April 28, 2021

Der Weg zur totalitären Technokratie – Cyprus Mail

Quelle: The road to totalitarian technocracy | Cyprus Mail

Die Ereignisse des letzten Jahres haben etwas sehr Unheimliches an sich und gehen weit über eine globale Gesundheitsgeschichte hinaus. Neben den Auswirkungen in Form individueller menschlicher Tragödien hat die Pandemie unverkennbar zu einem drakonischen, autoritären Verhalten westlicher Regierungen geführt, das in dystopischen Vorstellungen von futuristischer staatlicher Macht und Durchsetzung nicht fehl am Platz wäre. Nicht zuletzt in Großbritannien, einem Land, das noch immer weithin als Bastion der Freiheit und Demokratie gilt, und mit einem angeblich libertären Premierminister.

Politisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich wurde unser Leben durch die Lockdownpolitik aus der Bahn geworfen, unabhängig davon, wie man ihre Notwendigkeit zur Eindämmung des Coronavirus bewerten will. Viele haben registriert, wie langsam die britische Regierung die Fesseln gelöst hat, wobei der Verdacht besteht, dass Gesetze und Vorschriften, die plötzlich zur Steuerung und Kontrolle angewandt wurden, einem Großteil der politischen Klasse zu Kopf gestiegen sind, wobei unsere Gesellschaft durch beispiellose, ungedeckte finanzielle Spendierwilligkeit, die unsere Komplizenschaft, um nicht zu sagen Selbstgefälligkeit, erkauft hat, in Stumpfsinn verfallen ist.

Es könnte sich natürlich nur um ein kurzfristiges Phänomen handeln, wenn man bedenkt, daß wir angeblich bald wieder ins Licht treten, verbunden mit dem Versprechen eines wirtschaftlichen Aufschwungs – dank der bemerkenswerten Anstrengungen bei der Entwicklung, Beschaffung und Einführung von Impfstoffen. Es ist denkbar, dass eine Art Normalität wiederhergestellt werden kann.

Es könnte aber auch ein Zwischenspiel sein, das dem Fernziel jener beharrlichen Typen dient, die den politischen Sprachbildern des sozialen Egalitarismus und des Klimawandels, die heutzutage den Äther beherrschen, einen covidischen Kollektivismus hinzufügen wollen.

Die Politik, die hinter dem Umweltschutz und der sogenannten Gleichberechtigung steht, ist für den aufmerksamen Beobachter offensichtlich und als Agenda unübersehbar. Die Ökonomie jedoch ist subtiler, außer in der Anhäufung von riesigen Staatsschulden, die den alltäglichen Lebensstandard in den meisten (aber definitiv nicht in allen) Fällen beeinträchtigen. Alles, was man sagen könnte, ist, dass die Menschen im Allgemeinen bemerkt haben, dass die Zinssätze für Ersparnisse lächerlich sind, während die Weltfinanzmärkte von den sprudelnden Geysiren des Fiatgeldes der Autoritäten abhängig zu sein scheinen.

Einige werden sicher auf den Gedanken kommen, dass es nicht viel Sinn mache, diese Blase weiter zu befeuern. Andere werden meinen, dass dahinter eine – wenn auch verrückte – Logik steckt.

Tatsächlich macht die Strategie Sinn, wenn es darum geht, den Kapitalismus zu zerstören und ihm dennoch die Schuld zu geben – ein nicht ungewöhnliches Ziel in diesen Tagen, wie Sie vielleicht bemerkt haben.

Und genau da liegt der Haken. Diese jüngste Eskapade der staatlichen Blasenbildung ist wohl das Steckenpferd einer reichen, mächtigen, rechthaberischen, elitären Sekte, die sich zu einem weiteren Streifzug in die Gefilde der sozialistischen Großen Idee hinreißen lässt – als ob die Geschichte nicht gründlich davon abraten würde. Sie können einfach nicht anders, es gibt unter den selbsternannten Weltverbesserern und Mitläufern, deren Marsch durch die Institutionen ebenso fortgeschritten wie beeindruckend ist, nunmal diesen unbändigen Kontrollinstinkt

Hier ist also der Deal. Ein Zehn-Punkte-Plan, um die westliche Freiheit und die Märkte heimlich zu untergraben und zu stürzen, der hier in einer zeitlichen Retrospektive auf seine Bullet-Point-Essenz reduziert wird.

Zuerst stützte sich die US-Regierung in den 1990er Jahren auf die Banken – als ob es sich um staatliche Behörden und nicht um kommerzielle Unternehmen handelte, um Versorgungsunternehmen im Dienste der politischen Klasse, nicht um Firmen -, um Kredite an Subprime-Kreditnehmer zu vergeben und damit einen Immobilienmarkt anzuheizen, der ohnehin durch das von der Fed verwaltete leichte Geld in die Höhe getrieben wurde.

Zweitens versäumt sie es, trotz des unbestrittenen Umfangs ihrer administrativen Macht, den Finanzsektor zu regulieren, der den Schrott als kreditwürdige Investitionen umverpackte und bis zum Äußersten fremdfinanzierte, bis der Boom im Jahr 2008 spektakulär in eine Pleite umschlug und dem zusammenbrechenden Kartenhaus der Weltwirtschaft einen gewaltigen Hammerschlag versetzte.

Drittens und vereinfacht ausgedrückt, gaben die Regierungen in internationalem Maßstab enorm viel Geld aus, wenn auch unvermeidlicherweise, um die Auswirkungen einzudämmen, während die Zentralbanken die Zinssätze senkten.

Viertens, und das ist das Entscheidende, blieben die geldpolitischen Notmaßnahmen weit über die Notwendigkeit hinaus bestehen und wichen auffällig von vernünftigen Leitprinzipien (z.B. der Taylor-Regel) ab, was zu einer weiteren Verschuldung auf allen Seiten führte.

