Technokratische Salami-Transformations-Zollscheibchen: Provoziert die „dialektische Abrißbirne“ Trump eine neue (kontrollierte) Weltwirtschaftssprengung? Die Analyse des (Bilderbergers) Hans-Werner Sinn – WELT
„Für die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump gibt es ein historisches Vorbild, das katastrophale Folgen für die ganze Welt hatte. Ökonom Hans-Werner Sinn beschreibt, wie diese Politik den Abwärtstaumel der Weltwirtschaft befeuert hat – und was im Extremfall droht.“
Ich habe mir erlaubt, die Original-Schlagzeile zu modifizieren, damit der Sinn von „Trumps“ Zollpolitik – die natürlich gar nicht „seine“ ist, sondern auf eine viel ältere Strategie zurückgeht, die lange vor seiner Amtszeit ausgearbeitet wurde, und zwar schon lange vor seiner ersten (2016) – deutlicher hervortritt. Die Überschrift lautete:
„Provoziert Trump eine neue Weltwirtschaftskrise? Die Analyse des Hans-Werner Sinn“
Natürlich tut er das. Das ist sein Job als dialektische „Abrißbirne“ der Eliten, wie Dr. Jacob Nordangård es so vortrefflich ausdrückte („Ist Donald Trump die ‚Abrißbirne‘ der Eliten, die den Weg für eine ‚erleuchtete internationale Governance‘ ebnen wird?“).
Die Grundlagen dieser Politik der „kreativen Zerstörung“, die den „Phönix“ einer neuen digitalen Wirtschaftsordnung aus der Asche der alten „analogen“ aufsteigen lassen soll, finden sich in aller Ausführlichkeit in zahlreichen Artikeln auf meiner Webseite – es waren vor allem der großartige Iain Davis, Whitney Webb und in jüngerer Zeit auch Courtenay Turner, die für ihre Leser die ideologischen Wurzeln dieser „akzelerationistischen“ Transformationspolitik freigelegt haben.
In meinem Buch „Was ist Technokratie?“, das bereits erschien, bevor Trump „seine“ Zollhämmer ankündigte, erläuterte ich die Vorgehensweise: Mithilfe „kontrollierter Sprengungen“ der alten Wirtschaftsordnung soll diese abgebaut und schrittweise durch die geplante neue, digitale ersetzt werden, die auf Kryptowährungen basieren wird – im Kern geht es dabei um „Programmierbares Geld„, also solches, für das man per Programmierung nur bestimmte Verwendungszwecke erlauben und andere verbieten kann. Dass man dabei schrittweise vorgehen wird, ist dem Umstand geschuldet, eine geordnete, kontrollierte Transformation vollziehen zu wollen. Mit anderen Worten, die dabei federführenden Eliten wollen die Zügel in der Hand behalten. Völliges Chaos wäre dabei natürlich eher hinderlich.
Es steht deshalb zu erwarten, dass die alte, „analoge“ Wirtschaft nicht restlos und vollständig zertrümmert werden wird, sondern – zumindest für eine Übergangszeit – nicht nur parallel weiterlaufen soll, sondern natürlich auch weiter bestehen muss, da man ja nicht einfach quasi auf „Knopfdruck“ eine komplett neue Wirtschaftsordnung einführen kann. Erstens aus bereits erwähntem Grund – die systemischen Schocks wären zu schwerwiegend und ließen sich wahrscheinlich gar nicht geordnet handhaben – und zweitens natürlich auch, weil sie nach wie vor die nötige wirtschaftliche Substanz liefert, ohne die sich solche globalen Agenden gar nicht finanzieren ließen.
Warum ich ein „Bilderberger“ vor den Namen Hans-Werner Sinns gesetzt habe, dürfte offensichtlich sein: Ich halte Sinn (Bilderberg 2016) für einen typischen, „klassischen“ Gatekeeper oder vielleicht besser „Influencer“, der nur deshalb ständig von der Torwächterpresse alias „Mainstream“ ganz nach vorne ins „öffentliche Schaufenster“ gestellt und künstlich „prominent“ gehalten wird, weil er eben die gewünschten Narrative verbreitet und fördert (Prinzip der Aufmerksamkeitsbindung durch massenmedial künstlich herbeipropagierten „Star-Ökonom“-Status) – und die laufen im Wesentlichen darauf hinaus, den technokratischen Trojaner Donald J. Trump in seit Jahren bekannter, faktisch falscher Manier als „Outsider“ (Außenseiter) darzustellen, der „die Eliten in Panik“ versetze und durch seine (technokratisch-transformativ äußerst zweckdienliche) Politik „den Globalisten einen Strich durch die Rechnung“ mache. Kurz, er bringt die bestehende internationale Ordnung „ins Wanken“ – so weit, so richtig, doch was dabei oft untergeht oder verschwiegen wird ist die Tatsache, dass diese Destabilisierung und Volatilisierung gewollt ist, um geplante Veränderungen umzusetzen.
So wird es auch weitergehen: Es wird weitere Schocks dieser Art geben, zwischen denen allerdings durchaus größere Zeiträume liegen können, von Monaten bis einigen Jahren – oder in Kurzform: technokratisches Krisenmanagement.
Ich hätte es auch in einem einzigen Wort zusammenfassen können: „Froschmethode“. Setze einen Frosch in kochendes (Krisen-)Wasser, und er springt erschrocken heraus (und stellt sich Fragen nach dem „Warum“). Setze ihn in wohltemperiertes, „normales“ Wasser und drehe die Temperatur langsam auf – der Frosch wird sich daran gewöhnen, bis es zu spät ist (Konditionierungsprozess).