Februar 22, 2024

Zweifelhafte Methoden: Einige kritische Fragen an Stefan Magnet (AUF1)

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Mit der Bitte um öffentliche Stellungnahme im Rahmen der Rechtslage bezüglich sogenannter „Personen des öffentlichen Lebens“, insbesondere unter Verweis auf Magnets Behauptung, er und Tucker Carlson stünden auf einer „ukrainischen Todesliste“.

Der Rechtsbegriff der sogenannten „Person des öffentlichen Lebens“ steht für „besonders bekannte Personen“, also solche, die im „Licht der Öffentlichkeit“ stehen. Dies gilt auf jeden Fall für Stefan Magnet, Chefredakteur des Senders AUF1. Er tritt öffentlich auf, hält Vorträge und wiederholt unermüdlich seinen Anspruch, Menschen informieren, „aufklären“ und vom Joch „der Globalisten“ befreien zu wollen.

Deshalb hat die sog. Öffentlichkeit nicht nur ein Recht darauf zu erfahren, wie glaubhaft dieser Anspruch ist, sondern auch, ob sie möglicherweise manipuliert und/oder belogen wird. Magnet wird außerdem nicht müde, der unter dem Begriff „Mainstream“ zusammengefassten Presse vorzuwerfen, sie lüge immer und ausnahmslos; es sei von ihr kein einziges wahres Wort zu erwarten. Im Gegensatz zu ihm, der stets faktenbasiert und wahrheitsgerecht arbeite, weshalb seine Mitmenschen ihm doch bitte „folgen“ mögen. Warum vor allem diese Behauptung Magnets sehr stark bezweifelt werden darf, werde ich weiter unten anhand dreier Beispiele erläutern.

Ich habe mich einige Zeit gefragt, wie ich auf Beiträge reagieren soll wie denjenigen, über den ich am 9. Februar stolperte. Stefan Magnet behauptet darin, er und der amerikanische, vorgeblich alternative Journalist Tucker Carlson stünden auf einer „ukrainischen Todesliste“ (selbstverständlich habe ich von diesem Beitrag einen Screenshot zum Beweis gemacht, siehe untenstehender Link). Es versteht sich von selbst, daß solche Behauptungen nicht nur in ethischer, sondern auch rechtlicher Hinsicht von großer Tragweite sind.

Das erwartbare Kopfschütteln mancher Mitmenschen angesichts meiner nachfolgenden Ausführungen ist mir ebenso klar wie vollkommen egal, da ich weiß, wovon ich rede. Dies sei vorsichtshalber vorausgeschickt, da es sich nicht um völlig haltlose Vermutungen meinerseits handelt oder reine Erfindungen, sondern real bestehende Möglichkeiten, die nicht einfach ignoriert werden können.

Folgende Möglichkeiten gibt es: a) es handelt sich um eine Erfindung Magnets. Das ergäbe allerdings keinerlei Sinn, da viele seiner Leser und Zuschauer natürlich auf die Idee kommen könnten, ihn um einen Nachweis der Richtigkeit zu bitten. b) Es handelt sich um eine Fälschung, d.h., sein und Carlsons Name wurden z.B. einer Liste auf einer Fake-Website hinzugefügt. c) die Behauptung ist richtig, die Website bzw. Liste ist also authentisch und beide Namen finden sich darauf. In den letztgenannten beiden Fällen b und c stünde dann aber die Frage im Raum, ob möglicherweise auf geheimdienstlicher Ebene nachgeholfen wurde.

Ich hatte in zurückliegenden Beiträgen bereits darauf hingewiesen, daß bereits seit geraumer Zeit Versuche unternommen werden, die Deutungs- bzw. Meinungshoheit in den alternativen Medien zu erlangen, um die Narrative besser kontrollieren zu können. Dazu gibt es mehrere Methoden, die ich ebenfalls erläutert habe. Eine der beliebtesten und am häufigsten verwendeten ist der „Popularitäts-„ bzw. „Reichweiten-Trick“. Er dient der „Aufmerksamkeitsbindung“, wobei es darum geht, z.B. durch besonders hohe Aufrufzahlen einer Webseite zu suggerieren, dies allein sei bereits eine Art Nachweis für Richtigkeit oder Wahrheitsgehalt der präsentierten Informationen. Es bedarf keiner Erklärung, warum das natürlich Schwachsinn ist. Hier sei dazu nur Schiller zitiert: „Man soll die Stimmen wägen und nicht zählen“. In den deutschen Alternativmedien bedient sich z.B. Oliver Janich gerne dieser billigen Methode, indem er ständig auf die „Millionen Views“ eines Tucker Carlson verweist – als besäße das irgendeine Aussagekraft bezüglich der Richtigkeit präsentierter Informationen. Zudem wäre nach der Echtheit der Zahlen zu fragen, da es heutzutage mühelos möglich ist, sich Views, Follower, Likes etc. ganz buchstäblich zu kaufen (siehe Firmen wie z.B. „Socialbooster24“).

