektische Methode ist eine uralte.

 

 

 

 

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