Meinungen werden nicht nur „erfragt“, sie lassen sich auch herstellen

Quelle: US-Wahl 2020: Warum sich die Umfrageinstitute wieder rechtfertigen müssen – WELT

Nicht erst seit gestern bedienen sich Politik und Massenmedien regelmäßig sehr gerne sogenannter „Meinungsumfragen“, um eine mehrheitliche „Neigung“ in der Bevölkerung zu dieser oder jener Meinung zu „beweisen“. Es ist jedoch eine Tatsache, daß Meinungen nicht nur „erfragt“ werden, sondern sich auch gezielt herstellen lassen – indem man die bereits vorherrschenden Ansichten in einer Bevölkerung oder in bestimmten Bevölkerungsgruppen, die als „systemrelevant“ genug erachtet werden, um in Richtung einer erwünschten Meinung manipuliert und indoktriniert bzw., wie man heute sagen würde, „genudged“ oder „geframed“ zu werden, in die solcherart basierte Meinungssynthese mit einbezieht.

Wenn man weiß, wie „ein Volk tickt“ (oder wichtige Gruppen desselben), lassen sich Meinungen unter Berücksichtung dieser Grundansichten, der Haltungen und Vorlieben usw. selbstverständlich auch beeinflussen. Es ist ein naives Märchen, die „Meinungsforschungsinstitute“ Deutschlands wären alle völlig „unabhängig“, „neutral“ oder „überparteilich“. Das zeigt sich oft genug und überdeutlich an den „merkwürdig“ politiknahen Ergebnissen solcher Umfragen, gerade so, als wären die Resultate regelrecht „bestellt“ worden.

Doch möchte ich nachfolgend jemanden zu Wort kommen lassen, der sich in dieser Hinsicht besser auskennt. Es ist ein längerer Text, aber die Lektüre lohnt sich. Lassen Sie sich nicht davon abschrecken, daß in dem Exzerpt vorwiegend von amerikanischen Meinungsumfragen, also „Polls“ die Rede ist, denn nach genau denselben Arbeitsprinzipien wird nicht nur in den USA, sondern auch in vielen anderen Ländern – darunter auch Deutschland – vorgegangen. Hervorhebungen im Text durch mich.


„Die Reliance Group ist ein Ableger ihrer Mutterfirma und hat die Aufgabe, die amerikanische Bevölkerung durch ein Netzwerk an Meinungsforschern und Meinungsmachern zu indoktrinieren. Dabei stützt man sich auf Unternehmensforschung und auf direkte Verbindungen zum Tavistok-Institut. Eine weitere damit verbundene Firma ist Leasco, die eng verbunden ist mit AT&T, Disclosure Incorporated, Western Union International, Imbuco Ltd., Kroll Associates and White von der Firma Yankelovich, Skalley and White, dem herausragendsten Unternehmens-Giganten der Meinungsforschung und Meinungsmache in den Vereinigten Staaten und der ganzen Welt.

Wir werden einige Details über die Kroll Associates liefern; ein Name, der den Meisten von Ihnen neu sein wird. Leascos riesiger Apparat liefert ‚Öffentliche Meinungen über substanzielle soziale, ökonomische und politische Belange‘, um Edward Bernays zu zitieren, früher einer der zwei Amerikaner, die während des Anlaufs zum Ersten Weltkrieg auf der höchsten Ebene der Wellington House-Propagandamühle in London arbeiteten, und der dann in die Vereinigten Staaten umzog, wo er später in die angesehene Werbefirma Yankelovich, Skalley and White eintrat. Die Firma hat eine sehr substanzielle Anzahl hochrangiger Kunden, einschließlich Kanada und der englischen Königin. Es war dieser riesige Apparat, der die Mehrheit der Amerikaner, die noch nicht einmal von Saddam Hussein gehört hatten und nur vage wußten, daß der Irak irgendwo im Mittleren Osten lag, dazu brachte, nach seinem Blut und der Auslöschung des Iraks als Nation zu schreien.

Daniel Yankelovich machte vollen Gebrauch von seinem Wissen, dem Propagandatraining und den Fähigkeiten zur Meinungsmache, die er von Tavistok während des Zweiten Weltkriegs gelernt hatte. Als Krieger der zweiten Generation hatte Yankelovich keinen Ebenbürtigen, was der Grund ist, wieso ABC-Meinungsumfragen, die von seiner Firma ausgeführt wurden, immer als ‚Öffentliche Meinung‘ in den Vordergrund gestellt werden. […] Die Firma dient weiterhin ABC als hauptsächlicher Meinungsforscher und Meinungslieferant. Die Bevölkerung der Vereinigten Staaten wurde als Ziel anvisiert, und zwar auf die gleiche Weise, wie die Wohngebäude der deutschen Arbeiter mit attackiert worden waren, um größtmöglichen Schaden zuzufügen. Diese Technik gehört selbstverständlich zum Standard-Training für gewisse Geheimdienste, einschließlich der CIA.

Yankelovichs Pflicht war es, traditionelle amerikanische Werte anzugreifen und sie zu ersetzen mit dem ‚New Age‘- bzw. dem ‚Age of Aquarius‘-Glauben und den entsprechenden Verhaltensmustern.

[…]

Kroll Associates wurde von Norman Kroll gegründet, dem ehemaligen Dekan der Fakultät für Physik an der Universität von Kalifornien und obersten Wissenschaftler im Institute for Defense Analyses (IDA), zudem ein renommiertes Mitglied der Jason Group.