Fünftens fluteten die Notenbanken das System immer wieder mit Liquidität (Quantitative Easing, QE), was Finanz- und Immobilienvermögen zuverlässig stützte. Dieser politische Reflex verstärkte die Ungleichheit durch den sogenannten Trickle-Down-Effekt, der einst als Voodoo-Ökonomie bezeichnet wurde.

Sechstens verdoppelten, verdreifachten und vervierfachten die Behörden diesen einseitigen Ansatz, trotz der niedrigen Arbeitslosigkeit, der Risiken für die Finanzstabilität und darüber hinaus des Schadens für die Kreditvergabe und Rentabilität der Banken, der Pensionsfonds und der Unternehmensinvestitionen, bis zu dem Punkt, an dem es praktisch unmöglich war, die Zinsen tatsächlich wieder zu erhöhen.

Siebtens wurde nach dem globalen Coronavirus-Schock eine solche extreme Geldpolitik noch weiter ausgedehnt, die nun mit enormen fiskalischen Stimuli (vor allem in den USA) einhergeht und Inflationsängste schürt. Es wird sogar behauptet, dass Inflation zu Wachstum und Beschäftigung beitrüge, als ob die sagenumwobene Phillips-Kurve ein politisches Menü wäre und nicht eine veraltete, statistische Reflexion des Konjunkturzyklus der 1960er Jahre.

Achtens, ungefähr jetzt, nimmt der Anleihenmarkt schließlich die ultimative keynesianische Sackgasse vorweg, wobei eine anhaltende Inflation offiziell begrüßt wird (auf Kosten der Anleger, sofern sie nicht vermieden wird).

Neuntens, bis heute, zittern auch die Aktienmärkte, da die Glaubwürdigkeit der Politik bröckelt. Die Stagflation, die von den Behörden wegen der Zerstörung der Theorie der Nachfragesteuerung und der Illuminierung von angebotsseitigen Bedenken abgetan wurde, taucht wieder auf der Rechnung auf.

Zehntens erklären die Verantwortlichen für diese serielle, interventionistische Travestie, dass nicht die Regierung, sondern der freie Markt versagt hätte. Da der Kapitalismus abgelehnt wird, muss es einen „Great Reset“, eine „Neue Agenda“ und anderes abenteuerliches Geschwafel geben, alles im Namen einer harmlos klingenden „regelbasierten internationalen Ordnung“, die in Wahrheit, offen gesagt, marxistische Prädeterminierung und globalistischen Etatismus darstellt.

Die Politik scheint also wild entschlossen zu sein, den Plan (falls es einen solchen gibt) zu verwirklichen.

In der EU und der Eurozone wird derweil ein 750-Milliarden-Euro-Krisenrettungsfonds versprochen, der aber in einem dysfunktionalen Morast politischer Entscheidungen unter Stress versinkt und ironischerweise die Exzesse des Expansionismus an dem einen Ort eindämmt, an dem die Risse der Solidarität wirklich dazu einladen, sie zu übertünchen. Das unbewegliche Objekt der nördlichen Austerität trifft hier auf das unwiderstehliche Bedürfnis der südlichen Verjüngung, aber das ist eine andere (fortwährende) Geschichte.

Anderswo scheint es keine solche Zurückhaltung zu geben. Wie geht es also mit den USA und Großbritannien weiter, die scheinbar führend im westlichen Aufschwung sind, aber mit einem intellektuellen Sprung weg von der orthodoxen Ökonomie zu liebäugeln scheinen?

Schuldenerlass, Verzicht auf vermeintlich zufriedene Gläubiger zu Gunsten von unterdrückten Schuldnern? Bargeld abschaffen, alle Transaktionen vom Nanny-/Polizei-/Überwachungsstaat aufgezeichnen lassen, wobei nicht-staatliche Vermögenswerte (wie Kryptowährungen und Gold), die vor repressivem Diebstahl schützen sollen, entweder verboten oder konfisziert werden?

Der soziale Egalitarismus ist bereits auf dem Weg, sich als der informierende Imperativ des Zeitalters zu etablieren („alle stecken da gemeinsam drin“), wobei das gewöhnliche Gespür der Menschen für Selbstständigkeit durch Lockdowns verdummt und Umverteilung zum sotto voce Standard-Credo wird. Die grüne Agenda läuft auf Hochtouren und sichert sozialisierende Motivationen, während sie die clubgängigen Kumpels der Elite bereichert, die in „erneuerbare Energien“ investiert, auch auf die Gefahr hin, dass die westliche Energiesicherheit in der überstürzten Eile, Netto-Null-Emissionen zu erreichen, gefährdet wird, selbst wenn Asien diesem Trend kritisch gegenübersteht.

Slogans gibt es zuhauf, um die Botschaft zu verkünden, bezeichnenderweise grenzüberschreitend in ihrer Wiederholung. Wir betreiben „Building Back Better“, alle „Stakeholder“ zusammen. Der Mainstream und die vorherrschenden sozialen Medien sind alle mit an Bord und verkünden „liberale Werte“ und „soziale“ Demokratie, während sie in Wirklichkeit einen Grad von Illiberalismus und sogar quasi-totalitäre Methoden vermitteln. Manifestationen der „Cancel Culture“ sind in der akademischen Welt bereits vorherrschend, sogar in den Bereichen der Wissenschaft, die eigentlich die Strenge der Skepsis erfordert.

Hey presto. Willkommen in der schönen, neuen, Orwellschen Welt der utopischen technokratischen Vetternwirtschaft. Wir kommen Stück für Stück dahin. Ein Hirngespinst? Vielleicht.

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