Wie Kit Knightly in seinem Artikel „Was niemand über Tucker Carlsons Putin-Interview sagt“ schreibt: „Tatsache ist, dass die alten Medien aussterben. Was eine gute Sache ist. Aber glauben Sie, dass das Establishment das nicht sieht? Glauben Sie, es wäre ihnen nicht in den Sinn gekommen, die Kontrolle über die neuen Medienplattformen an sich zu reißen und »Führer« in vermeintlich unabhängige Medienbewegungen einzuschleusen? […] Auf Wiedersehen, altmodisches CNN, hallo, ehrliche, völlig organische Guerilla-Nachrichten, die per Livestream auf X übertragen werden und völlig zufällig vom Algorithmus gefördert werden. […] Auf Wiedersehen Tucker Carlson, bezahlter Disinfo-Promoter, hallo Tucker Carlson, Stimme der neuen Medien, die irgendwie immer noch von genau den Kräften gefördert wird, die er eigentlich bekämpfen sollte. […] Und indem das Establishment die aufstrebenden neuen Medien mit Stimmen des Establishments füttert, die angeblich »abtrünnig« geworden sind, übernimmt es die Kontrolle über sie.“

Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Zwei weitere Methoden seien wegen der Häufigkeit ihrer Anwendung beschrieben:

a) Besonders aufsehenerregende Meldungen und Behauptungen sollen den Eindruck erwecken, man würde angegriffen oder verfolgt. Was dann als „Beweis“ ausgegeben wird dafür, man sei ein absolut authentischer, echter Widerständler, an dessen Glaubwürdigkeit keinerlei Zweifel mehr bestünden. Die anglo-amerikanischen Nachrichten- und Geheimdienste – aber natürlich nicht nur sie – bedienen sich seit langer Zeit solcher Methoden, um „Maulwürfe“, Gatekeeper und sogenannte „Limited Hangouts“ an prominenter Stelle im „Öffentlichen Bewußtsein“ zu platzieren. Auf gut Deutsch: „Bauernfängerei“. Je mehr solcher Leute man prominent positionieren kann, desto dichter wird das Kontrollnetz. Auf diese Weise lassen sich unerwünschte Stimmen recht einfach marginalisieren, da diese dann durch die Konzentration der Konsumenten auf die „bekanntesten“ Namen in den Hintergrund rücken.

b) Es wird Opposition vorgetäuscht dadurch, „Assets“ (also Kontaktpersonen der Dienste), die in den Mainstream-Medien arbeiten, einen solchen Maulwurf (in den alternativen Medien) gezielt massiv angreifen zu lassen. Dadurch sollen die Konsumenten dieser Medien dazu verleitet werden, zu glauben, aufgrund dieser Angriffe des „Establishments“ könne es sich beim Angegriffenen ja nur um einen glaubwürdigen Oppositionellen handeln.

Solche Methoden gehören zum „festen Kern“ jeder professionellen nachrichten- und geheimdienstlichen Arbeit. Jeder, der etwas von dieser Materie versteht, wird das sofort bestätigen.

Was ich deshalb erwähne, weil Stefan Magnet in betreffendem Beitrag (siehe Screenshot) mit Blick auf eine ukrainische Webseite namens „Molfar“, auf der Todeslisten veröffentlicht werden, schreibt:

„Recherchen zufolge arbeiten die Betreiber der Seite mit dem britischen Geheimdienst MI6 zusammen, weshalb auch generell anti-globalistische Ziele gelistet werden. Wer eine »agenda-kritische Linie« verfolgt, wird als mögliches Ziel markiert. Beobachter sehen hier auch den Versuch »des Deep State, mittels des GB-Geheimdienstes MI6 ukrainische Killerkommandos für ihre Drecksarbeit zu nutzen. So soll die Beseitigung von Anti-Globalisten an ukrainische Söldner ausgelagert werden«.“

Bei jedem Menschen mit einem Minimum an Hirnstrom müssen hier natürlich sofort folgende Fragen wie aus der Pistole geschossen kommen:

Erstens: Welche „Beobachter“ sind das bitte? Ich fordere konkrete Namen. Denn anhand dieser Namen könnte man durch eine Überprüfung ihrer Hintergründe eine Abschätzung ihrer Glaubwürdigkeit vornehmen – vorher nicht. Das wäre ein seriöses Vorgehen. Ich fordere ferner Beweise, daß der „Deep State“ versucht, ukrainische Killerkommandos zur „Beseitigung von Anti-Globalisten“ zu nutzen. Behaupten kann man viel. Außerdem fordere ich von Magnet eine genauere Definition des Begriffs „Anti-Globalist“.

