Weltwettervorhersage: Es bleibt weiter voll verhegelt

Wir hier, ihr anderen dort drüben: So funktioniert Identitätspolitik. Der Politologe Francis Fukuyama sieht in der Sehnsucht nach Anerkennung des Einzelnen einen Grund für den Niedergang der liberalen westlichen Gesellschaften.

Quelle: Francis Fukuyama: „‚Leitkultur‘ war der richtige Ansatz“ | SPIEGEL Plus

Boah. Nee. So überrascht war ich schon lange nicht mehr. Ein Politologe aus Machtelitenkreisen, die bekanntlich nicht gestört werden wollen, sieht in der „Sehnsucht nach Anerkennung des Einzelnen“ (sic) den Grund für den Niedergang des „liberalen“ Kollektivismus der Sowestunion, wie er sich in den letzten zwanzig Jahren, erst recht seit 9/11, auf das sich in diesem Artikel des „Spiegel“ ebenso wenig überraschend und auch gar nicht zu Unrecht als weltpolitrickreiches Großereignis des frühen 21. Jahrhunderts bezogen wird, deutlich sichtbar zunehmend beschleunigte.

Man verstehe mich bitte nicht falsch: Nein, es geht mir hier nicht um die von Agent Smith und seinen Klonen des Failstreams („Qualitätsjournalisten“) in solchen Fällen, also dissidentischer Verunglimpfung der größten Freiheit aller Zeiten, unverzüglich beißreflexartig bejammerten „westlichen Selbstzerfleischungstendenzen“, nicht um „Nestbeschmutzung“ und dergleichen Phrasenstroh mehr.

Wenn ich „Sowestunion“ schreibe, meine ich damit den merkwürdigen Umstand, daß sich in den „liberalen“ westlichen „Demokratien“ schon seit geraumer Zeit ein Freiheits- und Rechte-Abbau (sowie auch Finanzabbau), oder besser Raubbau abzeichnet, angesichts dessen sich gerade in diesen Tagen doch ganz deutlich beobachtbarer Beschleunigung ja wohl die Frage erlaubt sein wird, wieviele Freiheiten am Ende dieser beklemmenden Entwicklung wohl noch übrig bleiben werden, wenn, so scheint’s, alles entweder maximal wegbesteuert oder gleich verboten sein wird, was Individuen Anlaß zur Hoffnung auf Anerkennung geben könnte. Das alles geschieht zudem unter einem mittels straff geführter Zentralbanken, wie sie schon im „liberalen“ kommunistischen Manifest beschrieben wurden, „liberal“ kontrollierten Geldsystem, doch das nur am Rande, denn ich hatte mich auf diesem Blog bereits an anderer Stelle ausführlicher dazu geäußert (u.a.. hier).

Nun hat also Francis Fukuyama, ein (irre)führender Politologe aus dem höheren Massenmangement derjenigen Machteliten, die auf eine „Neue Weltordnung“ (in Wahrheit eine ganz alte) hinaus wollen, ein neues Werk ver- oder erbrochen, in dem er – Nein! Oh? Doch! – mit höchst berechenbaren Thesen über die mehr oder weniger destruktive Kraft des Individuums noch einmal das berühmte Diktum vom Kampf nicht etwa gegen Mächte aus Fleisch und Blut, sondern Fürsten der individuellen Dunkelheit an „höheren Orten“ bestätigt. Korrekt: Die regieren tatsächlich an höheren Orten, weiter oben – nämlich im Kopf. Denn genau das ist mit diesem Ausspruch ja gemeint.

Dort, wo ohnehin alles stattfindet, was mit Politrick und „Government“ zu tun hat, oder eben auch World Government …

Wovon sich das Wort ableitet, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein, hoffe ich mal.

Government: lat. guvernare (regieren, kontrollieren) und lat. mens, mentis (Verstand).

Regiere den Verstand. Jup. Es ist immer auch ein Psychopolitrick.

Daher sollte niemand überrascht sein, wenn ein Fukuyama, der lange Zeit den sogenannten „Neocons“ angehörte, also den unter dem Tarnbegriff des Neo-„Konservatismus“ ihr global einäscherndes Werk verrichtenden Internationalsozialisten bzw. Weltgenesungsfanatikern im Dienste des Kriegsgottes, um aus den Trümmern einen neu geordneten Phönix aufsteigen lassen zu können, die seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten dem Planeten die internationale Stabilität rausbomben, um deren Notwendigkeit dialektisch umso wertvoller betonen zu können und von denen er sich später in seiner Karriere distanzierte mit der Begründung, ihr Politrick sei ihm, Zitat, zu „leninistisch“ (sic), letztendlich eben doch in den Spurrillen bleibt.

Schon der einleitende Text des Interviews liefert wunschlos deutliche, ja, aufmerksameren Lesern mit den Krallen förmlich ins Gesicht springende Einblicke in den weiteren Fahrplan. Mehr Wir, weniger Individuum.

