September 29, 2022

Lesetipp: Alexander Beneschs Buchreihe „Die tiefsten Geheimnisse der Supermächte“

Daß ich dem deutschen Historiker und Publizisten Alexander Benesch, Betreiber der Webseite „Recentr“, nicht immer zustimme, hatte ich bereits deutlich gemacht. Es gibt einige Punkte – vor allem mit Blick auf die „Corona-Pandemie“ – bei denen ich nach wie vor anderer Meinung bin. Soll ja vorkommen, daß Menschen nicht immer derselben Meinung sind. Eigentlich banal.

Ansonsten kann ich nur sagen: Seine Buchreihe „Die tiefsten Geheimnisse der Supermächte“ ist herausragend. Ich habe nun die ersten vier Bände gelesen und bin – wie gesagt, abgesehen von einigen wenigen Kritikpunkten – begeistert. Vor allem deshalb, weil Benesch ganz besonders in Band 1 („Revolution“) und Band 2 („Religion“) eine Fülle hochinteressanter, wissenswerter Informationen über die Geschichte der großen Imperien, ihre politischen und geheimdienstlichen Taktiken sowie ihrerHerrschafts- und Machterhaltungstechniken liefert, die man in der Mainstream-Geschichtsschreibung vergeblich sucht. Und nicht nur dort – auch in dem, was sich heute als „Alternative Medien“ oder „Enthüllungs-“ bzw. „Verschwörungsliteratur“ bezeichnet.

Mein Hauptkritikpunkt wäre, daß Benesch meiner Ansicht nach die Rolle des Vatikan und des Jesuitenordens nicht genug hervorhebt. Aufgrund eigener Recherchen bin ich da anderer Meinung, aber das tut seinen Büchern keinen Abbruch: Man darf schließlich nicht vergessen, daß man als Historiker (Benesch studierte Geschichte) aufgrund der enormen Komplexität dieser Themenfelder unmöglich alles erschöpfend abhandeln kann. Es gibt nicht umsonst hochspezialisierte Forschungsfelder zu den einzelnen Bereichen. Benesch bemüht sich in seiner Buchreihe „Die tiefsten Geheimnisse der Supermächte“, einen „Roten Faden“ herauszuarbeiten (den es tatsächlich gibt), der Lesern beim Verständnis der Welt, in der sie heute leben, enorm helfen kann.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse, die man aus Beneschs Büchern ziehen kann, ist ein tieferes Verständnis der geschichtlichen Kontinuität bestimmter Herrschaftstechniken, auch solcher der Unterwanderung, Manipulation und Kontrolle von Gegen- bzw. Widerstandbewegungen – denen, wie Benesch völlig richtig schreibt, viele alternative „Medienmacher“ leider auch heute noch auf den Leim gehen.

Zwei kleine Auszüge sollen als Appetitanreger genügen:

„Das weströmische Reich ging nicht in dem Sinne unter, wie lange Zeit geglaubt wurde, sondern die elitären Dynastien verlagerten ihren Schwerpunkt nach Europa, das leichter zu verteidigen war und dafür wurde es notwendig, noch stärker als zuvor mit Germanen zu verschmelzen. Verschiedene konkurrierende europäische Könige und Clans beanspruchten, die legitime Nachfolge Roms zu verkörpern und das Christentum anzuführen, während sie heimlich die antiken römischen und vor-römischen Mysterien-Geheimkulte weiterpflegten. Letztendlich setzte sich dabei der Welfen-Adel durch und inszenierte den britischen Parlamentarismus, die Amerikanische Revolution und die kommunistische Revolution in Russland. Man täuschte der Welt den Machtverlust des Adels vor und daß eine neue Ära begonnen hätte von Großkapitalisten, demokratischen Parteien und Kommunisten. Das ost-römische Reich war zum byzantinischen Reich geworden und beeinflusste frühzeitig Russland, das sich heute als ‚drittes Rom‘ inszeniert. Im 19. Jahrhundert gelang es den Welfen, die Kontrolle über den russischen Zaren-Hof zu gewinnen und die Mysterien-Kulte in verschiedenen Formen wie dem Freimaurertum noch stärker zu verbreiten. Mit der deutlich okkultistisch beeinflussten kommunistischen Revolution gelang es den Welfen im 20. Jahrhundert, den gewöhnlichen, alteingesessenen Adel Russlands endlich zu vertreiben, der jahrhundertelang den Zaren Schwierigkeiten bereitet hatte. Wie die Angloamerikaner und Russland das kommunistische China geschaffen hatten, die dritte Supermacht der heutigen Zeit, habe ich im ersten Band dieser Buchreihe geschildert.“ – Alexander Benesch, „Die tiefsten Geheimnisse der Supermächte, Band 2: Religion“, S. 8-9

Hand aufs Herz: Wo haben Sie in letzter Zeit solche Analysen gelesen? In welcher Zeitung? In welchem „alternativen Medium“? Stattdessen wird gerade im Großteil dessen, was sich heute „alternative Medien“ nennt, immer noch die Falschinformation verbreitet und am Leben erhalten, die Machteliten hinter dem Projekt der „Neuen Weltordnung“ z.B. wären ausschließlich anglo-amerikanischer Provenienz. Eine drastische Verkürzung der dahinterstehenden, langwierigen und komplexen Geschichte.