Zweitens: Wer oder was GENAU ist der „Deep State“? Auch hier fordere ich eine umfassende, zufriedenstellende Definition. Also eine umfangreiche Liste, welche Organisationen und Personen genau es sind, die diesen „Deep State“ bilden. Bitte nicht nur Soros oder Schwab, auf denen Magnet ständig herumreitet. Die Realität ist kein Abzählreim für Kinder, sie besteht nicht nur aus zwei Leuten. Und diffuses Gerede über einen „Deep State“ wird nicht dadurch konkreter, daß es unablässig von „Q“-Spinnern oder fanatischen Anhängern der Republicans wiederholt wird, die schon seit Jahren den Quatsch verbreiten, der „Deep State“ sei eine ausschließlich linke Veranstaltung der Democrats. Dieses Märchen läuft auf das altbekannte Prinzip „Good Cop, Bad Cop“ hinaus – und sie ist und bleibt falsch.

Drittens und am wichtigsten: Kann Stefan Magnet die völlig berechtigten Zweifel glaubwürdig und zufriedenstellend zerstreuen, daß es sich hier womöglich nicht nur um eine Aktion unter geheimdienstlicher Mithilfe handelt, um ihm dadurch noch mehr Zulauf zu verschaffen und seine Glaubwürdigkeit als angeblicher Widerständler gegen „die Globalisten“ zu erhöhen mit dem Zweck, eine Deutungshoheit in den alternativen Medien anzustreben? Nochmal: Diese Möglichkeit besteht nunmal – sie verschwindet nicht dadurch, daß Menschen, die nicht über die nötigen Kenntnisse in Sachen geheimdienstlicher Methodik verfügen, sie einfach als „Spinnerei“ abtun. Wenn die Betreiber der genannten Webseite, wie Magnet nahelegt, mit dem MI6 zusammenarbeiten, muß diese Möglichkeit erst recht in Betracht gezogen werden.

Die Beweislast liegt bei Magnet. Bloße Behauptungen genügen nicht. Er muß beweisen können, daß Globalisten tatsächlich beabsichtigen, ihn (und Tucker Carlson) ermorden zu lassen. Wie ich bereits sagte, ziehe ich diese Behauptung in große Zweifel. Es genügt leider auch nicht, auf irgendeine Webseite zu verweisen – da es sich um ein Täuschungsmanöver unter geheimdienstlicher Mithilfe handeln könnte.

Ich habe diese Zweifel auch deshalb, weil Magnet dafür viel zu schlechte Arbeit leistet. Wäre ich Globalist, würde ich mich durch ihn in keinster Weise bedroht fühlen. Wer sich daran stört: Aufgrund meiner nunmehr fast drei Jahrzehnte umspannenden Arbeit mit dieser Materie befinde mich in der Position, solche Einschätzungen vornehmen zu können. So leid’s mir tut: Überwiegend nur auf einem Thema wie „Transhumanismus“ herumzureiten, einen ausgeprägten Personenkult um sich selbst zu betreiben und obendrein Falschbehauptungen zu verbreiten, die eher geeignet sind, „den Globalisten“ auch noch zuzuarbeiten, als ihre (von Magnet behaupteten) Absichten zu durchkreuzen, wirkt nicht sehr plausibel.

Und damit wäre ich bei den oben angekündigten drei Beispielen.

In einem Telegram-Beitrag behauptete Magnet, George Soros sei „die Spinne im globalen Netz“. Sollten Sie darüber lachen: Was ist denn bitte unplausibel daran, ein 94jähriger Greis mit schweren altersbedingten Gebrechen sei der Kopf einer globalen Verschwörung? Wenn das keine seriöse „Agenda-Kritik“ ist, die globalistischen Plänen den finalen Todesstoß versetzt – was dann? Kein Wunder, daß man für so viel profunde Tiefenrecherchen und geballte inhaltliche Substanz auf einer Abschußliste landen kann. Sarkasmus beiseite: Viel interessanter ist doch aber, daß es sich dabei um eine beliebte Methode handelt, durch Fokussierung der Aufmerksamkeit auf einzelne Gestalten über die anderen nicht mehr sprechen zu müssen. Was „den Globalisten“ durchaus gefallen könnte. Rein theoretisch.

