Warum ich Sie quäle

Diese Frage werden sich viele Leser gewiß stellen, wenn sie manche meiner Beiträge in diesem Kuckucksnest zu lesen beginnen. Warum tut er mir das an? Und warum tue ich mir das überhaupt selber an?

Nun, die unerträgliche Antwort lautet: Weil ich ein Sadist bin, der anderen zumutet, bei Rundflügen über die weite Welt des Internet eventuell über mein Kuckucksnest zu stolpern, vielleicht auch, weil andere Zeitinsassen meine Beiträge weiterempfohlen haben, z.B. über die Sozialen Schwätzwerke, oder vielleicht sogar, weil nach Eingabe bestimmter Suchbegriffe in Google oder anderen Förstern des Online-Wunderwaldes dazu korrespondierende Einträge angezeigt wurden. Hoffentlich nicht gleich bei der Justiz.

Ein facebook-Freund hatte mich dazu ermuntert, diesen Blog, also dieses Kuckucksnest anzulegen, um meinen kommentatorischen Spieltrieb etwas freier Gassi führen zu können, als es mir in den teilweise reichweitenbegrenzten Sozialen Schwätzwerken möglich ist. Dort kann es schonmal vorkommen, daß bestimmte Einträge regelrecht zensiert, oder vielleicht besser: unterdrückt werden dadurch, nicht mehr in der öffentlichen Timeline, sondern nur noch für Friends sichtbar zu sein, sollten sie gegen die stalinistischen Doktrinen des veröffentlichen Meinensollens in der Volksrepublik Merkelkorea verstoßen, der – zumindest nach ausgiebigem Konsum halluzinogener Drogen – angeblich freiesten Republik, die es je auf besetztem und von siegermächtig lizenzierten Lobotomedien flächendeckend besch(w)alltem, be(schwund)funktem und bezeit(d)u(ü)ngtem Boden gab.

In erster Linie aber bin ich ein Masochist, weil ich mir das mühselige Verfassen von Beiträgen, die – sieht man von vereinzelten Ausbrüchen ins Profane, Vulgäre, Grobsatirische, Pamphletig-Proletige und Zotenhafte ab, die hier ab und an sicher auch mal aufblitzen werden – der sogenannten „Aufklärung“ oder „Information“ dienen könnten, selber aufbürde, wohlwissend, daß substantielle Informationen im Zeitalter des vermassungsmedialen Junk Food es eher selten auf die Tageskarte schaffen dürften.

Doch das kümmert mich nicht. Is’n Scheißjob, schon klar – aber irgendjemand muß sich die Mühe ja machen. Denn der Shamestream, soviel ist sicher, präsentiert Lesern und Zusehern oft nur die Oberfläche einer Oberfläche einer noch dünneren Oberfläche, oder kurz: eine Nanofolie an (Des-)Informationen, die noch nicht mal als Wegweiser ins Nirgendwo taugen würden.

Doch nun Vorhang auf für die große Dramödie namens Zeitgeschichte. Und eins ist doch völlig klar: Es wird sicher noch viel lustiger als bisher gelacht.

P.S.: Und glauben Sie bitte bloß nicht, alles, was derzeit auf der großen geopolitischen Bühne geschieht, sei nichts als Zufall. Das redet man den Leuten gerne ein; wer die eigentlich ganz banale Tatsache erwähnt, daß große geschichtliche Ereignisse selbstverständlich einen historischen Vorlauf hatten, der auf bestimmten Entscheidungen basiert, wird gerne mit dem üblichen Vokabular („Verschwörungstheoretiker“ et al) bekläfft. Ich werde gleich im nächsten und eigentlich ersten Blogbeitrag erklären, warum „Verschwörungen“ oder, falls Ihnen dieser Begriff nicht schmeckt, interessensgeleitete Entscheidungsfindungsprozesse auf machtelitärer Ebene, sei’s politischer oder wirtschaftlicher (in den meisten Fällen beiden gleichzeitig, also korporatistischer), gang und gäbe und etwas völlig Normales sind. Lassen Sie sich nicht vom Selberdenken abhalten. Ein angeblich freies, aufgeklärtes, mündiges Gemeinwesen kann nur dann funktionieren, wenn seine Mitglieder auch ausreichend informiert sind. Heute aber herrscht eine eklatante Informationsschieflage vor, eine, deren Asymetrie durchaus gewollt ist. Welche Herrscherkaste hätte sich jemals gerne in die Karten schauen lassen?

 

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