Wie bei den Bückdienern, Bettvorlegern und Cumshot-Cunts („Journalisten“) der Pyramidenporno-Produzenten üblich, soll Lesern natürlich auch in diesem Schmierstück des „Spiegel“ der Kopf gehörig gewaschen werden, oder vielleicht besser: es wird mal wieder alles auf den Kopf gestellt, reale Machtverhältnisse werden verzerrt, die Wahrheit wird in gewohnt qualitativem Postfaktizismus pervertiert.

Zwei knappe Auszüge genügen völlig. Numero Uno (Hervorhebung des Offensichtlichen durch mich):

„Es ist die Einführung der Psyche und des Gefühls in die Politik: Ich fühle mich als ein bestimmtes, eng eingegrenztes Subjekt, und ich verlange, dass der politische Prozess das berücksichtigt. Das Bild, das jeder einzelne Mensch von sich selbst hat, ist möglicherweise stärker als jede andere politische Motivation. Die Betonung der Identitätspolitik zeigt sich bei der Linken in der Political Correctness, auf der anderen Seite im Rechtspopulismus. In jedem Fall führt sie zu Tribalismus, wie das in den USA seit Neustem genannt wird, zur Aufsplitterung der Gesellschaft in unzählige Untergruppen, die den demokratischen Prozess erschweren oder unmöglich machen.

Wie eingangs bereits erwähnt, bedeutet engl. „Government“ (Regierung) aber ohnehin genau das: Manipulieren, Kontrollieren und Regieren der Psyche, des Bewußtseins, vor allem auch durch emotionale Appelle an bzw. ein politperfides Spiel mit den Gefühlen der Steuerwollepflücker, weshalb die Fake News des Artikels, Psyche und Gefühl seien nun quasi erst „eingeführt“ worden, in die Kategorie Bullshit fällt. Auf gut Deutsch: Denkdung, Hirnmüll, Schwachsinn. Politrick bedeutete schon immer ein Spiel mit Psyche und Emotion. Das ist natürlich keine Erfindung der jüngeren Zeitgeschichte. Zweitens wäre zu fragen, wie „demokratisch“, also „volksherrschaftlich“ eine Politik eigentlich noch sein soll, die von der Eurubel-Rettung über diverse Angriffskriege im Ausland bis zur ebenso gewollten „Migrationskrise“ ihre „Basis“ nie gefragt hat, kein einziges Mal, ob diese überhaupt solcherart beglückt zu werden wünscht. Drittens ist es nun wirklich kein Wunder, daß diese „Zersplitterung der Gesellschaft“, also Dezentralisierung – weg von einem sich omnipotent wähnenden Zentralismus hin zu mehr Individualismus – als bedrohlich eingestuft wird, in diesem Fall als „Tribalismus“, als stünde zu befürchten, die „Gesellschaft“ zerfalle dadurch in in Tigerfelle gekleidete Clans, die sich willenlos grunzend gegenseitig mit Kokosnüssen bewürfen. Welch ein Quatsch.

Doch es kommt noch viel weniger überraschend, und damit möchte ich diesen Eintrag auch schon beschließen.

„Basierend auf einem hegelianischen Geschichtsverständnis meinte Fukuyama damit in einem Essay von 1989 den Endpunkt der großen ideologischen Auseinandersetzung des 20. Jahrhunderts. „

Nun, falsch ist das nicht. Im Gegenteil, es ist goldrichtig. Denn dahinter steht in der Tat ein hegelianisches Geschichtsverständnis, also dasjenige auf der Philosophie von Georg Wilhelm Friedrich Hegel basierende, das den Staat, die Regierung als höchste Verwirklichung des „Weltgeistes“ bei seinem Gang durch die Historie betrachtet; ein Verständnis, das den Einzelnen, das Indivuum, als Zahnrädchen im Getriebe des Staates ansieht, von dem verlangt wird, sich doch bitte der großen Maschine unterzuordnen bzw. sich in den Fleischwolf zur entindividualisierenden Massenverwurstung werfen zu lassen.

Es geht um diejenige Hegel’sche Dialektik, der die Welt (auch dazu gibt es auf diesem Blog eine Menge nachzulesen) eben jene Auseinandersetzung zwischen „Ost“ und „West“ zu „verdanken“ hat, in deren dialektisch konfligierender Scherenbewegung nun dem Individuum offensichtlich auch noch die letzten Sehnsüchte nach Anerkennung seiner Einzelrechte abgeschnitten werden sollen.

Und die nach dem „Untergang“ der Sowjetunion eine neue Antithese brauchte, weshalb mittels 9/11 ja auch die nächste Stufe auf dem Weg in die „Weltgesellschaft“ eingeläutet wurde, die „Global Governance“ – über den „internationalen Terrorismus“ nämlich, also den offiziellen Erben des Kommunismus, sozusagen, als neuen Buhmann zur forcierten Unionierung der Welt – beides Projekte der Machteliten hinter der Chiffre „NWO“.

Die „Identitäre Bewegung“, mithin der gegenwärtig nicht zufällig auf gewissermassen Streisand’sche Art geförderte Nutznationalismus , -protektionismus und -populismus , erfüllt (auch wenn das vielen seiner Anhänger nicht bewußt sein dürfte), seinen global „guten“ dialektischen Zweck.

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