Wer anderen ständig vorwirft, zu lügen, sollte dies selber vermeiden. Damit wäre ich beim zweiten Beispiel. Magnet behauptete unmittelbar (!) nach Verkündung des Ergebnisses der Wahl in Italien, die Giorgia Meloni zur Ministerpräsidentin machte, diese mache, Zitat, „den Globalisten einen Strich durch die Rechnung“. Ich war baff. So schnell kann man gar nicht gucken. Das Wahlergebnis war gerade erst verkündet worden. Die Frau war noch nicht mal richtig im Amt. Sie hatte noch keine einzige politische Amtshandlung vollzogen. Und schon laufen die Globalisten in Scharen davon, panisch kreischend: Wir haben fertig! Wie hat sie das bloß gemacht? Die Beweisführung, daß es sich dabei um eine bewußte Lüge handelte, ist psychologisch banal: Niemand verwendet solche Formulierungen aus reinem Bauchkribbeln. Selbstverständlich liegt dem eine bewußte Handlung zugrunde, somit ist die Lüge bzw. der Täuschungsvorsatz eindeutig nachgewiesen. Direkt nach Veröffentlichung eines Wahlergebnisses solche Behauptungen aufzustellen, ist ein grotesker Witz.

Das dritte Beispiel ist eher harmlos, ja sogar Comedy Gold: Magnet behauptete kürzlich, Oliver Janich habe im „Globalisten-Knast“ gesessen. Ich bin mal großzügig und gebe ihm ab Veröffentlichung dieses Beitrags eine ganze Woche Zeit (also bis nächsten Mittwoch), mir stichhaltige Beweise dafür vorzulegen, daß sich die Haftanstalt, in der Janich einsaß, im Besitz oder unter Kontrolle von Globalisten befindet und er auf ihren ausdrücklichen Wunsch hin inhaftiert wurde. Ich warte. Und warte. Und wenn ich wegen altersbedingter Inkontinenz Windeln tragen muß, werde ich immer noch auf diese Beweise warten – so viel steht fest, da beißt die „alternative“ Maus leider keinen Faden ab.

Im Lichte obiger drei Beispiele – ich könnte noch mehr nennen – stellt sich mir die Frage: Warum sollten Globalisten den Wunsch verspüren, so jemanden zu beseitigen? Also jemanden, der ihnen durch die Verbreitung solchen und anderen Unsinns ja eine ideale Steilvorlage liefert, ihren „Kampf gegen Fake News“ zu eskalieren und härtere Kontrollen, sprich Zensurmaßnahmen für das Internet zu fordern? Warum jemanden, der sich in diesem Sinne als durchaus nützlich erweist, physisch aus dem Weg räumen lassen?

Es reicht. So darf es nicht weitergehen in den „alternativen Medien“.

Magnets Andeutung, Globalisten wollten ihn töten lassen, wirft einige sehr schwerwiegende Fragen auf, denen er sich gerade als „Person des öffentlichen Lebens“ stellen muß. Ich habe in diesem Beitrag dargelegt, warum.

Falschbehauptungen wie die drei beispielhaft genannten sind zudem geeignet, den alternativen Medien insgesamt immensen Schaden zuzufügen, sie in Verruf zu bringen. Es liegt an den anständigen, seriös arbeitenden alternativen Journalisten, diesem Treiben – schon aus Eigeninteresse – Einhalt zu gebieten.

Artikel-Update:

Nun hat Magnet einen weiteren fragwürdigen Beitrag veröffentlicht.

Siehe dazu meinen obigen Text: Wo bleiben die Beweise? Es handelt sich um bloße Behauptungen Magnets. Wer oder was GENAU ist der „Deep State“? Wieso legt Magnet keine überprüfbaren Belege dafür vor?

„Auch innerhalb des Systems tobt ein lautloser Machtkampf“ – Herr Magnet, Sie sind eine sogenannte „Person des öffentlichen Lebens“.

LEGEN SIE BITTE ÜBERPRÜFBARE BEWEISE FÜR DIESE BEHAUPTUNG VOR. ICH HÄTTE GERNE BELEGE DAFÜR, DASS INNERHALB DES SYSTEMS EIN „LAUTLOSER MACHTKAMPF“ TOBT.

ES REICHT.

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