Juni 22, 2026
wulff345543

Weiß Christian Wulff wirklich nicht, dass „Nius“ ein lupenreines Gatekeeping- und Quatschportal ist? Fraglich.

Nius wurde künstlich aufgebaut und finanziert vom CDU-nahen deutschen Investor und Milliardär Frank Gotthardt. Man kann von einer Zeitung wie dem „Tagesspiegel“, auf den ich soeben verlinkt habe, ja halten, was man will. Aber Sven Lemkemeyer, Autor des Artikels, liegt hier vollkommen richtig (meine Hervorhebung):

Bundestagspräsidentin Klöckner hat ein Medium in den Fokus gerückt, das vom früheren „Bild“-Chefredakteur geleitet und von einem der reichsten Deutschen finanziert wird.

In der Tat, das hat sie. Es „in den Fokus gerückt“. Denn so funktioniert das nunmal, so sorgt man künstlich für mehr Zulauf bzw. Reichweite.

Wie dem auch sei, sagte Gotthardt in einem Interview einmal, er wolle ein „deutsches Fox News“ schaffen. Ganz großes Kino: Nichts braucht Deutschland dringender als einen weiteren gekauften Propagandakanal nach dem Vorbild großer, kontrollierter amerikanischer Mainstreamsender, der qualitativ minderwertige Informationen streut. Denn genau das ist „Nius“: Qualitativ minderwertig.

Keine Hintergrund- bzw. Tiefenrecherchen, null. Nur oberflächliches Geschwätz, tagespolitisches Blabla und natürlich die obligatorischen „Aufregerchen des Tages“, mit denen Konsumenten solcher pseudo-alternativen Medien tonnenweise eingelullt werden. Gelingt immer und verklebt die Hirnrinde. Zumindest für die, die auf sowas reinfallen. Keinerlei Erkenntnisgewinn, kein echter Informationswert, einfach nur Schrott.

Entweder Gotthardt weiß wirklich nicht, wie US-Mainstreamsender funktionieren, oder er fördert solches Mittelmaß bewusst. Ich wage zu vermuten: Ganz bewusst. Man kann schließlich nie genug kontrollierte Opposition haben, die nach dem Prinzip der „Aufmerksamkeitsbindung“ das „öffentliche Bewusstsein“ auf solche Bauernfänger fokussiert, um anderen, echten, seriösen alternativen Publizisten und Journalisten Reichweite abzuziehen, sie leichter marginalisieren zu können. That’s the name of the game.

Gatekeeper Julian Reichelt hat Nius früher geleitet. Es kann nicht schaden, sich hin und wieder klarzumachen, wie diese unerträglich verlogene Scheisse funktioniert:

Man erkennt Amateure und lausige Propagandisten daran, dass sie IMMER das Narrativ wählen, das zu ihrer Ideologie passt. […] Von vorneherein muss aber klar sein, dass die Springer-Medien das »System« repräsentieren und in keinster Weise das Vertrauen der Bürger genießen dürfen. Selbst eine pragmatische Sicht wäre fatal. Wenn es außer der Springerpresse nur noch bedeutungslose konservative Medienoutlets gibt und jene auch keine eigene Identität haben, sondern irgendwelche Talking Points und Narrative kopieren, dann ist die konservative Bewegung ein Zombie, eine Abstell-Halde, wo das Klientel geparkt wird und wo es keine Schwierigkeiten machen kann. […] Im Internet erhält Reichelt dementsprechend viel Zuspruch. Er habe gegen das linke System gekämpft, inklusive Coronamaßnahmen, und deshalb wäre er vom Willkür-System aus dem Job gedrängt worden. In Wirklichkeit fing die BILD nur die Unzufriedenheit der Bürger auf und ähnelte damit den amerikanischen fake-konservativen Medien wie FOX-News, Newsmax und OANN. […] t-online fand nun weitere Indizien für eine Kooperation des ehemaligen BILD-Chefredakteurs Julian Reichelt mit dem konservativen, CDU-nahen Milliardär Frank Gotthardt. […] Reichelts Masche ist, so zu tun als sei er die Stimme des Volkes […] »Achtung, Reichelt« ist nur ein weiteres Ablenkungsmanöver fürs Volk.

(Quelle: „Springer, CIA, Döpfner, Reichelt: Das fake-konservative Empire“)

Bingo: Nur ein weiteres Ablenkungsmanöver fürs Volk. Und was für Reichelt gilt, gilt auch für „Nius“.

Man darf hier außerdem getrost vermuten, dass Wulff dieses Schundportal nicht ganz ohne Hintergedanken als „rechtsextremistisch“ geschmäht habe könnte, sondern wahrscheinlich gerade deshalb, um ihm noch mehr Aufmerksamkeit und Reichweite zu verschaffen. Wie gesagt:

That’s the name of the game.

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