Oktober 16, 2021

Nein, wir wurden nicht alle gestern geboren! – David Stockman

Quelle: No, We Weren’t All Born Yesterday! – LewRockwell

Dem Mainstream-Narrativ zufolge wurden wir alle gestern geboren. Sowas wie Kontext, Geschichte oder kritische Analyse gibt es wohl nicht mehr – nur rosinengepickte kurzfristige Daten-Deltas, die entweder für großartig oder zumindest für viel besser als beim letzten Mal gehalten werden.

Deshalb haben wir nun – vorhersehbar genug – diese Schlagzeile aus dem „Wall Street Journal“ bezüglich der heutigen Veröffentlichung über die Beschäftigung im Juni, die angeblich zeigte, daß „Arbeitgeber im letzten Monat 850.000 Arbeitsplätze [hinzugefügt haben]“:

„Aktien schließen höher ab mit starkem Arbeitsmarktbericht“

Nun, das war nicht der Fall, auch nicht bei den Arbeitgebern. Tatsächlich ist die Gesamtzahl der geleisteten Arbeitsstunden im Juni im Vergleich zum Mai gesunken, und, was noch viel wichtiger ist, sie lag immer noch 4,4 % unter dem Höchststand vor Covid im Februar 2020.

In Gesamtstunden ausgedrückt, gibt es absolut nichts „Starkes“ an diesen Zahlen. Am Ende des 2. Quartals 2021 lagen die Gesamtarbeitsstunden in der nicht-landwirtschaftlichen Wirtschaft immer noch 8 Mrd. Stunden unter dem Niveau von Q4 2019.

Sie haben richtig gelesen. Acht Milliarden Arbeitsstunden sind MIA [„Missing in Action“, ein Begriff aus der Sprache des Militärs, was hier soviel bedeutet wie „verlustig gegangen“, Anm. d. Übersetzers], und doch pumpen die faulen Schreiberlinge des WSJ, Bloomberg, Reuters et. al. weiterhin Geschwätz über einen großartigen wirtschaftlichen Aufschwung heraus!

Was jedoch nie zur Kenntnis genommen wurde, obwohl es auf der BLS-Website in aller Deutlichkeit zu sehen ist, ist die Tatsache, dass Dr. Fauci und seine Wirtschaftszerstörer im letzten Frühjahr ein viel tieferes Loch in den Arbeitsmarkt auf der Main Street gegraben haben, als die Erzählung glauben machen will. Auf dem Vor-Covid-Hoch im 4. Quartal 2019 nutzte die Wirtschaft außerhalb der Landwirtschaft 257,2 Mrd. Arbeitsstunden auf Jahresbasis, aber das fiel um fast -12% auf nur 227,6 Mrd. Stunden im zweiten Quartal 2020.

Auf diese Weise haben Fauci & Co. den gesamten Anstieg der Arbeitsstunden außerhalb der Landwirtschaft seit dem vierten Quartal 2011 zunichte gemacht. Das heißt, es löschte die großartigen Zuwächse aus, die in der Zwischenzeit in 102 monatlichen „Jobs Friday Reports“ enthalten waren. Und jetzt, nach vier Billionen frisch gedrucktem Fiat-Geld, sechs Billionen von Stimmies [„Stimulus-Paketen“, Anm. d. Überrsetzers], anderen Rettungsaktionen und kostenlosen Sachen, wurden nur 73% der staatlich auferlegten Schrumpfung der geleisteten Arbeitsstunden ab Juni 2021 wiederhergestellt.

In der Tat war der gar nicht so tolle Juni-Arbeitsmarktbericht noch unruhiger als sonst. Unser Gedächtnis mag versagen, aber wir sind uns ziemlich sicher, dass früher der Juni die Zeit war, in der die Schule aus war. Die Stadtkinder durften alle an den Strand gehen, und wir Bauernkinder durften die Beeren, Kirschen, Mais, Gurken, Pfirsiche und Tomaten pflücken, wenn sie an der Reihe waren.

Jetzt vielleicht nicht mehr. Das BLS behauptet, dass staatliche, kommunale und private Bildungseinrichtungen im Juni eine Einstellungsorgie gestartet und insgesamt 269.000 neue Lehrer eingestellt haben, um vermutlich leere Klassenzimmer zu beaufsichtigen!

Wenn man dann noch die 192.000 Barkeeper und Kellner hinzurechnet, die im Juni neu eingestellt wurden, summiert sich das auf 461.000 Arbeitsplätze oder 54% des viel beschworenen Zuwachses von 850.000 im Laufe des Monats.

