Juni 9, 2026

Wie „alternative“ Desinformanten und Dummköpfe altbekannte antisemitische Narrative aufwärmen

0
Kommentz54

Ob wissentlich oder unwissentlich, ob aus Naivität, aus mangelnder Bildung oder im Auftrag: Den orchestrierten Charakter der derzeit von den üblichen Dreckspatzen wie Oliver Janich, Stefan Magnet und anderen gewissen- und skruppellosen Konsorten verbreiteten, gefährlich geschichtsvergessenen, eindeutig und nachweislich antisemitischen „Inhalte“ sollte doch eigentlich selbst ein Blinder schnell erkennen, um nicht zu sagen: sofort.

Getroffene Hunde bellen bekanntlich besonders laut, und so kann es nicht überraschen, dass nun ausgerechnet ein Janich, der schon seit etwas über einem Jahr unentwegt auf „den Juden“, jüdischen Financiers, Israel usw. herumreitet, über einen Artikel der „Jüdischen Allgemeinen“ spottet, der völlig zurecht feststellt:

Epstein-Dokumente befeuern antisemitische Verschwörungsmythen in sozialen Medien

Darin heißt es zutreffend (meine Hervorhebungen):

Seit der Festnahme Epsteins im Jahr 2019 und seinem Tod kurze Zeit später kursieren immer wieder antisemitische Deutungen, die seine jüdische Herkunft oder Kontakte zu jüdischen Persönlichkeiten in den Mittelpunkt stellen. Mit der nun freigegebenen, mehr als drei Millionen Seiten umfassenden Dokumentensammlung hat diese Dynamik deutlich an Intensität gewonnen. Beobachter sprechen von einer regelrechten Materialflut, die gezielt aus dem Zusammenhang gerissen werde.

Genau so ist es.

Dass Epstein Kontakte zu den „Reichen und Mächtigen“ aus aller Herren Länder hatte, nicht nur nach Israel bzw. zum Mossad, wurde schon vor Jahren aufgedeckt. Stellt sich also die naheliegende Frage, warum nun in überdeutlicher und wie gesagt äußerst offensichtlicher Manier nur die sogenannten „jüdischen“ Verbindungen in den Fokus genommen werden. Wie ich bereits mehrfach erläutert habe: So funktionieren Desinformationskartelle nunmal. Man wirft Nebelkerzen, man lenkt von anderen Dingen dadurch ab, den Blick der Öffentlichkeit möglichst nur auf einen Teilaspekt oder, in diesem Fall, einen altbekannten Sündenbock zu lenken: „Die Juden“.

Ich spare mir hier nur aus rechtlichen Gründen weitere wohlverdiente Beschimpfungen desjenigen Gesindels, das sich an dieser konzertierten Kampagne natürlich aus Leibeskräften beteiligt. Zwei der Hautschuldigen bzw. Oberrädelsführer hatte ich ja schon erwähnt. Außerdem hatte ich meine Meinung zu Limited Hangouts, Desinformanten und Lügnern wie Stefan Magnet und dem mittlerweile völlig hemmungslos agierenden Janich, der auf gar nichts mehr Rücksicht nimmt, bereits kundgetan.

Epstein selbst prahlte gegenüber manchen seiner Kontakte regelmäßig mit seinen Verbindungen zum amerikanischen Auslandsgeheimdienst CIA (Central Intelligence Agency). Aber das wird nun geflissentlich unter den Tisch fallen gelassen – stattdessen soll nun mehr oder weniger der Mythos von der jüdischen Weltverschwörung oder einem angeblich übergroßen „jüdischen Einfluss“ auf die Weltgeschichte wieder zum Leben erweckt werden. Andere Kommentatoren griffen dabei mitunter zu einer Wortwahl, die mich zutiefst erschreckt und abstößt. Zum Beispiel Melissa Krall, Tochter von Markus Krall. Da musste ich wirklich die Luft anhalten:

Wollen „wir“ Deutschen – als Kollektiv, oder wie? – jetzt eigentlich mal wieder auf „die Juden“ zu sprechen kommen? Denn nichts anderes impliziert ihr Tweet. Sie möchte also, das „wir“ – und zwar „alle“, siehe Screenshot – anfangen, das antisemitisch herumtobende Kind Monster mal wieder so richtig von der Kette zu lassen? Oder wie habe ich das bitte zu verstehen?

