Libertäre Lektionen: Wehrpflicht – The Future of Freedom Foundation

Authoritarians love conscription because it turns human beings into resources, for the factory or the battlefield. The idea receives support from across the political spectrum, either (a) to fight wars abroad, or (b) for the development of a “youth corps” providing “free” services at home. Neither excuse justifies enslaving young people to serve the interests of the political class. At the core of a free society must lie a belief in the value of each individual, and the right of Continue Reading

Quelle: Libertarian Lessons: Conscription – The Future of Freedom Foundation

Artikel von Scott McPherson vom 23. August 2018. Übersetzung durch Axel B.C. Krauss. 

Autoritäre lieben die Wehrpflicht, weil sie menschliche Wesen in Ressourcen verwandelt – für die Fabrik oder das Schlachtfeld. Die Idee erhält Unterstützung quer durch das politische Spektrum, entweder, um (a) Kriege im Ausland zu führen oder (b) zur Aufstellung eines „Jugendkorps“, um daheim „freie“ Dienstleistungen anzubieten. Keine der Ausreden rechtfertigt die Versklavung junger Menschen, um den Interessen der politischen Klasse zu dienen. 

Im Kern einer freien Gesellschaft muß der Glaube an den Wert jedes Individuums stehen sowie das Recht jedermanns, sein Schicksal ohne gewaltsame Einwirkung anderer zu schmieden. Wir sind nicht Mittel zu anderer Leute Zweck; wir sind keine Werkzeuge, die man benutzen und wegwerfen kann zur Verfolgung eines „großen Ziels“. Die Moral hinter der Wehrpflicht, egal in welcher Form, ist deshalb korrupt und bösartig. 

Das Versprechen der Aufklärung, das Amerikas Gründerväter so stark beeinflusste, war, daß jede Person Freiheit benötigt, um ihr Potenzial voll verwirklichen zu können. Die Existenz der Sklaverei in der Republik war eine moralische Krise für diejenigen, die „Leben, Freiheit und das Streben nach Glück“ allen Menschen versprachen. Zehn Jahre nach Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung schrieb Thomas Jefferson: „Ich zittere in der Tat für mein Land, wenn ich darüber nachdenke, daß Gott gerecht ist.“

Acht Jahrzehnte sollten vergehen, bevor das Problem schlußendlich gelöst war. Der 13. Zusatz der US-Verfassung, ratifiziert im Jahre 1865, erklärt: „Weder Sklaverei noch unfreiwilliger Dienst, mit Ausnahme einer Strafe für Verbrechen, für die die beschuldigte Partei ordnungsgemäß verurteilt wurde, soll innerhalb der Vereinigten Staaten existieren oder an sonst irgendeinem ihrer Jurisdiktion unterstehenden Ort.“ Dieses erbärmliche Überbleibsel des alten Welt-Elitismus wurde schließlich durch das höchste Gesetz des Landes ausgelöscht. 

Unglücklicherweise schufen Richter und Gesetzgeber hinsichtlich der Wehrpflicht eine Ausnahme, weil sie vom sentimentalen Gedanken eines „Dienstes am Land“ getrieben wurden, der über der Unantastbarkeit des Lebens jeder Person steht. Verpflichtender Dienst für Privatinteressen – bspw. eine Sklavenplantage – wurde richtigerweise als unhaltbare Verletzung der Menschenwürde verdammt; trotzdem wurde die Verbeugung vor Fahnen schwenkenden Politikern merkwürdigerweise eine Haupttugend. Ayn Rand nannte den Einberufungsbefehl während der Jahre des Vietnamkrieges „die offensichtlichste Verletzung des Rechtes eines jeden Menschen auf sein eigenes Leben“ und kommentierte den korrosiven Effekt auf die Beziehung zwischen Regierung und Bürger:

„Wenn der Staat einen Menschen zwingen darf, den Tod zu riskieren oder schwere Verstümmelung und Verkrüppelung in einem Krieg, der von ihm erklärt wurde, für einen Zweck, dem dieser Mensch nicht zustimmen oder den er nicht verstehen mag, wenn seine Einwilligung nicht erforderlich ist, um ihn in unaussprechliche Martyrien zu schicken – dann sind in diesem Staat im Prinzip alle Rechte negiert und die Regierung schützt den Menschen nicht länger.“

Das Problem nimmt auch keinen anderen Charakter an, wenn Glückseligkeit auf der Heimatscholle das beabsichtigte Ziel sein sollte. Junge Menschen gegen ihren Willen in Kader aus Sozialarbeitern, Tagelöhnern oder Tagesmütter umzuformen, opfert die Träume des Individuums den Launen der Regierung. Es bringt nichts, jemandem zu erzählen, er könne nach Glück ja auch später streben; eine verpaßte Gelegenheit kann für immer verloren sein. 

Ein Individuum in den Dienst des Staates oder anderer zu zwingen, ist Sklaverei. Diejenigen, die den Fleischwolf bedienen, mögen in ihre Ämter gewählt worden sein, aber das zeigt nur, welche Bedrohung Regierungsbeamte für die Freiheit darstellen – sogar in einer Demokratie. Erhielte der Sklaventreiber durch mehrheitliche Wahl mehr Legitimität? Junge Menschen sollten nie dazu gezwungen werden, ihre Leben anzuhalten – oder sie gleich ganz aufzugeben – für hochmütige Vorstellungen eines „Gemeinwohls“. Libertäre lehnen unfreiwillige Knechtschaft in jeder Form und unabhängig vom Zweck ab. 

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