Warum Russland und China (BRICS) im Irankrieg „seltsam“ still bleiben
Es ist nicht seltsam. Keine Sekunde. Es ist – aus meiner Sicht – erwartbar. In den letzten Wochen war vielen Analysten und Kommentatoren in Sachen Geopolitik große Verwunderung und Verwirrung anzumerken: Warum bleiben Russland und China so untätig? Wieso mischen sie sich in diesen Krieg nicht ein? Hätte das alles nicht längst zu einer Eskalation führen „müssen“, schlimmstenfalls einem Dritten Weltkrieg?
Theoretisch ja. Das Potenzial dafür ist vorhanden. Es wird aber nicht „genutzt“. Ich kann mich natürlich – was ich nicht hoffe – irren und vielleicht kommt es bald wirklich zu einem Schlagabtausch zwischen den Groß- bzw. Supermächten. Es fällt mir dennoch äußerst schwer, das zu glauben. Mehr noch: Ich glaube keine Sekunde daran. Nicht aus Realitätsverleugnung oder aus Angst. Nicht, weil ich die „Wirklichkeit“ angesichts der potenziellen Folgen nicht wahrnehmen will.
Sondern weil dieser Krieg, und das ist ein Denkfehler, immer noch durch die längst obsolete Brille „klassischer“ oder konventioneller geopolitischer Konflikte zwischen Großmächten gesehen und dementsprechend interpretiert wird. Ist er aber nicht. Die Kriege der jüngeren Zeitrechnung – womit ich die Zeit nach Corona meine, also die Ukraine, Gaza und jetzt den Iran – darf man getrost als technokratische Transformationskriege bezeichnen.
Sie dienen nicht dem Zweck, andere Mächte herauszufordern oder zu bekriegen – sie dienen der Umgestaltung von Ländern und ihrem Wiederaufbau nach technokratischen Vorgaben. Warum Russland und China nicht „auf den Putz hauen“? Weil sie wissen, dass diese Kriege eben jenen Zielen dienen, denen sie sich selbst schon vor Jahren in einer gemeinsamen Erklärung der russischen und chinesischen Regierungen ausdrücklich verpflichtet haben. Soll heißen – in Kurzform: „SDGs“, also „Sustainable Development Goals“ bzw. „Nachhaltigkeits“-Agenda, UN-Agenda 2030 – egal, wie man es nun nennen will. Sie sind längst mit an Bord des technokratischen Dampfers. „Great Reset“, „Build Back Better“, „Deindustrialisierungsagenda“ – nennen Sie es, wie Sie wollen.
Bereits im Jahre 1941 schrieb ein gewisser James Burnham, nach dem Zweiten Weltkrieg müssten „noch viele Kriege geführt“ werden, um die Welt in Richtung der von im so genannten „Managergesellschaft“ umzuformen – „Managergesellschaft“ ist nur ein anderes Wort für Technokratie. Diese Kriege würden, so Burnham, letztendlich in eine Aufteilung der Welt münden, die aus „den Kernen von drei großen Supermächten“ resultiert. Die Welt würde also in drei große Machtblöcke oder -zentren aufgeteilt werden. Eric Arthur Blair übernahm diese Idee unter seinem Schriftstellerpseudonym George Orwell in seinem Roman „1984“: Ozeanien, Eurasien, Asianien (oder Ostasien).
Man muss wirklich blind sein wie ein Maulwurf, um nicht ganz klar zu erkennen, dass genau diese Aufteilung erreicht wurde: Anglo-amerikanischer Block („Ozeanien“), europäischer Block („Eurasien“) und die BRICS: „Asianien“. Dies wurde auch unter dem Schlagwort der „Multipolaren Weltordnung“ bekannt – die in globalistischen Denkfabriken ausgearbeitet wurde, vor allem dem Council on Foreign Relations (CFR) und natürlich der nicht zufällig so genannten Trilateralen Kommission: tri-lateral. Dazu gibt es auf meiner Webseite eine Fülle an Artikeln, und ich bitte um Verständnis, dass ich in diesem Text nur Links dazu setze und nicht die unzähligen Zitate wiederhole, die das alles belegen.
