Zur Geschichte der „Illuminati“ – Einleitung

Wie ich in meinem Artikel zu den historischen Wurzeln des heutigen Bildungssystems im Zusammenhang mit einem Zitat aus einem Buch des amerikanischen Historikers Antony C. Sutton bereits angekündigt hatte, möchte mich in dieser bescheidenen Reihe dem Orden der „Illuminaten“ widmen, um den sich auch heute noch viele Gerüchte, Sagen und Legenden ranken.

Doch was ist wirklich dran? Fest steht – und hat auch längst Einzug in die offizielle Geschichtsgeschreibung gefunden – daß es einmal den „Bayerischen Illuminatenorden“ gab, gegründet von einem Freimaurer, Autor, Hochschullehrer und Philosophen namens Adam Weishaupt. Manche Quellen behaupten, er hätte der „Gesellschaft Jesu“, den Jesuiten, ablehnend gegenübergestanden; zwar sei er dort Mitglied gewesen, doch sei er von ihrer politisch-praktischen Methodologie und Weltanschauung abgestoßen worden. Andere behaupten, es habe sich nur um eine Täuschung gehandelt, er sei Zeit seines Lebens Jesuit geblieben. Andere wiederrum sagen, er sei Jude gewesen, der „zur Tarnung“ zum Christentum konvertiert sei – wie z.B. Myron C. Fagan in seinem 1967 auf drei Langspielplatten erschienenen Audiovortrag „Die Illuminaten und der CFR“ (Council on Foreign Relations).

Was diese Behauptung betrifft, so darf man sie getrost unter Judenfeindlichkeit verbuchen – soviel kann ich nach nunmehr 25 Jahren intensiver Recherchen zu diesem Themenkomplex mit definitiver Sicherheit sagen. Denn ob Weishaupt wirklich Jude war oder nicht, ist vollkommen irrelevant. Der schlimmste Fehler, den man bei seinen eigenen Nachforschungen in Sachen „Verschwörungen“ machen kann: Sich narren und verwirren zu lassen von Oberflächlichkeiten. Ethnische bzw. kulturelle oder konfessionelle Zugehörigkeit sind in diesem Zusammenhang nicht nur nebensächlich, sondern gehen an einer tiefergehenden, befriedigenden Analyse des Hauptproblems völlig vorbei, das da lautet: Macht. Es geht um weltliche, politische, gestalterische Macht. Es geht um Machthierarchien, um Herrschaftsstrukturen. Wer in diese eingebunden ist, wer diese Macht ausübt, spielt keine Rolle. Das Gegenteil zu konstatieren, würde bedeuten, einer bestimmten Menschengruppe Eigenschaften wie z.B. eine besondere Korrumpierbarkeit durch Macht vorzuwerfen, indes die Weltgeschichte in schönster Regelmäßigkeit bewiesen hat, daß, wie Ronald Reagan einmal sagte, Macht überall dort, wo sie sich konzentriert, der „Feind der Freiheit“ ist – und zwar ganz unabhängig von Ethnie, Kultur und Religion.

Aber um zum Thema zurückzukommen: Wie groß war die Macht dieses „Ordens der Illuminaten“ denn nun wirklich? Und gibt es sie heute überhaupt noch? Die offizielle Historiographie sagt: Nein, die Illuminaten  – die bayerischen zumindest – waren eine kurzlebige Geheimgesellschaft, die durch die bayerische Regierung aufgelöst worden sei und seitdem nie wieder Fuß gefaßt hätte. Ob das stimmt, sei dahingestellt. Und ist eigentlich auch unwichtig. Freilich würden mir viele „Truther“, also „Wahrheitssucher“ aus den „alternativen Medien“ in diesem Punkt vehement widersprechen. Warum ich das behaupte? Wie ich bereits erwähnte: Es geht um Machthierarchien. Welchen Namen diese tragen, ist wurscht – Schall und Rauch. Meiner Erfahrung nach lassen sich zuviele Wahrheitssucher durch Etiketten in die Irre führen, konzentrieren sich nur noch auf eines und sehen dann irgendwann den „Baum der Macht“ vor lauter Titelwäldern nicht mehr.

Eine Gruppe behauptet, es wären „die Freimaurer“. Andere, das Zepter ruhe in der Hand „der Jesuiten“; wieder andere, es wären die „Templer“, die „Rosenkreuzer“, die „Knights of Malta“, „die Illuminati“ oder sonstwer. Meiner Meinung nach handelt es sich um einen cleveren Etikettenschwindel. Es gibt – daran besteht keinerlei Zweifel – eine Machthierarchie in dieser Welt, die sich sehr gerne hinter einer Vielzahl an Bezeichnungen versteckt. Um es ganz umgangssprachlich und sicher auch etwas theatralisch zu formulieren: „Der größte Trick des Teufels bestand darin, den Leuten weiszumachen, es gäbe ihn nicht“.

Nachfolgend werde ich – wie schon zuvor in einem anderen Artikel – der Einfachheit halber ein Kapitel aus meinem Buch „Revision!“ über den Orden der Illuminaten wiedergeben – mit einigen Ergänzungen und Änderungen gemäß meines heutigen Kenntnisstandes.

Mir ist klar, daß es sich um ein teilweise hochgradig spekulatives Themengebiet, um „unsicheres Terrain“ handelt; jedoch bin ich der Meinung, daß es sich um ein äußerst interessantes, lohnenswertes Feld handelt, sofern man sich dabei wie gesagt nicht auf Etiketten fokussiert, sondern den Schwerpunkt auf die Erforschung von Machtstrukturen und die „Denke“ derjenigen legt, die sie konstruieren und betreiben, um andere zu beherrschen.

 

 

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