Bei den hochbezahlten, hochproduktiven Arbeitsplätzen im Baugewerbe, in der Fertigung, im Bergbau und in der Energiewirtschaft sieht es dagegen nicht so gut aus. Diese Sektoren machten im Mai 23,338 Millionen Arbeitsplätze aus und meldeten im Juni einen Zuwachs von, nun ja, 20.000 Arbeitsplätzen. Das ist ein Zuwachs von 0.0008, wenn Sie Ihren HP 12c auf vier Dezimalstellen eingestellt haben.

Noch wichtiger ist, dass die für Juni gemeldeten 20,358 Millionen Arbeitsplätze in der Güterproduktion immer noch um 780.000 unter dem Höchststand vor Covid im Februar 2020 liegen; und bei der angemesseneren und genaueren stundenbasierten Messung bleibt die Beschäftigung im güterproduzierenden Sektor wirklich auf dem Boden der Tatsachen.

So lag der Index der geleisteten Arbeitsstunden im Juni (schwarze Linie) um -6,4% unter dem Zwischenhoch von 2019, um -21,1% unter dem Niveau der Jahrhundertwende, um -23,1% unter dem Allzeithoch vom März 1979 und um -4,8% unter dem Niveau, das erstmals im Mai 1947 erreicht wurde!

Das kann man sich nicht ausdenken. Die Beschäftigung im güterproduzierenden Sektor der US-Wirtschaft stirbt seit einem halben Jahrhundert ab. Und selbst als diese Arbeitsplätze im Monat Juni einen existenzsichernden Lohn von 56.000 Dollar pro Jahr zahlten, war die Kaufkraft dieser Gehaltsschecks inflationsbereinigt nicht höher als im Januar 1979 (lila Linie).

Zusammengefasst: Nachdem sich die Reallöhne im warenproduzierenden Sektor zwischen 1947 und 1979 verdoppelt hatten, folgte ein halbes Jahrhundert der Reallohnstagnation, gepaart mit einem Rückgang der geleisteten Arbeitsstunden um 23%. Das allein sollte die „starken“ und „durchschlagenden“ Beschreibungen widerlegen, die in der Zwischenzeit hunderte Male verwendet wurden, um die „Jobs Friday Reports“ zu beschreiben.

Realer Wochenverdienst im Vergleich zur Gesamtzahl der Wochenstunden, Güterproduzierender Sektor, 1947-2021

Andererseits ist es wahrlich kein Geheimnis, wo die endlosen Injektionen von Fiat-Krediten der Fed wirklich abgeblieben sind. Drei Jahrzehnte lang hat die Zentralbank des Landes in erster Linie die Preise für Finanzanlagen an der Wall Street in die Höhe getrieben, nicht die Arbeitsplätze, Einkommen und den Wohlstand auf der Main Street. Und das ist vor allem seit dem Höchststand vor der Krise im vierten Quartal 2007 der Fall, als die heutige 8,1 Billionen Dollar schwere Fed-Bilanz nur 800 Milliarden Dollar betrug.

Im Zweifelsfall müssen Sie nur über die Aussage der folgenden Grafik nachdenken, um festzustellen, was eine 8-fache Erhöhung der Fed-Bilanz tatsächlich bewirkt hat. Seit Q4 2007 waren die kumulierten Gewinne wie folgt:

  • Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstunden (rote Linie): +4.3%;
  • Nichtlandwirtschaftliche Produktion (schwarze Linie): +24.8%;
  • Nominales BIP (blaue Linie): +50%;
  • NASDAQ 100 (lila Linie): +600%

Wie zu beweisen war.

Haben diese Schwachköpfe auch nur die geringste Ahnung, dass dies ihr wahres Werk ist?

Braucht es wirklich noch mehr Beweise dafür, dass all ihre verrückte Geldpumperei die Schluchten der Wall Street nie wirklich verlässt?

Kumulative Gewinne seit Q4 2007: Aktien im Vergleich zur Main Street

Also kehren wir zwangsläufig zum zentralen Thema zurück. Nämlich, dass das MOAAR-Inflationsmantra der Fed eine der perversesten, idiotischen und ungerechtesten öffentlichen Maßnahmen ist, die jemals von einem Arm des Staates auferlegt wurden.

