The Ron Paul Institute for Peace and Prosperity : Wie man die Bombardierung Syriens herbeiblufft

Quelle: The Ron Paul Institute for Peace and Prosperity : The Bluffer’s Guide to Bombing Syria

Der Artikel stammt aus der Feder von Peter Ford, eines ehemaligen britischen Diplomaten und erschien am 15. September 2018 auf obiger Website. Übersetzung durch Axel B.C. Krauss. 

Die Propagandamühlen der englischen und amerikanischen Regierung – Pressesprecher, Medien, Denkfabriken – laufen auf Hochtouren, um „Talking Points“ en masse auszustoßen zur Rechtfertigung der kommenden Großbombardierung Syriens unter dem Vorwand der Verwendung verbotener Waffen. 

Hier eine kleine Übersicht eines ehemaligen Insiders über die zwölf bekanntesten Lügen.

1. Es gibt mehr Babies in Idlib als Dschihadisten. Wie es nicht anders sein kann, ist dieses Juwel moralischer Erpressung falsch. Es gibt zweimal soviel Dschihadis (ca. 100.000) wie Babies (0-1 pro Jahr, ca. 55.000). Was soll diese Halbwahrheit überhaupt bezwecken? Wollen sie etwa nicht versuchen, ein Gebiet von Dschihadisten zu befreien, weil dabei eine Menge Kinder verletzt werden könnte? Der westlichen Koalition waren solche Bedenken egal, als sie Mossul und Rakka ins Visier nahm, um ISIS zu vernichten. Aus den Trümmern in Rakka werden immer noch Babies geborgen.

2. Die Berichte [über einen bevorstehenden Angriff mit Chemiewaffen] müssen stimmen, da Assad sie schon zuvor einsetzte. Falsch. Seit 2013, als Assad Chemiewaffen unter Aufsicht der „Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons“ (OPCW) aufgab, hat die OPCW die Orte der angeblichen Angriffe mit solchen Waffen in von Dschihadisten kontrollierten Gebieten nicht besucht, sondern „Berichte“ pro-dschihadistischer Organisationen wie den „White Helmets“ und der „Syrian-American Medical Society“ einfach unbesehen akzeptiert, zusammen mit „Beweisen“ feindlicher Nachrichtenagenturen. Im Falle eines der Orte, die die OPCW besuchte, nämlich Douma, stand in ihrem Bericht, man habe keine Beweise für den Einsatz von Sarin gefunden, auch keine Spuren davon in irgendeiner Blutprobe, die angeblichen „Opfern“ entnommen wurden und auch keine Leichen – lediglich zweifelhafte Beweise für den Einsatz von Chlor.

3. Der OPCW-Bericht über Douma war fehlerhaft, weil Russen und Syrer ihn behinderten. Falsch. Wie bereits im OPCW-Bericht dokumentiert, waren die Verzögerungen das Resultat von UN-Bürokratie sowie Dschihadi-Scharfschützen. Die Inspekteure behaupten auch nicht, ihre Untersuchungsergebnisse wären in irgendeinem bedeutenden Maße von den Verzögerungen betroffen gewesen. 

4. Assad nutzt chemische Waffen, weil sie eine große Zahl Menschen zur Flucht zu bewegen. Falsch. Tun sie nicht. Dieses verzweifelte Argument wird bedient, um der Tatsache entgegenzuwirken, daß Assad dumm wäre, chemische Waffen einzusetzen, wohlwissend, welche Folgen das zeitigen würde und daraus auch nur minimalen militärischen Vorteil zöge. Bis heute hat kein einziger dieser mutmaßlichen Chemie-Angriffe einen Exodus ausgelöst, der in irgendeiner Weise signifikanter gewesen wäre als bedingt durch die legendären „Faßbomben“. Die Bewohner Doumas waren sich nach eigener Aussage gegenüber westlichen Journalisten sogar gar keiner Angriffe bewußt, bis sie daraus aus den Massenmedien erfuhren. 

5. Die OPCW wird aus Sicherheitsgründen nicht zu Untersuchungen in der Lage sein. Eine fadenscheinige Ausrede für präemptive Maßnahmen, um vor dem Bombardement Tatsachen zu schaffen. Die Türken eskortieren westliche Journalisten nach Idlib. Sie haben hunderte Truppen dort, vor denen Dschihadis katzbuckeln, weil sie die gesamte Logistik kontrollieren. Die Türken konnten die OCPW eskortieren. Und wären nicht gerade die Dschihadisten mehr als jeder andere auf erfolgreiche Besuche von Inspekteuren bedacht, wären ihre Behauptungen wahr? 

6. Die kommenden Militärschläge zielen nicht auf einen Regimewechsel ab. Falsch. Geplant ist, den syrischen Staat durch Angriffe auf das Präsidentenamt zu enthaupten. False. Darin zu scheitern, würde angeblich bedeuten, Idlib zu einem russischen Sumpf zu machen. Es soll alles getan werden, um Assad und Putin von einem Sieg abzuhalten unabhängig davon, ob dies den Krieg verlängert. 

7. Es ist alles russische Desinformation.  Na klar, so wie die Waffeninspekteure, die vor dem Irakkrieg sagten, es gäbe dort gar keine Massenvernichtungswaffen. Die Realität sieht so aus: die Russen verfügen über detaillierte nachrichtendienstliche Kenntnisse, was westliche Mächte im Konzert mit ihren dschihadistischen Kunden aushecken – und nennen deshalb ihre verlogenen Winkelzüge beim Namen. 

8. Die Zeit reicht nicht für parlamentarische Debatten. Laßt euch was Besseres einfallen. Die Wahrheit lautet: Die Regierung hat großen Bammel vor einer Wiederholung von 2013, als Labour-Politiker und 30 tapfere Tory-MPs gegen die Bombardierung stimmten, was Cameron und Obama zu einem Rückzieher zwang. 

9. MPs kann man nicht sagen, was geplant ist, weil es die Sicherheit des Personals gefährden würde. Wie tief kann man eigentlich sinken? Geheuchelte Sorge für Piloten, wenn es in Wahrheit doch nur darum geht, die Leute unwissend zu halten darüber, welches Ausmaß die Militärschläge wirklich haben werden. 

10. Es wird Massaker/Blutbade/Genozide geben. Falsch. Wir haben diese Hysterie vor Aleppo gehört, vor Ost-Ghouta und vor der Kampagne im Süden. Alles maßlos übertrieben. Die syrisch-arabische Armee war für kein einziges Massaker verantwortlich, während auf das Konto der Dschihadis viele gehen (Quelle:: Quartalsberichte der unabhängigen Kommission der UN zur Untersuchung der Geschehnisse in Syrien.

11. Die Leute können nirgendwohin flüchten. Falsch. Die Russen haben sichere Korridore eröffnet, aber die Dschihadis erlauben den Menschen das Verlassen der Region nicht. Sie können sich immer noch in Richtung des nördlichen Grenzstreifens aufmachen, der von der Türkei kontrolliert wird und wo es Lager gibt – und viele (inklusive dschihadistischer Kämpfer) werden in der Lage sein, vorübergehend in die Türkei zu gehen.

12. Wir können euch nicht sagen, welche bewaffneten Gruppen wir unterstützen, weil sie das zu Zielen für Assad machen würde.  Ernsthaft? Ihr glaubt, das wüßte er nicht? Ist es nicht eher so, daß ihr Angst davor habt, es könnte herauskommen, daß wir ein paar beinharte Halsabschneider unterstützt haben? 

Reprinted with permission from 21st Century Wire.

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