Februar 26, 2024

„Wagner-Putsch“: Für eine Handvoll Spekulationen

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Eigentlich sollte es unnötig sein, überhaupt darauf hinzuweisen, aber bitte: Zu diesem Zeitpunkt liegen noch viel zu wenig verläßliche Informationen vor, um überhaupt ein vernünftiges „Urteil“ über die Vorgänge in Rostow und die politische Implikationen vorzunehmen. Man kann höchstens spekulieren. Deshalb zögere ich, mich hier überhaupt auf ausufernde Bemerkungen einzulassen. Ich tue das nur, weil ich allein heute Dutzende Zuschriften per E-Mail erhielt, die mich um eine Einschätzung baten.

Erstens: Wenn ich schon wieder die ganzen Erklärbärchen herumflattern sehe und -gackern höre wie geköpfte Hühner, allen voran natürlich der unvermeidliche Jürgen Elschwätzer vom Magazin „COMPACT – Mut zu fanatisch prorussischer Einseitigkeit“, seines Zeichens Putin-Hardcore-Fanboy und selbsternannter „Star“ der „alternativen Szene“, die sich bereits zu diesem Zeitpunkt anmaßen und ganz bewußt den Eindruck erwecken, sie wüßten bereits, was da vor sich geht, kotze ich auch gleich wieder auf den Tisch. Es ist immer dasselbe mit diesen Typen: Ohne daß auch nur eine einzige wirklich gesicherte Information vorläge, sperrt man das Maul auf in einer Weise, daß selbst die Schnauze eines gähnenden Nilpferds sich dagegen ausnimmt wie ein Nadelöhr und mimt den Cheferklärer der Weltpolitik. Es tut mir leid, ich komme mit solchen Leuten absolut nicht mehr klar. Wie wär’s denn mal damit, erstmal etwas bescheidener aufzutreten, statt gleich den Obergeopolitikversteher raushängen zu lassen? Was ist bei euch eigentlich schief gelaufen, daß ihr wie seelenlose Biobots immer dasselbe Phrasenstroh drescht: Washington, CIA, NATO-Putsch – ist doch klar! Klar ist das klar. Weil, es ist ja immer und ausnahmslos der Westen schuld. Auf die Idee, daß andere Regierungen und Regime und ihre Nachrichten- und Geheimdienste ebenfalls so manchen hübschen Leichenberg im Keller beherbergen, erst recht der russische, kommt ihr nicht – oder ihr wollt es nicht sehen.

Ich mache euch einen konstruktiven Vorschlag: Geht doch endlich mal in die Vollen. Gebt doch mal Vollgas. Ich freue mich auf künftige Artikel wie „Sensation: Kain erschlug Abel im Auftrag der CIA“, „Warum Cäsar sterben mußte: Brutus‘ Handler war CIA-Assett“ oder „Vulkanausbruch in Pompeji von NATO-Erdbebenwaffe ausgelöst“. Und jetzt geht kacken, ihr Experten für Tunnelblicke vom Durchmesser eines Nanoröhrchens.

Ups. Verzeihung, da gingen wohl die Pferde mit mir durch. Naja, es war überfällig. Es ist nicht mehr auszuhalten.

Jedenfalls wäre ein solches Szenario – rein theoretisch – eine Möglichkeit. Vielleicht will Washington hier eine „Farbige Revolution“ inszenieren? Und zu welchem Zweck bitte? Um den „ungeliebten“ Putin wegzuputschen? Meint ihr damit zufällig denselben Putin, der bislang noch alles getan hat, um den Herrschaften Globalisten und ihrer technokratischen Agenda zu gefallen? Von Smart Cities, CBDCs, biometrischen Methoden der Bevölkerungskontrolle und -überwachung bis hin zum Impfwahn, der der ganzen Welt seine messianischen Heilsmittel injizieren will (Putin ist ein großer Fan des „weltweiten“ Impfens, ebenso wie eine Christine Lagarde, ein Klaus Schwab, ein Justin Trudeau, die Ex-Kanzlerette Merkel etc. etc.) – ja, in Russland ist alles drin, was so ein künftiger Global Governance-Groupie zum Großwerden braucht. Leser meine Webseite wissen das natürlich, da ich regelmäßig die Artikel eines Riley Waggaman oder Iain Davis übersetzt habe. Von einem echten, wirklich glaubhaften „Widerstand“ Russlands „gegen die NWO“ unter Kissinger-Kumpan Putin kann nicht die Rede sein.