Natürlich nicht aus Faulheit, im Gegenteil, sondern weil ich genau diese nicht unbeträchtliche Arbeit bereits geleistet habe: In meiner Trilogie zur Technokratie erfahren Sie in kompakter Form – vor allem aus dem ersten und zweiten Band, „Das globale Technat“ sowie „Was ist Technokratie?“ – warum diese Dreiteilung der Welt vorgenommen wurde: Weil sie den federführenden bzw. dafür verantwortlichen Machteliten das „globale Management“ erleichtern soll. Statt sich mit einer Unzahl kleinerer oder mittlerer Staaten „herumschlagen“ zu müssen, gedachte man sie in wenigen großen Blöcken zu vereinen, also unter einen suprastaatlichen Hut zu bringen.
Blair/Orwell schrieb in „1984“ außerdem, zwischen diesen drei Superstaaten oder Blöcken würde ein permanenter Krisen- und Konfliktmodus herrschen: Nicht, weil sie wirklich miteinander verfeindet wären, sondern um die Bevölkerungen auf ihren Zehenspitzen zu halten, sie ständig in Angst und Sorge leben zu lassen – während sie im Hintergrund längst miteinander kooperieren. Auch dieser Zustand ist bereits erreicht: Wirft man einen Blick auf die internationale vertragsrechtliche Ebene, also der UN, wird man erstaunt feststellen, daß – wie bereits erwähnt – Russland und China der technokratischen Agenda zugestimmt haben. Die Zentralbanken Russlands und Chinas z.B. sind an das Bankensystem der BIZ, der globalistischen „Zentralbank der Zentralbanken“, angeschlossen – und entwickeln genau dieselben technokratischen Projekte (Digitale ID, digitale Währungen usw.). Selbst wenn z.B. China also ein paar Schiffe in die Region schickt und es tatsächlich zu Scharmützeln kommt, wäre immer noch zu fragen, ob nicht auch das womöglich nur als „Nebelkerze“ dient. Nicht vergessen: Das WEF hatte bereits das Zeitalter der (Orwell’schen) Polykrisen ausgerufen, also eine Art permanenten Notstandsmodus: Kriege, Klima, Pandemien.
Oder wie es im herausragenden Artikel „Die Architektur der Notlage“ des Substack-Blogs ESC heißt, der vor Beginn des Irankrieges veröffentlicht wurde:
Der Wiederaufbau der Ukraine war wegweisend für dieses Modell. Gaza verfeinert es derzeit. Venezuela und Iran könnten als Nächste folgen. Die Architektur ist skalierbar. Was als Notfallmaßnahme beginnt, wird durch Verfahrensabweichungen zu einem dauerhaften Betriebsverfahren. Jede Überprüfung kommt zu dem Ergebnis, dass „Fortschritte erzielt wurden, aber noch mehr Arbeit erforderlich ist“. […] Wiederaufbau wird zu Umstrukturierung, Krise wird zu Hebelwirkung und Notfall wird zu Architektur.
Um die Frage also zu wiederholen: Warum sollten Russland und China als führende Länder Asianiens … Verzeihung, des BRICS-Blocks – einen großen Krieg riskieren? Sie entwickeln sich doch eh in dieselbe Richtung, die nun auch der „Westen“ (mit etwas Verspätung) einschlägt. Dr. Klaus Schwab, der ehemalige Direktor des WEF, hatte China nicht umsonst in den größten Tönen gelobt: Wie weit die doch schon gekommen seien auf dem technokratischen Weg und dass sie „für uns“ ein großes Vorbild wären. James Corbett hatte dazu einmal eine ganz hervorragende Analyse abgeliefert.
Was die Multipolaritätstäuschung betrifft, empfehle ich außerdem die Artikelreihe von Iain Davis zu diesem Thema.
Abschließend noch wenige Worte zu der Frage, warum ich Desinformanten wie z.B. Jeffrey D. Sachs so „hart“ angreife: Weil sie ihre Mitmenschen im Auftrag täuschen. Weil sie irreführende Narrative verbreiten. Weil sie nicht ehrlich sind. Sachs kommt vom Weltwirtschaftsforum und der UN, aber das hat natürlich nichts zu heißen … Auch er hat unzählige Male die faktisch falsche Propaganda von den BRICS als „Alternative“ zum Westen verbreitet; auch im Ukrainekrieg und dann bezüglich Gaza gab es von ihm nur Desinformation und globalistische Agitprop.
