Leserzuschrift: Kritische Anmerkungen zu Todd Hayens Artikel „Game Over“ (von Thomas Michenfelder)
Sehr geehrter Herr Krauss,
ich möchte gewisse Bedenken bezüglich des Artikels von Dr. Todd Hayden auf dem „Off-Guardian“ anmelden. Mir erscheint er zu oberflächlich, die richtigen Fragen werden mal wieder nicht gestellt.
Dazu zunächst eine kleine Geschichte meinerseits:
2019 nahm ich privat an einer Konferenz des als „Klimaleugnerinstituts“ bekannt gewordenen EIKE e.V. teil. Zufällig ergab sich ein Kontakt mit einem Mitarbeiter der Organisation. Wir unterhielten uns mehrfach angeregt und am zweiten Tag der Konferenz, bei der Abschlussveranstaltung, teilte er mir mit, dass Naomi Seibt (die selbst Rednerin bei der Konferenz war), als Gegenfigur zu Greta Thunberg aufgebaut werden soll. Ein oder zwei Monate nach der Konferenz war Naomi Seibt bereits bei Sky News Australia zu Gast.
Sicher kein Zufall, das war ja angekündigt. Nur: Wenn man kritisch Greta Thunberg hinterfragt, warum dann nicht auch EIKE e.V. bzw. Naomi Seibt. Daraus wird allerdings ein großes Geheimnis gemacht. EIKE e.V. gibt keinen Rechenschaftsbericht heraus und verweigert hartnäckig Anfragen zu deren Finanzierung. Meines Erachtens führt die Spur über das „Heartland Institute“. Dieses Institut ist jährlich mit einem Redner auf den Konferenzen von EIKE vertreten. Das „Heartland Institut“ wird nach meinen Recherchen unter anderem von der „Koch Foundation“ als auch von der „Mercer Family Foundation“ großzügig unterstützt.
Was hat das jetzt alles mit dem ermordeten Charlie Kirk zu tun? Nun, Charlie Kirk war Vorsitzender von „Tourning Point USA“. Das ist angeblich eine „Non-Profit-Organisation“, die sich ausschließlich für Bildungs- und gemeinnützige Zwecke einsetzen will. In Wirklichkeit ist „Tourning Point USA“ eine politische Organisation, die in den letzten 4 Jahren 340 Millionen an Zuschüssen und Spenden erhielt und Charlie Kirk war natürlich ein politischer Aktivist und stramm auf Trump-Kurs. Charlie Kirk weigerte sich, seine „Mäzene“ offenzulegen.
Jedenfalls, wenn man diesem Artikel Glauben schenken darf (Anthony Colpo, schon wieder)
Natürlich wird die Ermordung (die ich nicht gutheiße) von der rechten Seite des politischen Spektrums instrumentalisiert und ausgeschlachtet. Die christliche Rechte benennt Charlie Kirk bereits als „Märtyrer“. Warum man dann die Ermordung unschuldiger Zivilisten in Gaza in Kauf nimmt, will mir nicht in den Kopf. Wenn ich etwas nicht ertrage, dann Heuchelei und Doppelstandards.
Ich überlasse es Ihnen, ob Sie diesen Artikel übersetzen und veröffentlichen möchten.
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Michenfelder
Anmerkung meinerseits: Herr Michenfelder liegt völlig richtig. Die sogenannte „neurechte“ Szene wird – genau wie die linke – „großzügig“ von den Eliten finanziert und gesteuert – vor allem über den sogenannten „Council for National Policy“, eine Denkfabrik. Man baut künstlich „Meinungsführer“ auf, die die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich ziehen sollen – dies gehorcht dem Prinzip der „Aufmerksamkeitsbindung“. Wie ich bereits in mehreren Artikeln auf meiner Webseite erläutert habe, versucht man auf diese Weise, die Kontrolle über die umlaufenden Narrative in der „alternativen Szene“ zu erlangen, um dadurch unabhängige, freie – sprich echte – alternative Journalisten, die nicht gekauft sind, leichter marginalisieren zu können.
Besonders umtriebig in dieser Hinsicht sind bekanntlich die Koch-Brüder Charles und David Koch, wobei natürlich noch andere zu nennen wären, z.B. die Mercers (die Michenfelder ebenfalls erwähnt). Interessanterweise soll sich Naomi Seibt kurz vor ihrem kometenhaften Aufstieg zum „Shooting Star“ der Neurechten mit niemand geringerem als Charles Koch persönlich in den USA getroffen haben. Ob das nun stimmt oder nicht: Fakt ist, dass Seibt keine „alternative Journalistin“ ist, sondern eine politische Agitatorin. Das zeigte sich schon an ihrer Dauerwerbung für die AfD, in die ebenfalls Geld aus elitären Kreisen floss, beispielsweise durch Baron (oder Freiherr) August von Finck, der auch Geld in andere „alternative“ Portale steckte. Es ließen sich viele solcher Beispiele nennen: Das Gatekeeping-Portal „Nius“ z.B. wurde von einem ehemaligen CDU-Mitglied und Milliardär namens Frank Gotthard finanziell gefördert, das früher vom Gatekeeper Julian Reichelt geleitet wurde.
Über den Charakter von „AUF1“ und seines Chefredakteurs Stefan Magnet als Limited Hangout, dem bereits unzählige Desinformationen nachgewiesen wurden, brauche ich ja kein Wort mehr zu verlieren – dies sollte mittlerweile eigentlich bekannt sein. AUF1 dient auch als Werbeportal für AfD und FPÖ, also „neurechte“ Parteien und wurde ebenfalls künstlich hochgezogen.
Ein kurzer Auszug aus dem im ersten Absatz verlinkten Artikel über den Council on National Policy mag genügen:
Die neurechte Trendwelle, der Trump-Hype, die neue Phase der Verschwörungsmedien, der Kampf gegen »Kulturmarxismus« und »woke«; all das wird zentral gesteuert vom verschwiegenen amerikanischen Council for National Policy (CNP). […] Selbst die entsprechenden Szenen in Deutschland kopieren ihr Material einfach von den erfolgreichen Amerikanern ab, ohne dass es dem Publikum überhaupt bewusst ist: Ein deutscher Aktivist sieht einen Post auf einem Telegram-Kanal. Der Kanalbetreiber hat den Inhalt des Posts übernommen von einer großen amerikanischen Webseite wie Infowars. Die Betreiber von Infowars haben direkte Verbindungen zu CNP-Leuten und entstammen den Denkweisen der John Birch Society, einer Organisation, die im kalten Krieg die US-Verschwörungsmedien kontrollierte und viele Querverbindungen hat zum CNP. […] Die Q-Sekte formte sich, die ein ganzes Geheim-Team hinter Trump wähnte, welches bald die führenden Democrats verhaften würde. Die ganze neurechte Trendwelle mit neuen Influencer-Stars wurde bezahlt von den Kochs, Mercers, Shillmans und Rosenwalds. Trumps Vater hatte eine Beziehung zur JBS.
Quelle: „Der stille »Council for National Policy« steuert und bremst das gesamte rechte Spektrum“