Mai 25, 2024

Zwischenmeldung zum Nahost-Konflikt – Warum ich mich bisher zurückgehalten habe

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Ich erhielt einige Zuschriften per Mail, warum ich mich bislang zu diesem Ereignis von zweifellos großer geopolitischer Bedeutung noch nicht geäußert habe. Aus mehreren Gründen.

Kaum wurde der Angriff der Hamas auf Israel vermeldet, platzten die alternativen Medien auch schon vor – viel zu vorschnellen – Deutungsversuchen. Obendrein tauchten erstaunlich schnell diverse Videos auf, in denen irgendwelche angeblichen Whistleblower ohne Vorlage von Beweisen behaupteten, es habe sich um eine False Flag-Operation gehandelt, das sei alles gar nicht echt, alles nur eine Inszenierung etc. etc. Desweiteren wurden schnell Schuldzuweisungen ausgesprochen, entweder in Richtung Israel bzw. des israelischen Geheimdienstes oder – seien Sie bitte unterrascht – natürlich in Richtung USA bzw. der anglo-amerikanischen Sphäre.

Es sollte sich eigentlich von selbst verstehen, daß ich mich an solchen zu 99.9% unseriösen und unbelegten Spekulationen und wüsten Theorien nicht beteiligen möchte. Denn es ist noch zu früh, um die (geo?)politischen Folgen auch nur annähernd „sicher“ bestimmen zu können. Natürlich habe ich meine eigenen Vermutungen (dazu gleich mehr), aber die Leute – so wie z.B. in den gefühlt drei Trillionen Telegram-Toiletten geschehen – mit ununterbrochenen „Meldungen“ kirre zu machen, ist für mich absolut indiskutabel. Vor allem führt es zu nichts.

Die Geschichte des Nahen und Mittleren Ostens läßt sich nicht auf simple Formeln herunterbrechen. Man hat es mit einer äußerst komplexen Vorgeschichte zu tun, an der viele Akteure beteiligt sind. Nicht nur Regionalmächte wie Saudi-Arabien, Katar, der Iran usw. spielen mit hinein, sondern natürlich auch die nachrichten- und geheimdienstlichen Aktivitäten ausländischer Nationen, selbstverständlich auch von Supermächten wie den USA, Russland und China, die in der Region ihre Interessen haben. Wie gesagt: Eine so komplexe Geschichte, wie sie sich seit Gründung des Staates Israel entfaltet hat, einfach herunterbrechen zu wollen auf die üblichen alternativmedialen Abzählreime und verschwörungsaffines Däumchenkino, wird der Lage nicht nur nicht gerecht, sondern ist einfach nur grotesk und lächerlich.

Aus meiner Sicht lautet die erste und wichtigste Frage, die man sich dazu stellen sollte: Warum sollte die Hamas dermassen dumm vorgehen? Auf der Führungsebene der Organisation weiß man natürlich, daß ein Angriff auf Israel einem selbstunterzeichneten Todesurteil gleichkäme. Ganz zu schweigen davon, daß die dadurch ausgelösten Vergeltungsaktionen den Anliegen der Palästinenser gewiß keinen Gefallen täten, im Gegenteil. Warum also ein so selbstmörderisches, unsinniges, kontraproduktives, ja man muß schon sagen: völlig schwachsinniges Vorgehen?

Einen Angriff dieser Größenordnung würde die Hamas nur dann wagen, wenn sie sich dabei „sicher“ wähnt, will sagen: wenn irgendjemand hinter ihr steht und ihr möglicherweise sogar Unterstützung im Falle israelischer Gegenmaßnahmen bzw. eines Krieges zugesichert hat. Dabei rede ich noch gar nicht von der eigenen Geschichte der Hamas, die ebenfalls gespickt ist mit geheimdienstlichen Einflußnahmen sowie Finanzierungshintergründen, die über Katar und den Iran bis hin zur EU und sogar Deutschland reichen. Es gab sogar schon Vermutungen, die Hamas könne auf höchster Ebene vom Mossad beeinflußt sein.