In der Tat ist das Erreichen des „über die Zeit gemittelten“ Inflationsziels von 2,00% der einzige Grund für die 120 Milliarden Dollar pro Monat, die die Fed in Form von Finanzbetrug ausgibt. Angesichts der Tatsache, dass Arbeitgeber von Küste zu Küste händeringend nach Arbeitskräften suchen, ist ein fortgesetztes Geldpumpen sicherlich nicht notwendig, um das so genannte Ziel der „Vollbeschäftigung“ zu erreichen. Um Himmels willen, die privaten Arbeitgeber sind schon dabei.

Andererseits: Wäre es zu viel Aufwand für diese machtbesoffenen, gruppendynamischen Tölpel, genau zu untersuchen, was ihre Pro-Inflationspolitik tatsächlich bewirkt hat? Und zwar über einen längeren Zeitraum, in dem die kumulativen Auswirkungen deutlich zu beobachten sind?

Nun, das dürfte wohl ein Inflationsziel-Stopper schlechthin sein. Während des ungefähren halben Jahrhunderts, seit die realen Stundensätze 1972 ihren Höhepunkt erreichten, befand sich der durchschnittliche amerikanische Arbeiter in der Mutter aller Tretmühlen:

Veränderung von 1972 bis 2020:

  • Nominale Stundenlöhne: +533%;
  • Reale Stundenlöhne: +2.2%

Dramatischer geht’s nicht mehr. Selbst der sprichwörtliche Hamster im Laufrad hätte nach dieser 50-jährigen Reise ins Nirgendwo die Kurve gekriegt.

50-Jahres-Trend: Nominaler versus inflationsbereinigter Stundenlohn

Wie aus der obigen Grafik ersichtlich ist, hat die Fed in den 1990er Jahren und danach einen katastrophalen Fehler begangen. Aufgrund der hohen Inflation in den 1970er Jahren und in geringerem Maße in den 1980er Jahren hatten sich die nominalen Stundenlöhne zwischen 1972 und 1995 verdreifacht, als die glänzenden neuen Exportfabriken von Herrn Deng mit extrem billigen Arbeitskräften aus Chinas endlosen Reisfeldern und Bauerndörfern hochgefahren wurden.

Danke auch, all diese 200%ige Steigerung der Nominallöhne hat den einheimischen Arbeitern nicht das Geringste gebracht. 1995 lagen die realen Stundenlöhne (lila Linie) tatsächlich 18% unter dem Niveau von 1972, als der Fed-Vorsitzende Arthur Burns sich zu seiner ewigen Schande mächtig ins Zeug legte, als Nixon ihm so etwas wie ein Wahljahr-Seifenstück präsentierte.

Nixon bekam seine vorübergehend boomende Wirtschaft und seinen erdrutschartigen Wahlsieg natürlich, aber das hatte auch die Hard Hats, Nixons Arbeitsdemokraten und die vergessene Mittelschicht wie leichte Beute gegenüber den neuen chinesischen (und mexikanischen et. al.) Exportfabriken aufgestellt. Mitte der 1990er Jahre war das Lohngefälle in Dollar nun enorm – was also gebraucht wurde, war eine Deflation der inländischen Preise, Löhne und Kosten, nicht aber mehr vom Gleichen.

So kam es, dass unter Greenspans falscher „Desinflations“-Politik und danach unter Bernankes formellem Inflationszielregime das inländische Preisniveau zwischen 1995 und 2020 um weitere 70% oder 2,14% pro Jahr aufgebläht wurde. Das bedeutete, dass zwei Drittel des Anstiegs der durchschnittlichen Stundenlöhne in diesem Zeitraum von der Inflation im Inland aufgefressen wurden, obwohl es eigentlich darum ging, einen Teil des schwindelerregenden Anstiegs des inländischen Preisniveaus von 240 %, der zwischen 1972 und 1995 stattgefunden hatte, auszugleichen.

Ja, die inflationsbereinigten Stundenlöhne (lila Linie oben) haben es geschafft, bis 2020 auf ihren Ausgangspunkt von 1972 zurückzukriechen, aber auf Kosten einer weiteren Verdoppelung der Nominallöhne. Das heißt, dass die idiotische Pro-Inflationspolitik der Fed die Lohnlücke zwischen den heimischen Fabriken und den neuen Niedriglohn-Exportländern dramatisch vergrößert hat. Insgesamt waren die durchschnittlichen Dollar-Löhne in den USA bis 2020 um 533% höher als zu dem Zeitpunkt, als Nixon 1971-1972 den goldgedeckten Dollar zerstörte.