Und sagte der „Feind“ der „westlichen“ Globalisten (Blabla) Putin nicht in einer Rede selber einmal, die Zentralbanken der Welt würden eine immens wichtige Rolle bei der neu entstehenden Weltfinanzordnung nach der von der WHO viral gemachten Pandemie spielen? Komisch. Warum sagt Putin, der große Gegner, der aufrechte, wackere, tapfere Held, den Bürgern seines Landes nicht ganz offen und ehrlich: Zentralbanken sind Instrumente finanztechnokratischer Machtausübung.

Oder habe ich was verpaßt? Was soll’s …

Das alles ist streng genommen noch kein Beweis – schon richtig. Es fällt mir aber nunmal leider kein Grund ein, warum jemand, der sich bisher doch so viel Mühe gab, z.B. die „UN-Agenda 2030“ und die „Vierte Industrielle Revolution“ zu promoten und in dem von ihm regierten Land eifrig voranzutreiben, für die „westlichen Globalisten“ ein Problem darstellen sollte …

Ich wüßte auch deshalb nicht, warum Washington Putin wegputschen sollte, da er durch sein Agieren in der Ukraine dem militärisch-industriellen Gottkomplex der USA eine ganz, ganz wunderdufte Gelegenheit liefert, immer schön militärisches Gerät, Munition und anderen kriegswichtigen Nachschub anzuliefern. Daß dieser Krieg absichtlich künstlich in die Länge gezogen wird, ist ja Fakt. Das ist an diesem Punkt hyperoffensichtlich. Oder wie Alexander Benesch von „Recentr“ es ganz richtig ausdrückte:

Die NATO-Führung ließ den Russen offensichtlich genügend Zeit, um sich einzugraben und sich zu schützen vor der ukrainischen Gegenoffensive. Die langsamen Waffenlieferungen an die Ukraine sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache.

Ja ich glaube, das könnte man so formulieren. Ich würde sogar sagen: Die ganz bewußt langsamen Waffenlieferungen an die Ukraine sprechen eine offenfuckingsichtliche Sprache. Das ist ja schon ein Schreien. Es fällt einen ja schon an wie ein Rudel ausgehungerter Hyänen.

Bitte vergessen Sie nicht:

War is a Racket

Und zwar nicht nur für „eine Seite“.

Nun gut: Welche anderen Szenarien ließen sich denken?

Mögliches Szenario 1: Die Militärführung Russlands ist sicher nicht völlig verblödet. Vielleicht haben sie sich ja auch mal im Internet umgeschaut, vielleicht haben sie – so wie mittlerweile viele andere und auch ich – ein bisschen recherchiert und sind dabei über den merkwürdigen Umstand gestolpert, daß Vladimir Vladimirowitsch Putin, wie bereits erwähnt, eine auffällige Affinität zu „westlichen“ (=globalistischen) technokratischen Agenden aufweist. Falls sie dazu überhaupt das Internet nötig gehabt hätten, denn das war ja auch so schon ziemlich deutlich. Vielleicht stinkt ihnen das. Vielleicht wollen sie es verhindern. Vielleicht haben sie Prigoschin deshalb Rückendeckung versprochen bei seinem Versuch, die herrschende „Elite“ im Kreml abzusetzen. Wie wahrscheinlich dieses Szenario ist, kann ich nicht bewerten. Völlig abwegig wäre es allerdings nicht.

Mögliches Szenario 2: Aus den bisherigen Äußerungen Prigoschins geht zumindest eines klar hervor: Er ist äußerst unzufrieden mit der russischen Führung. Er fühlt sich belogen und verkauft. Vielleicht hatte er einfach „nur“ die Schnauze voll davon, in welcher menschenverachtenden Weise der Kreml junge Männer wie Schlachtvieh in einen verlogenen, absichtlich hinausgezögerten Dreckskrieg zum Verrecken schickt. Vielleicht wollte er das nicht mehr tatenlos mit ansehen und versucht auf diesem Wege, dem monströsen Treiben ein Ende zu bereiten.

Mögliches Szenario 3: Es handelt sich um eine abgesprochene Aktion, eine False Flag Moskaus (in Absrpache mit Prigoschin), um nun erst recht hart durchgreifen zu können, diverse Gesetzgebungen zu verschärfen und sich als Regime „einzugraben“. Wahrscheinlichkeitsbewertung: Dies wäre allerdings ein sehr ungeschicktes Vorgehen, da zu auffällig und durchschaubar. Es würde erst recht potenzielle Widerständler auf den Plan rufen, und zwar en masse.

Das mögliche Szenario 4 hatte Alexander Benesch in seinem Artikel bereits beschrieben.

An dieser Stelle breche ich ab. Ich könnte mir noch mindestens drei weitere mögliche Szenarien denken. Doch wie gesagt: Zu diesem Zeitpunkt ist noch zu wenig bekannt.

Oder?

Iwo. Ist doch völlig klar: USA! Washington! CIA! NATO! Immer und ausnahmslos! Blubb.

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