Von dieser Gruppe wird gesagt, sie sei eine ‚Bruderschaft der Wissenschaftler‘, die an streng geheimen Angelegenheiten arbeite. Wir werden im Weiteren mehr über die ‚Jasons‘ lernen. Kroll Associates hat in 60 Ländern Büros und eine Unterabteilung, Kroll Background Worldwide, durch die es ‚Angestellten-Untersuchungen für multinationale Firmen ausführt und den persönlichen und professionellen Hintergrund international Arbeitssuchender überprüft‘.

Kroll benutzt seine eigenen Informationsgewinnungssysteme, die es ermöglichen, Fachleute umgehend zu überprüfen, um dann sofort handeln zu können. Wenn die Analysten die Daten verifiziert haben, werden die Kundenberichte online oder via e-Mail in einem chiffrierten pdf-Dokument geliefert. Kroll etablierte seinen online-Screening Service bei britischen Tochtergesellschaften ausgewählter multinationaler Unternehmen, einschließlich General Electrics.

Mit Forschungssitzen in Asien, Afrika, den USA, Kanada und Lateinamerika kann Kroll die Referenzen von Stellensuchenden weltweit überprüfen. Krolls mehrsprachige Belegschaft kann – nach Aussage Norman Krolls – Befragungen durchführen und Berichte in mehr als 20 Sprachen verfassen.

Unseres Erachtens nach ist Kroll Associates ein gigantischer Spionage-Apparat und eine aktuelle Gefahr für die Privatsphäre der amerikanischen Bevölkerung. 1997 kündigte die Versicherungsgruppe der EQUIFAX Company’s Insurance Service Group an, daß es Kroll Associates für eine nicht bekannte Summe aufgekauft habe.

Die neue Firma wurde als Choice Point bekannt. Jules Kroll, Gründer der Firma, die seinen Namen trägt, nannte sie einen ‚wunderbaren Zusammenschluß von Datentechnologie und Risikomanagement‘. Das ‚Wall Street Journal‘ schrieb, diese Transaktion habe auf die Informationsindustrie große Auswirkungen. ‚Es könnte ebenfalls den Beginn einer Welle von Fusionen, Aufkäufen und Allianzen zwischen den Versicherungsgesellschaften und Konzernen markieren, die über riesige Mengen an öffentlichen Daten über die Kreditwürdigkeit von Firmen und Individuen verfügen.‘

[…]

[John] Naisbitt hat als Berater für Lyndon Johnson, Eastman Kodak, IBM, American Express und das Center for Policy Study, die Chase Manhattan Bank, für General Motors, Louis Harris Polls, das Weiße Haus, das Institute of Life Insurance, das US-amerikanische Rote Kreuzz, für Mobil Oil, British Petroleum und eine Menge anderer Firmen und Institutionen des Komitees der 300 gearbeitet. Seine Methodik beruht auf dem ‚long distance penetration and inner conditioning‘, einer Methodik, die aus der Mottenkisste des Tavistok-Institutes stammt. Naisbitt beginnt sein Buch mit den Worten:

‚Ich werde unsere Methodik mit wenigen Worten darstellen. Bei der Entwicklung von Trendberichten für unsere Kunden verlassen wir uns hauptsächlich auf ein System der Überwachung lokaler Ereignisse und lokalen Verhaltens. Wir sind überaus beeindruckt von dem Ausmaß, in dem sich die von unten nach oben aufgebaute Gesellschaft handhaben läßt, und so beobachten wir eher, was lokal vor sich geht, als was in Washington oder New York passiert. […] Obwohl diese Methode, das öffentliche Denken zu überwachen, weiterhin die Wahl der Geheimdienstgemeinschaft ist, gibt die Nation jährlich Millionen von Dollar aus, um Inhaltsanalysen von Zeitungen in allen Teilen dieser Welt auszuführen … Der Grund, daß dieses System, Veränderungen in der Gesellschaft zu beobachten, so gut funktioniert, ist, daß der Raum für Nachrichten in Zeitungen ein geschlossenes System ist.

[…]

Es ist kein Zufall, daß Naisbitt ein Mitglied des Club of Rome ist (…) er ist auch einer der ranghöchsten Senior-Vizepräsidenten von Yankelovich, Skalley and White. Was Naisbitt tat, war nicht etwa, Trends vorherzusagen, sondern Trends herzustellen.

[…]

Was die Forscher entdeckten, war, daß nur eine sehr kleine Gruppe von Menschen den Prozeß der Urteilsfindung bzw. der Meinungsmache verstand, und die Fähigkeit hatte, das Problem zu beachten, im Gegensatz dazu, nur eine Meinung darüber abzugeben.

[…]

Auf diese Weise wurde die Irrationalität auf ein hohes Niveau im öffentlichen Bewußtsein erhoben. Die Manipulateure nutzten dann diesen Faktor aus, um das Fassungsvermögen der Realität, die jede gegebene Situation beherrscht, zu unterhöhlen und von der Realität abzulenken. Je komplexer die Probleme einer modernen industriellen Gesellschaft, desto einfacher wurde es, größere und noch größere Ablenkungen zu erzeugen, die vom Volk zu verarbeiten waren. Das Endergebnis waren die absolut inkonsequenten Meinungen der Massen, die durch geübte Manipulateure erschaffen wurden, und die in den Rang empirischer Tatsachen gehoben wurden.“

Dr. John Coleman, „Die Hierarchie der Verschwörer“, S. 339-345

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