Unnötig zu sagen, dass, als der durchschnittliche inländische Lohnsatz von 3,90 Dollar pro Stunde im Jahr 1972 auf 24,68 Dollar pro Stunde im Jahr 2020 stieg, ohne dass die Arbeiter davon einen Kaufkraftvorteil hatten, den Führungskräften der Unternehmen keine andere Wahl blieb, als die Arbeit so weit wie möglich auszulagern und ins Ausland zu verlagern. Und das setzte die Aushöhlung von Amerikas industrieller Wirtschaft in Gang.

Das untenstehende Diagramm ist sicherlich der rauchende Colt, der dem faustischen Handel der Fed innewohnt. Das heißt, sie bekam ihren 2%-Inflationsfetisch und überhäufte den Haushaltssektor mit billigen Schulden, um den Lebensstandard zu erhöhen, der andernfalls aufgrund des Exports von guten Arbeitsplätzen gesunken wäre.

Infolgedessen stiegen die realen Konsumausgaben (PCE) für Waren zwischen Q1 2002 und Q1 2021 um 87% oder 3,0% pro Jahr. Im gleichen Zeitraum von 19 Jahren stieg der Index der Industrieproduktion für das verarbeitende Gewerbe jedoch nur um 9 % bzw. kaum 0,41 % pro Jahr.

Unnötig zu sagen, dass wir hier nicht über irgendeinen marginalen Artikel sprechen, der besser im Ausland produziert wird, wo ein Ort einen komparativen Vorteil hat, wie Adam Smith es ursprünglich sah. Im Gegenteil, es handelt sich um die gesamte Warenwirtschaft, und praktisch wurde das Wachstum des Warenkonsums in diesem Jahrhundert bis heute durch Importe gedeckt.

Es ist also kein Wunder, dass die ausgebrannten Zonen des Rostgürtels für Trump, den „Mann der hohen Zölle“ gestimmt haben. Zweimal.

Realer PCE für langlebige Wirtschaftsgüter gegenüber der Produktion von Industriegütern, Q1 2002-Q1 2021

Indem sie gut produzierende Arbeiter unter den China/Import-Bus warfen, drängten die Machthaber sie dazu, die Differenz durch Aktienkäufe auszugleichen. Die Wall Street hatte jede Menge sich schnell aufblähende Aktien im Angebot, und der Donald konnte nicht aufhören, den Arbeitern zu sagen, sie sollten ihre 401ks überprüfen.

Aber das Brenzlige ist: Um auf dem drastisch aufgeblähten Aktienmarkt nach oben zu reiten, musste man über materielle Ersparnisse verfügen, die man investieren konnte, sowie über wachsende Löhne, die man eher für Investitionen als für den laufenden Konsum verwenden konnte.

Leider hatten die amerikanischen Arbeiter beides nicht. Als Greenspan im Juli 1987 zum Leiter der Fed ernannt wurde, betrug der Durchschnittslohn 9,12 Dollar pro Stunde und der NASDAQ 100 Index stand bei 196. Das heißt, es brauchte etwa 22 Stunden Arbeit, um den Index zu kaufen.

Ende Juni 2021 lag der durchschnittliche Stundenlohn – wie wir heute Morgen erfahren haben – bei $25,68 pro Stunde, während der NASDAQ 100 zu einem anderen Finanzplaneten geflogen war und bei 14.554 stand. Das heißt, es brauchte jetzt 566 Stunden Arbeit, um den Index zu kaufen, oder 26 Mal mehr als zu der Zeit, als Greenspan die Geldpolitik der Wohlstandseffekte einführte.

Um einen berühmten Slogan der „Black Panther“ aus den 1960er Jahren zu paraphrasieren: „Die Revolution“ wurde vielleicht im Fernsehen auf CNBC übertragen, aber sie hat definitiv nicht stattgefunden.

Anzahl der Arbeitsstunden für den Kauf des NASDAQ-100, 1987-2021

Was natürlich passiert ist: Die, die bereits hatten, bekamen mehr.

Unser Freund Tim Knight, der auf dem unverzichtbaren „Slope of Hope“ publiziert, hat die Moral dieser Geschichte so gut wie möglich eingefangen, während seine begleitende Grafik wirklich alles sagt, was man wissen muss.

Zumindest, wenn Sie nicht gestern geboren wurden.

Die Wirtschaft, die Kapitalmärkte und die Verteilung des Reichtums sind grotesker, perverser und verzerrter geworden als zu irgendeinem anderen Zeitpunkt in der Geschichte der Menschheit. Ich habe darüber endlos geschrieben und ziehe es vor, Sie einfach auf diese Seite zu verweisen, auf der ich zahllose Diagramme zusammengestellt habe, um mein Argument bezüglich der Fehlverteilung des Reichtums zu unterstreichen.

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