Ich werde das ganz sicher nicht einfach tatenlos hinnehmen. Es ist gerade heute ohnehin schon schlimm genug: Das Internet bzw. die sogenannten „alternativen“ Medien explodieren förmlich vor lauter Gatekeepern und Desinformanten, denen man mit Geld künstlich Reichweite kauft, um den Eindruck zu erwecken, sie wären „Meinungsführer“ oder die dominanten Stimmen im öffentlichen Online-Diskurs. Eine Methode, die, erschreckend genug, erstaunlich erfolgreich ist – aber nur deshalb, weil sehr viele Menschen gar nicht um die Methoden wissen, mit denen man die Narrativkontrolle anstrebt. Wenn ich nicht weiß, wie ich manipuliert werde – wie soll ich dann etwas dagegen unternehmen? Ich muss mir dessen ja erstmal bewusst sein. Deutsches und künstlich reichweitenstark gemachtes Beispiel: Nius/Julian Reichelt. Lupenreines Gatekeeping, lupenreine „Volksverblödung“, lupenreine Ablenkung mit trivialen, oberflächlichen „Inhalten„. Damit deren Konsumenten sich immer schön im Kreis drehen und bloß nie einen echten Erkenntnisfortschritt erzielen.
Warum das nicht unwidersprochen so weitergehen sollte? Weil es dann bald kaum noch echte alternative Medien geben wird. Sondern nur noch, wie Iain Davis oder auch James Corbett sie ganz richtig nennen, die „MAM“ – „Mainstream Alternative Media„. Die Eliten wissen, dass ihre traditionellen Pressekanäle „verdorben“ sind. Natürlich wissen sie das. Die Mainstreampresse hat so gut wie fertig, ihr glaubt eh kaum noch jemand. Also haben sie nach und nach ihre eigenen Leute im Internet aufgebaut – und dann vorgetäuscht, diese befänden sich durchweg in „Opposition“ zum Mainstream, dort könne man sich anders oder „besser“ informieren, dort erführe man sozusagen die „ganze Wahrheit“. Netter Trick. Was ihnen natürlich deshalb mühelos möglich war, weil sie die nötigen finanziellen Ressourcen dazu haben – was kümmert es Milliardäre (!) wie einen Frank Gotthardt, wenn er mal eben ein paar hunderttausend Euro, also „Portokasse“, in Portale wie Nius buttert? Was kümmert es Milliardäre wie die amerikanischen Koch-Brüder, Millionen von Dollar in Organisationen wie „Turning Point USA“ zu stecken? Was kümmert es einen Bill Gates, wenn er sich rund um den Globus mehr als 150 (!) Zeitungen, Magazine und Zeitungen kauft – darunter auch den deutschen „Spiegel“? Was kümmert es einen Jeff Bezos, wenn er ein paar Milliönchen für die Washington Post oder Hollywood-Studios wie „Metro Goldwyn Mayer“ abdrücken muss?
Was man derzeit beobachten kann, ließe sich als „Neofeudalismus“ beschreiben oder „Feudalismus 2.0“: Ein paar schwerreiche „Lehnsherren“ häufen immer mehr politische und publizistische Gestaltungsmacht an. Und mithilfe der Künstlichen Intelligenz, die nicht zufällig mit „Mainstream-Daten“ trainiert wird, während alles andere ignoriert wird, erhalten nichtsahnende Anwender dann bald nur noch – oder fast nur noch – kuratierte Informationen: „Die Matrix spricht mit der Matrix“.
Wenn ein Jeffrey Sachs oder andere Gestalten dieser Provenienz meinen, ständig meinen Kenntnisstand und mein Bildungsniveau mit ihrem bereits widerlegten Gesülze beleidigen zu müssen, so ist es mein gutes Recht, ihnen dafür den Stinkefinger zu zeigen. Wenn informationsarmer oder gleich desinformierender Schund wie „Apollo News“, „Nius“, „Report24“ und andere Kanäle dieser Art glauben, ihre Methoden würden nie jemandem auffallen:
„Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen und das ganze Volk einen Teil der Zeit, aber nicht das ganze Volk die ganze Zeit“ (Abraham Lincoln zugeschrieben).