Mai 15, 2024

Ist AUF1/Stefan Magnet ein Limited Hangout und Narrativkontrolleur?

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Ich mache es mir alles andere als leicht mit solchen Äußerungen. Zunächst beobachte ich genau und sammle Informationen, um dann Rückschlüsse daraus zu ziehen. Es ist mir ferner klar, daß ich mir aufgrund der derzeit großen Popularität bzw. „Follower“-Zahl von AUF1 mit diesem Kommentar keinen Gefallen tun werde. Wahrscheinlich werden deshalb einige Leser bei mir abspringen, vielleicht sogar viele.

Darauf kann und werde ich keine Rücksicht nehmen. Denn so darf es nicht weitergehen.

Kurz zur Erklärung, warum ich glaube, daß es sich bei Magnet um ein klassisches Limited Hangout handelt, einen Narrativkontrolleur.

In den letzten Monaten fielen mir mehrere Telegram-Postings von AUF1 auf, die leider in diese Richtung weisen.

Unmittelbar nachdem Giorgia Meloni zur neuen Staatschefin Italiens gewählt wurde, postete Magnet einen Beitrag auf seinem Telegram-Kanal, dem zufolge Meloni – Zitat Magnet – den „Globalisten einen Strich durch die Rechnung“ mache.

Soso. Die Frau war gerade erst gewählt worden. Sie war noch nicht mal richtig im Amt. Sie hatte noch nichts gemacht, rein gar nichts, was solche Rückschlüsse überhaupt erlauben würde. Wie kam Magnet also bitte dazu, solchen Stuß zu behaupten? Woher wollte er bitte wissen, daß Meloni „den Globalisten“ zu Leibe rücken würde?

Und warum hat er nicht recherchiert? Hat er nämlich nicht. Ganz offensichtlich. Hätte er das, hätte er mühelos feststellen können – diese Recherche kostete mich gerade mal zwei Minuten – daß Giorgia Meloni Mitglied einer sehr einflußreichen globalistischen Denkfabrik namens „Aspen Institute“ ist.

Der nächste Fauxpas – sofern es einer war und nicht sogar eine bewußte Irreführung – unterlief Magnet, als er vor einiger Zeit einen Beitrag brachte (ebenfalls auf Telegram), dem zufolge George Soros „die Spinne im globalen Netz“ sei. Also eine Art zentraler Strippenzieher, ein Mastermind. Mit Verlaub: Das ist konzentrierter, komprimierter Bullshit.

Ja, Soros hat aufgrund seiner Finanzmittel große Einflußmöglichkeiten. Er finanziert nicht umsonst z.B. die „Open Society Foundations“, die in diversen Ländern für Farbenrevolutionen sorgten, er finanziert außerdem Universitäten, an denen Nachwuchs ausgebildet und gefördert wird im Interesse verschiedener globalistischer Agenden. Das macht ihn aber nicht zur „Spinne im Netz“. Welch ein Unfug. Soros ist nur einer von vielen Akteuren.

Besonders peinlich: Magnet berief sich dabei ausgerechnet auf einen Bericht in einer Zeitung unter Kontrolle des Medienoligarchen Rubert Murdoch („New York Post“). Diesem (gezielt lancierten und falschen) Bericht zufolge soll Soros „ganz Amerika“ im Griff haben.

Also nichts für ungut: Wenn nun ausgerechnet ein Medienmogul wie Murdoch solche Berichte verbreiten läßt, sollte jeder ECHTE „alternative“ Journalist, der auch nur minimal etwas auf sich hält, sofort beide Ohren aufstellen, und zwar zackig.

Solcher Quatsch wird nämlich nicht ohne Grund gestreut. Aus welchem? Durch die Fokussierung auf einen einzelnen Akteur und die Falschbehauptung, dieser sei sozusagen das „Gehirn“, die führende Kraft oder eben „die Spinne im Netz“, läßt sich wunderbar von allen anderen Akteuren ablenken. Das ist eine uralte und bereits unzählige Male verwendete Taktik: Stelle eine einzelne Figur ins öffentliche Schaufenster und reite darauf herum, damit die Leute sich möglichst nur darauf konzentrieren und alles andere vergessen.

Weiß Magnet das wirklich nicht?

