Vierköpfiges, von der NATO finanziertes Team berät Facebook bei der Markierung von „Propaganda“ | Zero Hedge

They bring geopolitical expertise – report

Quelle: A Four Person NATO-Funded Team Advises Facebook On Flagging „Propaganda“ | Zero Hedge

Artikel von Tyler Durden vom 7. August 2018. Übersetzung durch Axel B.C. Krauss. 

Das sind beileibe keine guten Nachrichten: in einer Woche, in der Alex Jones‘ Konten in Sozialen Netzwerken von Facebook, Apple, Spotify und Google offline genommen wurden und in der es offenbar eine Razzia gegen Figuren der alternativen Medienszene zu beobachten gab – inklusive mehrere prominente Libertäre, insbesondere den Direktor des Ron Paul Institutes und die Scott Horton Show, deren Twitter-Accounts gesperrt wurden – erfahren wir, daß das Atlantic Council Facebook direkt dabei berät, „ausländische Einmischungen“ auf der populären Plattform zu idenzifizieren und entfernen. 

Obwohl die Initiative ursprünglich im Mai letzten Jahres in einer offiziellen Facebook-Pressemitteilung enthüllt wurde, wurden nun mehr Details bezüglich der Rolle des kontroversen Think Tanks offengelegt. 

Angeblich zielt die Partnerschaft darauf ab, mehr Objektivität und Neutralität in das Verfahren zu bringen, Fake-Konten auszumerzen, die von ruchlosen ausländischen Mächten betrieben zu werden drohen. 

Doch wie ein neuer Bericht von Reuters bestätigt, ist Facebook selber einer der größten Geldgeber des Atlantic Councils – zusammen mit westlichen Regierungen, autokratischen Regimes aus der Golf-Region, der NATO, verschiedenen Zweigen des US-Militärs und einer Zahl großer Vertragspartner des Verteidigungsministeriums sowie Konzernen. 

Desweiteren wird das Team aus vier Individuen, die das Digital Forensic Research Lab (DFR Lab) des Atlantic Council betreiben, von einem ehemaligen Berater des National Security Council aus der zweiten Amtszeit Obamas geführt, Graham Brokkie, der es auch gründete. 

Offensichtlich war die Arbeit der Gruppe bereits entscheidend für Facebook, als es darum ging, gegen über zwei Dutzend „verdächtige Seiten“ vorzugehen, die als potenzielle ausländische Akteure geflaggt wurden, wie z.B. Russland. Reuters zufolge 

nutzt Facebook die Gruppe, um seine Untersuchungen hinsichtlich ausländischer Einmischung zu verbessern. Letzte Woche gab das Unternehmen bekannt, es habe 32 verdächtige Seiten offline genommen sowie Konten, die angeblich von Linken und Minderheiten-Aktivisten betrieben wurden. Obwohl einige US-Beamte sagten, es habe sich wahrscheinlich um die Arbeit russischer Agenten gehandelt, konnte Facebook dies nicht mit Sicherheit sagen.

Das ist in der Tat der schockierende Schlüsselsatz in diesem Bericht: „… konnte Facebook dies nicht mit Sicherheit sagen.“ Trotzdem wurden die Konten entfernt. 

Berichten zufolge entspringt die Allianz zwischen Facebook und dem Atlantic Council der verzweifelten Bemühung des sozialen Mediengiganten, nach einer Welle öffentlicher Kritik „neutrale“ Hilfe von außerhalb hinzuzuziehen, Kritik, die größtenteils von Führern des US-Kongresses und bekannten Medienexperten stammte, nachdem der Konzern es angeblich russischen Propaganda-Accounts erlaubte, im Vorfeld der Wahlen von 2016 tätig zu werden. 

Und im wohl schaurigsten Satz des gesamten Berichtes heißt es bei Reuters, „Aber das Labor und das Atlantic Council bringen geopolitische Expertise ein und ermöglichen es Facebook, sich selbst von sensiblen Erklärungen zu distanzieren.“ Vordergründig geht es dabei um die Entschärfung jedes potenziellen Konfliktes, der daraus erwachsen könnte, daß Facebook auf den Märkten von Schwellenländern zunehmend Präsenz zu zeigen scheint. 

Der Sicherheitscehf von Facebook, Alex Stamos, sagte Reportern unlängst: „Firmen wie unsere haben nicht die notwendigen Informationen, um die Beziehung zwischen politischen Motiven, die wir einem Gegner unterstellen, und den politischen Zielen eines Nationalstaats zu evaluieren.“ Es erklärte ferner, Facebook sammele verdächtige digitale Beweise, um diese „Forschern und Autoritäten“ zu übergeben. 

Mindestens seit Mai letzten Jahres, als die Partnerschaft zum ersten Mal angekündigt wurde, spielte das DFR Lab eine Schlüsselrolle in diesem Verzifizierungsprozeß ausländischer Einmischung oder böswilliger Staatspropaganda. 

Aber jetzt kommt’s. Reuters schreibt über die Finanzierung des DFR Lab Folgendes:

Facebook spendete dem Labor im Mai einen nicht näher genannten Betrag, der, sagte Graham Brookie, der Leiter des Labs, ausreichend gewesen sei, die Firma an die Spitze der größten Geldgeber des Atlantic Council zu katapulierten – neben der britischen Regierung. 

Angestellte von Facebook sagten im Verlauf der letzten paar Monate privat, Chef Mark Zuckerberg wolle viele der sensibelsten politischen Entscheidungen outsourcen, um die Überprüfung von Fakten Mediengruppen und Geopolitik Denkfabriken zu überlassen

Facebook verteidigte die Vorgehensweise als Teil der Sicherstellung der eigenen politischen Neutralität, doch ist das Atlantic Council wohl kaum neutral, wie ein kurzer Blick auf die größten Geldgeber sofort verrät

Unter den Partnern des DFR Lab befindet sich auch die in England ansässige Organisation Bellingcat, die in der Vergangenheit behauptete, „Beweise“ dafür zu haben, Assad hätte Zivilisten vergast – basierend auf einer Analyse von Youtube-Videos und unter Nutzung von Google Earth. Und zu den größten Geldgebern gehören verschiedene Zweige des US-Militärs, Golfstaaten wie die UAE sowie vor allem die NATO. 

Das Atlantic Council forderte wiederholt ein verstärktes militärisches Engagement in Syrien, der „russischen Bedrohung“ in Osteuropa militärisch zu begegnen und wirbt nun für einen Betritt der Ukraine und Georgiens zur NATO, während es nach einer allgemeinen territorialen Expansion der westlichen Militärallianz ruft. 

Ferner warb es für einen seiner vormaligen Financiers, den türkischen Diktator Recep Tayyip Erdoğan und vergab einen „Distinguished International Leadership“-Award an George W. Bush, um nur einige der Aktionen der Denkfabrik zu nennen, die autorisiert wurde, die Facebook-Seiten von Bürgern wegen möglicher ausländischer Einmischung und Propaganda ins Visier zu nehmen. 

Das ist also erschreckenderweise die von außen kommende „geopolitische Expertise“, nach der Mark Zuckerberg suchte. 

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