Ein zweiter Auszug zur Verdeutlichung der Qualität und der immensen Recherche-Arbeit, die Benesch in diese Bücher gesteckt haben muß:

„Im 18. Jahrhundert bereits kam das Freimaurertum (basierend auf den europäischen Welfen) nach Russland; soweit wir wissen, durch russische Offiziere und Funktionäre, die im Ausland arbeiteten. Einige Deutsche und Briten wurden besonders wichtig für die Modernisierung und Führung der russischen Streitkräfte. 1731 wurde Captain John Philips der ‚Provincial Grand Master‘ des Freimaurertums in Russland und man erregte zunächst wenig Aufsehen, da man erst langsam Logen aufbaute und behauptete, jene seien hauptsächlich für Diplomaten und Geschäftsleute aus Deutschland und England gedacht und könnten die Kooperation fördern mit einflussreichen aristokratischen Russen aus Familien wie Sumarokow, Golowin oder Golitsyn. Mit ähnlichen Beschwichtigungen verbreitete sich das Freimaurertum auch zweitweise erfolgreich in der muslimischen Welt. Hinter der Freimaurerei in Russland steckte der ‚Royal Arch‘ in England und man hielt geheim, wer letztendlich die Befehle gab. […] 1995 gab es wieder eine Großloge in Russland, die von der englischen Großloge, der irischen und der schottischen Großloge anerkannt wurde. Der russische Großmeister Andrej Bogdanow bekam den 33. Grad des schottischen Ritus verliehen und wurde aufgenommen in die Holy Royal Arch in London.“ – Alexander Benesch, „Die tiefsten Geheimnisse der Supermächte, Band 2: Religion“, S. 96 – 100

Nanu? Aber Freimaurerei gibt es doch nur im Westen? Wird zumindest in vielen alternativen Medien gerne kolportiert. Ist aber falsch. Dasselbe gilt für die islamische Welt. Kleine Randbemerkung unter Vorbehalt: Der Anführer des sogenannten „Islamischen Staates“ (ISIS), Abu akr Al-Badghdadi, soll Mitglied einer Loge namens „Hathor Pentalpha“ gewesen sein, die angeblich von den Bushes (George H.W. Bush und seinem Sohn George W. Bush, beides Mitglieder der Geheimgesellschaft „Skull & Bones“) gegründet wurde. Wie gesagt: Unter Vorbehalt. Ich konnte bislang keine wirkliche Bestätigung dafür finden. Denkbar wäre es allerdings – nämlich aufgrund der Tatsache, daß – wie Benesch in seinen Büchern herausarbeitet – das „British Empire“ früher selber islamische Organisationen mithilfe von Freimaurerlogen gründete und kontrollierte, um die Entstehung eines konkurrierenden Großreiches in Form eines neuen islamischen Kalifats zu verhindern.

Bei dieser doch eher kurzen Besprechung werde ich es belassen. Nicht aus Faulheit. Sondern weil ich dazu animieren möchte, sich die Bücher zu besorgen und zu lesen.

Und sicherheitshalber sei es noch einmal wiederholt, falls mir das jemand wieder vorwerfen möchte: Man muß mit einem Autor nicht in allen Punkten übereinstimmen, um seine Bücher trotzdem zu empfehlen. Daß Benesch z.B. im vierten Band („Die tiefsten Geheimnisse der Supermächte, Band 4: Herrschafts- und Widerstandstechniken“) ausgerechnet Mainstream-Kampfvokabeln wie „Covid-Leugner“ verwendet, ist mir natürlich aufgestoßen. Aber das ändert nichts daran, daß er mit dieser Buchreihe insgesamt gesehen Texte in einer Qualität vorgelegt hat, von denen sich so mancher andere „Alternative“ heutzutage eine dicke, fette Scheibe abschneiden sollte.

Deshalb eine klare Kaufempfehlung.

Sie können die Bücher der Reihe „Die tiefsten Geheimnisse der Supermächte“ im Recentr-Buchshop bestellen.

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