Buchvorstellung: „Die Zweite Kopernikanische Wende“
Warum sagte der Physik-Nobelpreisträger Max Planck im Interview mit der britischen Zeitung „The Observer“ im Jahre 1931: „Ich betrachte Bewusstsein als fundamental. Ich betrachte Materie als vom Bewusstsein abgeleitet“? Warum vermutete der Medizin-Nobelpreisträger George Wald, es könne „Geist“ gewesen sein, der ein physisches Universum schuf? Warum zeigten sich einige der berühmtesten Physiker so verblüfft über die Ähnlichkeiten zwischen antiken Philosophien und Kosmologien wie dem Brahmanismus und Taoismus und den Erkenntnissen der modernen Quantenphysik? Und wieso spekulierte der amerikanische Physiker John Archibald Wheeler, vielleicht sei es eines Tages möglich, die gesamte Physik und auch die Natur dessen, was wir als Wirklichkeit betrachten, in der „Sprache der Information“ zu beschreiben?
Natürlich wäre hier erst einmal zu klären, was genau man sich unter nach wie vor eher diffusen Begriffen wie „Bewusstsein“ und „Geist“ vorzustellen habe. Diese Frage ist nämlich – trotz der heute vorliegenden großen Zahl an Theorien dazu – keineswegs vollständig geklärt. Ist das, was wir „Bewusstsein“ oder „Geist“ nennen, möglicherweise ein „Grenzphänomen“ zwischen Quanten- und klassisch-physikalischer Welt? Zwischen dem Unbestimmten und Bestimmten, zwischen „Nichtlokalität“ und „Lokalität“, um zwei quantenphysikalische Begriffe zu verwenden?
Sachbuchautor Axel B.C. Krauss bietet Lesern im vorliegenden Buch einen leicht verständlichen Einstieg in komplexe Forschungsfelder wie Quantenphysik, Quantenbiologie, Informationstheorie, Bewusstseins- und Evolutionsforschung. Mithilfe zahlreicher Analogien aus der Vorstellungswelt des Alltags werden abstrakte Konzepte anschaulich erläutert und fassbar gemacht. Im Addendum des Buches finden naturwissenschaftlich anspruchsvollere Leser zudem nähere Erläuterungen und Präzisierungen der verwendeten Begriffe, zudem auch einige natur- und existenzphilosophischen Texte zur Verdeutlichung der Parallelen vor allem zur Quantenphysik.