September 29, 2022

Großbritannien will „versehentliches“ Verbot der Züchtung essbarer Insekten aufheben – Kit Knightly

Quelle: UK to reverse “accidental” ban on edible insect farming – OffGuardian

Gute Nachrichten: Unternehmen im Vereinigten Königreich können bald wieder mehrere Arten „essbarer Insekten“ produzieren und verkaufen.

Offenbar hat der Brexit zur Folge, dass das Vereinigte Königreich nicht mehr zum „Novel Food“-Programm der Europäischen Union gehört, in dem viele Insektenarten für den menschlichen Verzehr zugelassen sind.

Aus diesem Grund ist die Zucht und der Verkauf von Insekten als Lebensmittel im Vereinigten Königreich seit Jahren grundsätzlich verboten.

Die BBC brachte vor einigen Tagen einen Bericht darüber, in dem sie die Auswirkungen auf die britische Industrie für essbare Insekten beklagte und titelte:

Hat der Brexit unsere Industrie für essbare Insekten vernichtet?

Die Nummer wiederholt die allzu bekannte Propaganda für den Verzehr von Insekten und suggeriert, dass es eine „Wiederbelebung“ geben könnte:

Insekten – das Superfood, das nicht die Welt kostet. Sie enthalten mehr Proteine als Fleisch und setzen weit weniger CO2-Emissionen frei als die Viehzucht. Experten sagen uns also, dass wir mehr Insekten essen sollten, wenn wir den Planeten retten wollen. Allerdings wurde der Verkauf von Insekten als Lebensmittel im Vereinigten Königreich nach dem Brexit im Wesentlichen verboten, so dass die Insektenindustrie in der Schwebe hängt. Doch könnte es jetzt zu einer Wiederbelebung kommen?

Die „Wiederbelebung“ ist seit mindestens einigen Wochen in Arbeit. Letzten Monat hat die britische Regierung eine „Konsultation“ über den rechtlichen Status von essbaren Insekten eingeleitet, wie auf der Website der „Food Standard’s Agency“ zu lesen ist:

Die Food Standards Agency (FSA) hat Pläne vorgelegt, die es erlauben, essbare Insekten auf dem Markt zu belassen, während sie das Zulassungsverfahren für neuartige Lebensmittel zur Bewertung ihrer Sicherheit durchlaufen.

Das bedeutet, dass man jetzt im Vereinigten Königreich legal essbare Insekten züchten und verkaufen kann, obwohl es keine formale gesetzliche Genehmigung oder gar eine „Bewertung ihrer Sicherheit“ gibt.

Unabhängig von den technischen Aspekten ist der Vorstoß, essbare Insekten an die breite Öffentlichkeit zu verkaufen, nichts Neues. Interessant ist jedoch der Blickwinkel, den die Propaganda dabei einnimmt. Es geht nicht darum, dass der Verkauf von Insekten im Supermarkt neu oder anders ist, sondern darum, dass er eigentlich schon die ganze Zeit legal sein sollte und nur eine dumme kleine staatliche Aufsicht im Weg stand.

Ein perfektes Beispiel dafür ist dieser VICE-Artikel vom Montag, in dem wörtlich behauptet wird, dass das Verbot der Insektenzucht ein „Unfall“ war und nun endlich behoben wurde:

Kleine Mehlwürmer und Hausgrillen stehen im Vereinigten Königreich wieder auf dem Speiseplan, nachdem britische Unternehmen sie mehrere Jahre lang als unbeabsichtigte Folge des Austritts des Landes aus der Europäischen Union nicht mehr verkaufen durften.

„Käfer zu züchten und sie als Lebensmittel zu verkaufen, ist normal, alltäglich und völlig in Ordnung. So haben wir es immer gemacht, bevor der dumme Brexit alles ruiniert hat! Wären die verdammten Tories nicht so fußlahm und inkompetent, hätten wir die ganze Zeit Mehlwürmer gegessen, so wie sie es in Frankreich tun.“

Offensichtlich verkauft man der Mittelschicht so das Essen von Käfern – man sagt, die Brexiteers wollten das nicht.

Das alles ist Teil einer klaren Bemühung, die „Eat Ze Bugs“-Propaganda von ihren „New Normal“-Wurzeln zu lösen und das Narrativ neu zu strukturieren. Es wird so getan, als sei das Essen von Käfern völlig normal und schon immer Teil des Status quo gewesen.

Die Zyniker unter Ihnen werden diese Geschichte wahrscheinlich anzweifeln. Aber Sie können jetzt die Klappe halten und die Käfer essen. Es ist jetzt legal …

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