Ich könnte auch auf die bereits erwähnte Vorgeschichte eingehen, also darauf, welchen immensen Einfluß das ehemalige britische Kolonialreich („British Empire“) in dieser Weltregion hatte (der heute zumindest halbwegs bekannt sein sollte), ebenso die UdSSR (die übrigens auch Terrororganisationen in der Region unterstützte – nicht nur Großbritannien oder die USA). Damit dieser Kurzkommentar meinerseits übersichtlich bleibt, lasse ich außerdem auch die bereits nachgewiesenen Logenhintergründe weg, also den starken Einfluß der Freimaurerei in der Region. Desweiteren den Einfluß der „Chabad Lubawitsch“-Sekte. Um es nochmal zu wiederholen: All diese Dinge sind mir bewußt, in der gegenwärtigen Situation aber nur bedingt hilfreich, da es jetzt – wo das Kind ja nun schon in den Brunnen gefallen ist – müßig wäre, nur in der Vergangenheit zu graben.

Es gibt allerdings eine Falschbehauptung, die vor allem von der Mainstreampresse – wie immer – hirnzertretsmühlenartig verbreitet wird und der ich vehement widersprechen muß: Es habe sich um einen „Überraschungs“-Angriff gehandelt. Warum ich das für verfehlt halte?

So traurig die Erkenntnis auch sein mag: Die Situation in der Region ist nicht erst seit gestern „angespannt“, um es milde auszudrücken. Es handelt sich um eine volatile Gemengelage, bei der man sich meiner Meinung nach schon lange nicht mehr fragen konnte, ob ein solcher oder ähnlicher Angriff erfolgen würde, sondern nur noch: wann? Deshalb halte ich es für falsch, hier von einer „Überraschung“ zu sprechen. Es war nur eine Frage der Zeit, bis diese Spannungen sich in irgendeiner Weise entladen würden.

Daher sollte man sich lieber fragen, welche Folgen ein sich möglicherweise und schlimmstenfalls ausbreitender Krieg in der Nahmittelostregion haben könnte. Bundesgeschäftsführer Olaf Scholz warnte bereits vor einem möglichen „Flächenbrand“. Also welche Folgen könnte das haben?

Drei der offensichtlichsten wären natürlich: 1. eine sich weiter verschärfende Energiekrise, was – wie regelmäßige Leser meiner Webseite wissen – ganz im Sinne der größeren globalistischen Deindustrialisierungs-Agenda bzw. der UN-Agenda 2030 läge, 2. natürlich auch weitere Flüchtlingsströme. Und wohin würden die wohl wandern? Ich wage zu bezweifeln, daß sie in Schlauchbooten oder mit selbstgestrickten Flössen gen Amerika oder Karibik paddeln würden. Stattdessen kann man mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, daß der weitaus größte Teil sich in Richtung EU und somit natürlich auch nach Deutschland in Bewegung setzen würde. Sollte das geschehen, wären die Folgen absehbar: Es wäre für die EU-Länder, auch für Deutschland, nicht mehr zu bewältigen. Also auf nationalstaatlicher Ebene. Na welch ein „Glück“, daß mit der EU bereits eine supranationale Struktur existiert, die diese Herkulesaufgabe zentralistisch übernehmen könnte …

Drittens und vorerst letztens: Die Eliten sprachen in letzter Zeit regelmäßig davon, wir seien nun ins Zeitalter der „Polykrisen“ eingetreten, nicht zuletzt Uns Klaus vom WEF: Kriege, Hungersnöte, Pandemien, Klimaschocks. Ein weiterer Krieg könnte dazu beitragen, den Leuten die angebliche Notwendigkeit einer starken und effizienten supra- bzw. internationalen Instanz schmackhaft zu machen, also kurz: Mehr Global Governance mit der UN als Zentrum.

Damit lasse ich es gut sein. Es ergibt keinen Sinn, sich hier in zahllosen Einzelinterpretationen zu verrennen, die in den letzten Tagen das Internet überflutet haben. Sobald echte, gesicherte Informationen vorliegen, werde ich näher darauf eingehen.

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