Juni 23, 2026

Verschränkte Photonen erfolgreich über campusweites Glasfaser- und Freiraumnetzwerk verteilt – Quantum Zeitgeist

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Verschränkung – eine Schlüsselressource für Technologien der nächsten Generation – verspricht eine Revolutionierung der Kommunikation und Datenverarbeitung, indem sie die Grenzen klassischer Systeme überschreitet. 

Quelle: Entangled Photons Successfully Distributed Across Campus-Scale Fiber and Free-Space Network

Gustavo C. Amaral, Nienke M. ten Haaf und Breno Perlingeiro haben zusammen mit einem großen Team aus Institutionen wie der Niederländischen Organisation für angewandte wissenschaftliche Forschung, Qunnect NL B. V. und SingleQuantum B. V. einen bedeutenden Schritt zur Realisierung praktischer verschränkungsbasierter Netzwerke gemacht. Ihnen gelang es, polarisationsverschränkte Photonenpaare über ein campusweites Netzwerk zu verteilen, das sowohl Glasfaser- als auch Freiraum-Lichtwellenleiterverbindungen integriert. Diese Leistung, die vollständig mit handelsüblichen Komponenten erzielt wurde, bringt die technologische Reife von Quantenkommunikationssystemen voran und ebnet den Weg für den Aufbau von Netzwerken in der Frühphase, nicht nur auf der Erde, sondern auch für potenzielle Anwendungen im Weltraum.

Faser- und Freiraum-Quanten-Kommunikationssystem

Das KiQQer-Projekt demonstriert ein System, das sowohl sichere Kommunikation als auch extrem präzise Zeitsynchronisation ermöglicht. Es nutzt eine hybride Architektur, die Glasfaserverbindungen für lokale Verbindungen mit Freiraum-Optikverbindungen für größere Entfernungen kombiniert, wobei auch Satellitenverbindungen möglich sind. Eine starke Authentifizierung ist für die Sicherheit des Systems von entscheidender Bedeutung. Sie nutzt hardwarebasierte Authentifizierung, um Angriffe durch zukünftige Quantencomputer abzuwehren. Das System erzeugt Paare von verschränkten Photonen mithilfe einer speziellen Quelle, die mit zwei Wellenlängen arbeitet, eine für die Quantenkommunikation und eine für klassische Zeitsignale.

Hochempfindliche Detektoren erfassen diese einzelnen Photonen und ermöglichen so die Übertragung von Quanteninformationen. Glasfasern erleichtern Verbindungen über kurze Entfernungen, während Freiraumoptik die Reichweite erweitert und potenziell eine globale Konnektivität ermöglicht. Eine präzise Taktsynchronisation wird durch spezielle Module erreicht, die eine stabile Zeitreferenz über das Netzwerk verteilen.
Diese Forschung demonstriert die Prinzipien der Quantenschlüsselverteilung (QKD) und der Quantenzeitübertragung (QTT). Die Verschränkung, ein grundlegendes Quantenphänomen, verbindet Teilchen unabhängig von ihrer Entfernung. Physikalisch nicht klonbare Funktionen (PUFs) schaffen einzigartige, gerätespezifische Sicherheitsmerkmale, die Fälschungen erschweren. Das System begegnet Bedrohungen durch Algorithmen wie Shor durch den Einsatz quantenresistenter Authentifizierung.

Wellenlängenmultiplexverfahren (WDM) ermöglichen die gleichzeitige Übertragung mehrerer Signale über ein einziges Glasfaserkabel und erhöhen so die Datenkapazität. Der hybride Ansatz bietet einen praktischen Weg zum Aufbau skalierbarer Quantenkommunikationsnetze. Hardwarebasierte Authentifizierung ist für den Schutz vor Angriffen durch Quantencomputer unerlässlich. Das System demonstriert die Machbarkeit der Verteilung einer hochpräzisen Zeitreferenz unter Verwendung verschränkter Photonen, wodurch sichere und präzise Zeitnetze über Kontinente hinweg unter Verwendung von Satelliten als Relais ermöglicht werden könnten.

Demonstration der Verteilung von Tageslicht-Quanten-Netzwerken

Forschern ist es gelungen, verschränkte Photonen über ein Netzwerk mit drei Knotenpunkten innerhalb einer Campusumgebung zu übertragen, wobei Glasfaser- und Freiluftverbindungen kombiniert wurden. Diese Leistung stellt einen bedeutenden Schritt in Richtung praktischer Quantenkommunikationsnetzwerke dar, bei denen handelsübliche Komponenten zum Aufbau eines funktionsfähigen Systems für terrestrische und potenziell auch weltraumgestützte Anwendungen verwendet werden. Eine wichtige Neuerung war die Fähigkeit des Systems, unter Tageslichtbedingungen effektiv zu funktionieren, was für viele Quantenkommunikationsexperimente eine große Herausforderung darstellt. Die Forscher verfeinerten die Spektralfilterung, um Hintergrundrauschen zu reduzieren, und verengten die Filterbandbreite sorgfältig, um die Erkennung von Quantensignalen zu maximieren.

Dies wurde mit einem Datenerfassungs- und -verarbeitungssystem gekoppelt, das feldprogrammierbare Gate-Arrays (FPGAs) nutzt, um klassische Daten neben den Quantensignalen zu verschlüsseln, was das Potenzial für eine gleichzeitige sichere Kommunikation und Quanten-Schlüsselverteilung demonstriert. Die Forscher verwendeten Koinzidenzzählung, um nach gleichzeitigen Detektionen von verschränkten Photonen an entfernten Knoten zu suchen, was einen starken Beweis für Quanten-Korrelation liefert. Diese Errungenschaft bestätigt die Machbarkeit der Verbindung von Quantenprozessoren und ermöglicht verteiltes Rechnen für komplexe Probleme. Das System verteilte erfolgreich polarisationsverschränkte Photonenpaare – eine grundlegende Ressource für Quantentechnologien. Das System umfasst fortschrittliche Synchronisationstechniken und nutzt ein „White Rabbit”-Protokoll, um eine präzise Zeitsteuerung im gesamten Netzwerk aufrechtzuerhalten, was für die Koordination von Quantenoperationen von entscheidender Bedeutung ist. Diese Kombination von Technologien demonstriert einen umfassenden Ansatz für den Aufbau sicherer und zuverlässiger Quantennetzwerke. Die Demonstration erzielte Kompatibilität mit Quantennetzwerkanwendungen der ersten Generation, darunter die verschränkungsbasierte Quantenschlüsselverteilung, die Quantenzeitübertragung und kontrollierte physikalisch nicht klonbare Funktionen. Diese Kompatibilität zeigt, dass die Technologie über Laborversuche hinaus reift und sich in Richtung eines praktischen Einsatzes entwickelt.

Campus-Quanten-Netzwerk demonstriert Verschränkung

Diese Forschungsarbeit demonstriert erfolgreich die Verteilung verschränkter Photonen über ein campusweites Netzwerk, das sowohl Glasfaser- als auch Freiraum-Lichtverbindungen umfasst. Das vorgestellte System unterstützt potenzielle Anwendungen über die sichere Kommunikation hinaus, darunter Hochdurchsatzverschlüsselung unter Verwendung physikalisch nicht klonbarer Funktionen und präzise Quantenzeitübertragung. Berechnungen deuten darauf hin, dass das Netzwerk in Kombination mit Verschlüsselungsmethoden Datenraten von über 60 Gbit/s unterstützen könnte und einen Weg zu sicheren und widerstandsfähigen Zeitmessungslösungen unabhängig von herkömmlicher Satelliteninfrastruktur bietet.

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