Wie gesagt: Jeffrey Epstein hatte ausufernde, sehr weitreichende Kontakte zu allen möglichen Prominenten, egal ob Politiker, Wirtschaftsgrössen, Geheimdienstler, Fotomodels, Filmmogule, Pop- und Rockstars etc. etc. Die extrem einseitige Konzentration darauf, dass es unter diesen zahllosen Kontakten auch einige Juden gab – neben, und das ist der Punkt, ebenso vielen, wenn nicht gar mehr Menschen ganz anderer Konfessionszugehörigkeit oder Nationalität als der israelischen – ist eines der üblichen Ablenkungsmanöver, wie man sie in den vergangenen Jahren ein ums andere Mal beobachten durfte. Zu Zeiten des „Großen Reset“ – als dieser Begriff in fast aller Munde lag – war es angeblich Klaus Schwab, der sämtliche Fäden in der Hand hielt. Dann war es – z.B. bei Stefan Magnet – jahrelang George Soros, der die ganze Welt kontrollierte. Dann Bill Gates. Take your pick. Auch diese Methode hatte ich schon erläutert: Stelle eine prominente Figur ins „öffentliche Schaufenster“ zum Begaffen und „Abarbeiten“, damit du über alles andere nicht sprechen musst. Uralter, restlos abgegriffener Trick. Aber offenbar fällt das manchen immer noch nicht auf.

Auf eine ganz andere Frage – eine zentrale und von größter Wichtigkeit – bin ich dabei noch gar nicht eingegangen: Kann man einfach von der Richtigkeit bzw. dem Wahrheitsgehalt des derzeit als „Epstein Files“ herumgereichten Materials ausgehen? Sagt wer? Als gehörte es nicht schon seit langer Zeit zu den beliebtesten Methoden von Nachrichten- und Geheimdiensten, also der „Intelligence Community“, sich Fälschungen zu bedienen und/oder unter wahrheitsgemäße Informationen Desinformationen und Irreführungen zu mischen, sprich falsche Fährten zu legen. Ist Melissa Krall (nebst anderen) zu solchen einfachen und naheliegenden Fragen etwa geistig nicht fähig? Warum soll ich das alles sofort glauben? Weil ein Staat/eine Regierung irgendwelche Akten freigegeben hat, deren Quelle ich nicht wirklich kenne und von denen ich nicht weiß, wieviel davon überhaupt der Wahrheit entspricht? Warum fragt sie nicht zuvorderst:

In welchem Ausmaß ist das freigegebene Material überhaupt vertrauenswürdig?

Nun gut: Von den „alternativen“ Medien Deutschlands erwarte ich größtenteils eh nichts mehr. Selbst die einfachsten Fragen werden nicht mehr gestellt. Sei’s nun aus Unwissenheit, aus Dummheit oder sogar im Auftrag (Gatekeeper, Limited Hangouts, Desinformanten usw.).

Auch Max Otte sprang auf diesen Zug:

Die Behauptung, er habe eine „Falle für Israel“ betrieben, ist schon wieder viel zu einseitig: Sogenannte „Honigfallen“ oder „Sexfallen“ aufzustellen, ist keine Spezialität des israelischen Staates bzw. des Mossad. ALLE Geheimdienste bedienen sich solcher Methoden – die amerikanischen, englischen, französischen, japanischen, russischen, chinesischen, deutschen …

Wie mein Bloggerkollege Kit Knightly vom „OffGuardian“ in einem seiner letzten Artikel ganz richtig fragte:

„Have we really learned anything at all?“ („Haben wir wirklich irgendetwas gelernt“?)

Um es abzukürzen: Wenn eine Gruppe sogenannter „alternativer“ Kommentatoren (bei denen es sich „erstaunlicherweise“ auch immer um dieselben handelt, wenn es um Kampagnen dieser Art geht …) sich alle auf ein und dasselbe Ziel regelrecht einschiessen und verbeissen wie Pitbulls, gilt: Beide Augenbrauen hoch, höchste Alarmbereitschaft, äußerst skeptisch sein, auf kritischer Distanz bleiben. So einfach ist das. Und das natürlich nicht nur, weil es sich dann (oft) um gesteuertee Kampagnen handelt – so wie in diesem Fall auch, also der augenfälligen Fixierung auf Israel und Juden bzw. jüdische Financiers -, sondern weil Menschen generell immer dann, wenn sie in kollektive Rauschzustände verfallen … ach, Sie kennen den Rest der traurigen Geschichte …

Ein weiterer Aspekt ist natürlich, dass dadurch nur der Irrglaube an den Staat als „oberster Wahrheitshüter“ gestützt und aufrechterhalten wird: Wenn eine Regierung Akten freigibt, na dann werden die darin enthaltenen Informationen wohl alle stimmen …

In der Tat: Habt ihr Gestalten eigentlich irgendetwas gelernt?

Schreibe einen Kommentar