Zum Abschluß noch ein dritter und letzter Fehlschuß Magnets:

Und jetzt ziehe ich die Samthandschuhe mal aus und lasse die Ironie weg: Wer nach solchen lächerlichen und eindeutig der Irreführung dienenden Beiträgen noch immer nicht kapiert, wie der Hase beim pseudo-alternativen „Aufklärer“ Magnet läuft, ist, so leid’s mir tut, ein hoffnungsloser Fall.

Also ich für meinen Teil finde es nicht spannend, sondern höchst langweilig, auf welche plumpe, ungeschickte, törichte Art Magnet sich keiner sachlichen, sondern emotionalen Sprache bedient, um falsche Eindrücke zu erwecken. Was wäre denn eine ECHTE alternative, sachliche Herangehensweise?

  1. Allein die Tatsache, daß Maaßen „sechs Jahre lang“ Präsident des Verfassungsschutzes war, beweist noch rein gar nichts. Schon gar nicht, daß er nun angeblich die Seiten „gewechselt“ habe. Im Gegenteil sogar: Es besteht sehr wohl die Möglichkeit, daß er ganz gezielt als „Limited Hangout“ in den alternativen Medien platziert wurde zum Zwecke der Narrativkontrolle. Er wäre nicht der erste und einzige.
  2. „Sein Beruf war es, zu wissen, wie die Stimmung im Land ist“ – siehe oben. Das beweist überhaupt nichts. Nochmal: Es besteht schließlich die Möglichkeit, daß er dieses Wissen um die „Stimmung im Land“ sogar mißbraucht, um darauf aufbauend Falschnarrative zu konstruieren mit dem Ziel, daß diese leichter akzeptiert/geglaubt werden. Gerade das ist eine der ältesten und beliebtesten Methoden von Nachrichten- und Geheimdiensten.
  3. „Wirklich freie Medien müßten gestärkt werden, die nicht von links-kommunistischen Ideologen betrieben werden“. Da gibt’s leider nur ein Problem: Das gilt ebenso für die rechte „Seite“. In den USA z.B. wurde die sogenannte „neurechte“ Szene gezielt von Milliardären gefördert, finanziert und es wurden entsprechende Influencer/Youtube-Stars etc. aufgebaut – alles zum Zwecke der Narrativkontrolle. Man will die Menschen im falschen Links/Rechts-Paradigma bzw. -Schema halten Stellt sich nun die Frage, ob jemand wie Maaßen um diese Tatsache wirklich nicht weiß. Ich sage: Er weiß es. Oder kann es sich zumindest denken. Verzeihung, aber eigentlich kann doch niemand so dermassen dumm sein, dies nicht wenigstens mal zu vermuten. Schon gar nicht als ehemaliger Chef des Verfassungsschutzes.

Es ist nicht das erste Mal, daß Magnet in dieser aus meiner Sicht offensichtlichen, extrem einäugigen Weise immer nur „eine Seite“ des politischen Spektrums ins Visier nimmt und auf bestimmten Einzelthemen herumreitet – in diesem Fall also die „links-kommunistische“, wobei er sich an Maaßen anlehnt, während er über die Hintergründe der anderen kein Sterbenswort verliert.

Ich habe ja schon meine Nase gerümpft, als Magnet vor einiger Zeit wochenlang darauf herumritt, wie die „Süddeutsche Zeitung“ ihn attackiert habe – er ging regelrecht damit hausieren. Dies, so Magnet, sei doch ein Beweis dafür, daß er auf der „richtigen Seite“ stünde.

Ähem. Es gibt leider noch eine andere Möglichkeit.

Da gibt es nämlich diesen ebenfalls alten Trick, jemanden nur zum Schein zu attackieren, um ihm erst recht zu mehr Popularität und Reichweite zu verhelfen …

Es muß jeder selber wissen, wem er „folgen“ will. Ich habe nun genug Warnzeichen gesehen, um für mich selbst zum Schluß zu kommen: AUF1/Stefan Magnet ist keine ehrliche, seriöse Veranstaltung. Ich tippe – und das nicht nur stark, sondern mit einem Preßlufthammer – auf „kontrollierte Opposition“. AUF1 stinkt für mich nach Gatekeeping wie ein Fischmarkt im Hochsommer.

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